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Magnolien vermehren

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Magnolien vermehren

Magnolien sind in heimischen Gärten aufgrund ihrer prächtigen Blüten ganz besonders beliebt. Doch der Kauf einer Magnolie ist nicht billig. Daher entscheiden sich viele Gartenbesitzer, ihre Magnolien lieber selbst zu vermehren, als den Verlust der einzigen Pflanze zu riskieren oder gleich mehrere anzuschaffen. Mit etwas Geduld ist das durchaus gut möglich. Zunächst muss man sich aber für die richtige Methode entscheiden.

Wie vermehrt man Magnolien?

Magnoliensträucher können auf vier unterschiedliche Arten vermehrt werden. Die bekannteste von ihnen ist die natürliche Vermehrung über Samen. Wer jedoch sortenreine Vermehrung wünscht, zum Beispiel, um eine einheitlich aussehende Magnolienhecke zu ziehen, sollte lieber den Weg über Stecklinge, Absenker oder Abmoosen wählen. Diese Methoden führen zu genetisch identischen Pflanzen. Welche die beste Methode ist, ist umstritten. Alle vier Varianten erfordern Geduld und etwas Aufwand, lohnen sich aber durchaus auch für Hobbygärtner.

Die Vermehrung über Samen

Die Vermehrung über Samen


Die Vermehrung über Samen ist dann interessant, wenn man viel Zeit hat und unterschiedliche Pflanzen ziehen möchte. Man kann dabei die gesamte Entwicklung des Strauches miterleben und es gibt dank der genetischen Vermischung immer wieder Überraschungen. Neben der Tatsache, dass man dabei keine identisch aussehenden Pflanzen erhält, ist ein weiterer Nachteil dieser Vermehrungsmethode jedoch, dass die Sträucher nur langsam wachsen und es bis zu zehn Jahre dauern kann, bis sie das erste Mal blühen.

Die Magnoliensamen erhält man, indem man im Herbst die Früchte der Magnolie erntet ,sobald sich die Samenfächer öffnen und bevor Samen herausfallen können. Da Magnolien Frostkeimer sind, müssen die Früchte nun zwei bis vier Monate lang niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden. Manche Gärtner lassen sie dazu einfach über den Winter im Garten liegen. Sicherer ist es aber, sie im Gefrierfach zu überwintern. Zuvor sollte man sie einige Tage in warmem Wasser einweichen und dann vom Fruchtfleisch trennen, da dieses keimhemmende Substanzen enthält. Geben Sie sie mit feuchtem Sand gemischt in einen kleinen Plastikbeutel und feuchten Sie eventuell von Zeit zu Zeit nach, damit die Samen nicht austrocknen.

Die Aussaat der Magnoliensamen sollte im März oder April erfolgen. Nehmen Sie sie in einer von einer Folie geschützten Keimschale vor, um die Jungpflanzen vor eventuellen Frost zu schützen. Meist keimen sie dann im Mai oder Juni. Es ist aber durchaus möglich, dass sie sich ein Jahr Zeit lassen und erst im zweiten Jahr zu wachsen beginnen.

Die Vermehrung über Stecklinge

Die Vermehrung über Stecklinge
Bei der Vermehrung durch Stecklinge erhält man eine genetisch identische Kopie der Mutterpflanze. Allerdings muss man bei der Entnahme des Stecklings vorsichtig und schonend vorgehen, um der bereits vorhanden Magnolie nicht zu schaden. Auch sind die Erfolgschancen dieser Vermehrungsmethode außerhalb von Gewächshäusern recht niedrig.

Der richtige Zeitpunkt für die Entnahme des Stecklings ist im Juni oder Juli. Schneiden Sie hierzu einen jungen, noch grünen oder leicht bräunlichen Trieb gerade ab. Befreien Sie ihn von seiner Spitze und kürzen Sie ihn auf eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern. Achten Sie dabei darauf, dass er mindestens zwei bis drei Knospen hat. Nun ritzen Sie das untere Ende kreuzweise an oder entfernen einen etwa einen Zentimeter langen Rindenstreifen an seiner Seite. Füllen Sie Anzuchtsubstrat in einen Topf oder Anzuchtkasten, setzen Sie den Steckling ein und befeuchten Sie die Erde gründlich. Eine durchsichtige Abdeckung oder Plastikhaube schützt die Jungpflanze vor Kälte. Achten Sie aber darauf, auch Luftlöcher zu lassen. Das Substrat muss nun stets feucht gehalten werden. Wenn möglich sollte eine konstante Bodentemperatur von etwa 20 °C und hohe Luftfeuchtigkeit geboten werden.

Nach frühestens 6 bis 8 Wochen beginnt der Steckling auszutreiben, wenn er erfolgreich angewurzelt hat. Lassen Sie ihn über den Winter im Innenraum, um ihn vor Frostschäden zu bewahren. Nach dem letzten Frost im Frühjahr kann er an seinen gewünschten Standort im Garten umgesetzt werden.

Die Vermehrung durch Absenker

Die Vermehrung durch Absenker
Die Vermehrung von Magnolien durch Absenker hat den Vorteil, dass sie relativ zuverlässig ist und nur ein geringes Risiko besteht, dass die neue Pflanze gleich wieder abstirbt. Allerdings ist sie zeitaufwändig und es kann nur eine geringe Zahl von neuen Pflanzen gleichzeitig gezogen werden.

Hierfür wählt man im August, gleich nach der Blüte der Magnolie, einen langen jungen Trieb aus. Er sollte vor allem biegsam sein und möglichst nahe am Boden wachsen. Ziehen Sie ihn mit einem scharfen Knick auf den Boden und ritzen Sie seine Oberfläche an der Kontaktstelle mit dem Boden auf allen Seiten leicht ein. Achten Sie darauf, ein scharfes und sauberes Messer zu verwenden und nicht zu tief zu schneiden, damit Sie die Pflanze nicht schädigen! Graben Sie nun ein kleines Loch an der Kontaktstelle, verankern Sie den Trieb mit einem Haken im Boden und häufen Sie dann humusreiche Erde um ihn an. Hier wird die neue Magnolie anwurzeln. Die Spitze des Triebes sollte möglichst gerade aus der Erde ragen, um einen schönen geraden Strauch zu erhalten.

Das Anwurzeln des Absenkers dauert bis zu zweieinhalb Jahre. Dann kann man ihn von der Mutterpflanze trennen und an seinen neuen Standort verpflanzen. Graben Sie ihn dazu im Herbst aus und schneiden Sie die Verbindung zur Mutterpflanze unterhalb des Wurzelballens durch. Der Schnitt sollte möglichst klein und gerade ausgeführt werden.

Die Vermehrung durch Abmoosen

Auch das Abmoosen ist eine relativ zuverlässige Vermehrungsmethode. Hierbei gibt es zwei Varianten. Bei der ersten wählen Sie einen dicken Trieb und entfernen an einer Stelle, an der er etwa 2 cm Durchmesser hat, ringsum die Rinde. Auch der abgeschälte Ring sollte etwa 2 cm breit sein. Achten Sie beim Schneiden auf Sauberkeit und darauf die inneren Teile der Pflanze nicht zu beschädigen. Es darf wirklich nur die Rinde entfernt werden. Bei der zweiten Variante wird ein dünner Zweig mit weniger als 1 cm Durchmesser gewählt und seine Rinde etwa 30 bis 40 cm unterhalb der Spitze schräg eingeschnitten. Drücken Sie dann einen Kieselstein in die durch den Schnitt entstandene Wunde.

Bei beiden Versionen wird nun die Schnittstelle mit einem großen Ballen feuchtem Moos umwickelt. Das Moos wird mit Plastikfolie umhüllt und fixiert. Im Laufe der nächsten zwei bis fünf Monate bildet sich in ihm ein neuer Wurzelballen. Sobald er groß genug ist, den über ihm liegenden Pflanzenteil alleine zu versorgen, kann die neue Magnolienpflanze abgeschnitten werden. Pflanzen Sie sie zunächst in einen Topf, um ihr Gelegenheit zu geben, einen großen und kräftigen Wurzelballen zu bilden, bevor Sie sie an ihren Bestimmungsort übersiedeln.

Expertentipp

Da die Vermehrung von Magnolien sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und stets ein Risiko besteht, die Pflanzen zu verlieren, ist es ratsam, immer mehr Jungpflanzen zu ziehen, als man tatsächlich benötigt. Sollte man das Glück haben, dass alle überleben, kann man die überzähligen Exemplare immer noch vernichten oder auch an andere Gartenfreunde verschenken. Eine Magnolie ist für fast jeden Hobbygärtner ein willkommenes Geschenk.

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