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Exotische Pflanzen

Melonen anbauen

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Besonders an heißen Sommertagen sorgt der Verzehr einer Wassermelone für eine willkommene Erfrischung. Meistens kauft man diese im Supermarkt. Jedoch stammen diese Melonen dann zum größten Teil aus Asien oder anderen warmen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien. Unter bestimmten Bedingungen lässt sich die Melone aber auch im eigenen Garten pflanzen.

Grundsätzlich ist der Anbau nicht viel komplizierter als bei Kürbissen oder Gurken, welche als sehr wuchsfreudig bekannt sind. Oftmals hat die Melone jedoch Probleme mit dem heimischen Klima, welches für ihre Bedürfnisse nicht warm genug ist. Dennoch ist es sinnvoll, sein Glück in einer klimatisch besonders begünstigten Ecke des Gartens zu versuchen. Als weitere Option bietet sich außerdem der Anbau in einem Gewächshaus an.

Allgemeines

Allgemeines
Melonen stammen ursprünglich zum größten Teil aus tropischen Gebieten und gehören – wie auch Gurken und Kürbisse – zur Familie der Kürbisgewächse. Sie werden unterschieden in Zucker- und Wassermelonen. Doch obwohl es sich bei Melonen ebenfalls um Kürbisgewächse handelt, sind sie wesentlich kälteempfindlicher als ihre Verwandten die Gurken oder Kürbisse. Daher ist es zunächst entscheidend, dass man für ihren Anbau den optimalen Standort sowie den richtigen Zeitpunkt auswählt.

Wassermelonen

Wassermelonen
In der Familie der Kürbisgewächse bilden die Wassermelonen die Gattung “Citrullus”. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im tropischen Asien und Afrika, jedoch sind sie ebenfalls im Süden Europas sowie im Osten des Mittelmeerraumes zu finden. Ihre Gattung besteht aus vier unterschiedlichen Arten, von der aber besonders die Wassermelone zum Verzehr als auch die Koloquinte für medizinische Zwecke vom Menschen genutzt wird.

Von den in etwa 150 Wassermelonen-Sorten ist bei uns insbesondere die große rotfruchtige am bekanntesten, jedoch gibt es auch Sorten mit kleinen Früchten, welche über weißes, gelbes, orangefarbenes oder grünes Fruchtfleisch verfügen. Ihre Fruchtrinde ist entweder einfarbig grün oder dunkelgrün, allerdings gibt es auch gestreifte oder marmorierte Exemplare.

Zu den in Deutschland erfolgreich angebauten Sorten von Wassermelonen zählen beispielsweise die “Blacktail Mountain”, “Cream of Saskatchewan”, “Golden Midget”, “Maribo F1”, “Mountain Sweet Yellow” und “Petit Yellow”.

Zuckermelonen

Zuckermelonen
Die Zuckermelonen tragen den Namen “Cucumis melo” und zählen zur Gattung der Gurken. Da Gurken generell problemlos in unseren Regionen angebaut werden können, klingt diese Zuordnung vielversprechend. In der Tat werden Zuckermelonen in Deutschland bereits seit einigen Jahren verstärkt angebaut, sind jedoch etwas empfindlicher als Wassermelonen und benötigen daher eine sorgfältigere Pflege.

Zuckermelonen sind in drei Gruppen eingeteilt, welche sich wiederum in verschiedenen Sorten unterscheiden:

Zunächst gibt es die Gruppe der Wintermelonen, zu welchen auch die bei uns verbreitete Honigmelone zählt. Weitere Sorten sind die “Gelbe Spanische”, die “Gelbe Kanarische”, “Amarillo Rugoso”, “Amarillo Redondo” sowie die “Grüne Spanische”.

Der Anbau dieser Melonensorten ist jedoch für Anfänger nicht besonders gut geeignet, da sich ihr Reifepunkt nur schwer zu erkennen ist und sie nach ihrer Ernte nicht nachreifen können. In dem Fall bedeutet eine fälschlich zu früh vorgenommene Ernte eine Melone, welche über keinen Geschmack verfügt.

Die Gruppe der Netzmelonen ist besonders aufgrund ihres betörenden Duftes bei der Reife und ihre lange Haltbarkeit beliebt. Zu ihnen zählt die “Galia-Melone”, “Honey Dew”, “Eastern Shipper” sowie “Western Shipper”.

Die letzte Gruppe ist die der Cantaloupe-Melonen, welche zwar auch durch ihren Duft überzeugen, jedoch nicht sehr lange haltbar sind. Bekannte Sorten sind zum Beispiel die “Agora F1”, “Cezanne F1”, “Marlene F1” sowie die “Orange Beauty”.

Der optimale Standort sowie die richtige Bodenauswahl

Melonen zählen zu den so genannten Starkzehrern und gedeihen besonders an warmen, sonnigen sowie geschützten Plätzen, welche über einen tief aufgelockerten Boden mit einem hohen Humus- und Nährstoffanteil verfügen. Die Erde sollte in der Lage sein, sich schnell zu erwärmen und das Wasser ausreichend zu speichern. Aus diesem Grund wird für den Melonenanbau oft ein Gewächshaus ausgewählt.

Zuckermelonen eignen sich sowohl für den Anbau im Gewächshaus als auch im Freiland. Entscheidet man sich für das Freiland, ist es empfehlenswert, den Boden mit Hilfe einer schwarzen Mulchfolie zu erwärmen. Sie können ebenfalls in Töpfen mit lockerer Erde gepflanzt werden. Es ist empfehlenswert, die auf diese Weise angebauten Melonen alle zwei Wochen mit einem herkömmlichen Flüssigdünger zu versorgen.

Wassermelonen benötigen als ursprüngliche Wüstengewächse noch mehr Wärme als Zuckermelonen und reagieren äußerst empfindlich auf niedrige Temperaturen in der Nacht. Aus diesem Grund ist der Anbau im Gewächshaus sinnvoll. Befindet man sich in Gebieten mit besonders mildem Klima oder auch in einer Weinbauregion, so können Wassermelonen auch im Freiland kultiviert werden.

Wasser- als auch Zuckermelonen bringen unter anderem auch neue, kleinfrüchtige Sorten hervor, welche in unterschiedlichen Lagen an vollsonnigen und windgeschützten Standorten wachsen. Zu den frühreifenden Sorten der Zuckermelone gehören beispielsweise “Fiesta”, “Artemins” oder “Caribbean Gold”.

Grundsätzliches zum Melonenanbau

Bevor im Frühjahr mit der Anzucht von Melonen begonnen werden kann, sollte man sich im Klaren darüber sein, ob man eine Melonenpflanze kaufen oder selbst vorziehen möchte. Beide Möglichkeiten bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich:

Melonenpflanzen selbst vermehren

Eigene Melonenpflanzen vorzuziehen ist relativ unkompliziert und die Keimrate ist sehr hoch. Dazu setzt man im Frühjahr zwischen März und April einen einzelnen Samen pro Anzuchttopf in eine Tiefe von einem bis zwei Zentimeter ein. Die Umgebungstemperatur sollte mindestens 18 Grad Celsius betragen, jedoch sind Temperaturen zwischen 22 bis 24 Grad Celsius ideal für die Keimung. Empfehlenswert ist die Platzierung der Anzuchttöpfe auf einer Fensterbank. Nach fünf bis zehn Tagen lassen sich bereits erste Sämlinge erkennen. Sind die ersten Laubblätter zu sehen, so können die jungen Melonenpflanzen in größere Töpfe umgesetzt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass man die Wurzeln der empfindlichen Pflanzen nicht beschädigt.

Melonenpflanzen kaufen

Die bequemere Methode ist der Kauf bereits vorgezogener Melonenpflanzen aus dem Gartencenter. In dem Fall pflanzt man die erworbenen Pflanzen im Zeitraum zwischen Mai bis Juni direkt in das Freiland aus. Der Vorteil dieser jungen Gewächse ist, dass sie oftmals auf speziellen Unterlagen für Kürbisse veredelt wurden und damit weniger anfällig für verschiedene Erkrankungen der Wurzeln sind. Ein Nachteil stellt ihr Preis dar, da vorgezogene Jungpflanzen um ein Vielfaches teurer sind als Samen.

Pflanzen der Melone im Freiland

Der eigentliche Pflanzvorgang der Melonen ist einfach. Dazu werden die Jungpflanzen mit einem geeigneten Abstand zueinander in das Beet gesetzt. Dabei sollten pro Melonenpflanze etwa ein bis zwei Quadratmeter eingerechnet werden, damit diese auch über einen ausreichenden Platz für ihr Wachstum verfügt.

Pflanzen der Melone im Topf

Möchte man die Melone jedoch nicht in ein Beet pflanzen, sondern auf einen Topf zurückgreifen, sollte man dabei beachten, dass sich hier die Erde zwar schneller erwärmen kann als es im Freiland der Fall ist, sie jedoch ebenso schneller austrocknet. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, einen möglichst großen Topf auszuwählen und die Melone regelmäßig mit Wasser zu versorgen. Weiterhin ist es sinnvoll, den Topf nicht in die pralle Sonne zu stellen, da dann der Boden innerhalb kürzester Zeit austrocknen kann.

Pflege

Für die Wasserversorgung eignet sich insbesondere Regenwasser. Beim Gießen sollte jedoch beachtet werden, dass das Wasser nicht auf die Blätter gegossen werden darf, da dies Pilzerkrankungen zur Folge haben kann. Die Melonenpflanze sollte mäßig gegossen werden, der Boden sollte vor Einsetzen der Pflanzen gut gedüngt worden sein. In diesem Fall ist es ausreichend, wenn man die Pflanzen kurze Zeit vor ihrer Blüte als auch unmittelbar vor der Fruchtbildung erneut mit Dünger versorgt. Empfehlenswert ist hier ein herkömmlicher Gemüsedünger.

Optimal ist es, wenn die Pflanzen in die Breite wachsen kann. Um dies zu erreichen, sollte der Haupttrieb nach dem sechsten Pflanzenblatt gekappt werden, da sich die Pflanze dann verzweigen und viele Blüten ausbilden kann. Befinden sich die Melonenpflanzen in einem Gewächshaus, so sollte dies vorwiegend offenstehen, um so den Bienen und anderen Insekten das Bestäuben der Pflanzen zu ermöglichen.

Schneiden

Im Juni sollten die Melonenpflanzen entspitzt werden. Hierbei wird die Spitze des Haupttriebes nach jedem fünften Blatt abgeschnitten, während die Seitentriebe nach jedem achten bis zehnten Blatt gekürzt werden. Durch diesen Vorgang können sich Verzweigungen bilden, an denen im Anschluss die weiblichen Blüten wachsen können. Um der Melonenpflanze zu ermöglichen, dass diese all ihre Energie sowie die Nährstoffe in das Wachstum der Früchte investieren kann, sollten im Sommer alle Blätter bis auf zwei oder drei an den erwähnten Verzweigungen entfernt werden. Sobald die Melonen größer werden, können auch die Triebspitzen abgeschnitten werden.

Im Gewächshaus können die Melonenpflanzen bis unter das Dach ranken, jedoch sollten alle Seitentriebe bis auf eine Höhe von 80 Zentimeter entfernt werden. Jede Pflanze sollte über maximal fünf Früchte verfügen, damit diese optimal gedeihen können.

Ernte

Sobald die Blätter der Melonenpflanze verwelken und sich ein angenehmer Melonenduft ausbreitet, sind die Früchte reif. Dies ist für gewöhnlich ab Ende Juli oder Anfang August der Fall. Man kann dies zusätzlich überprüfen, indem man von außen auf die Melone klopft. Gibt diese einen dumpfen, tiefen Ton von sich, kann man sie definitiv ernten. Zuckermelonen bilden zudem im reifen Zustand meistens einen kreisförmigen Riss rund um ihren Stielansatz aus.

Für die Ernte werden die Früchte mit einem scharfen Messer von der Staude abgeschnitten. Der Stängel wird an der Frucht belassen, da die Melone dadurch länger haltbar ist.

Lagerung

Die Lagerung unterscheidet sich bei den verschiedenen Melonensorten. Wassermelonen sollten bei sieben bis zehn Grad Celsius gelagert werden und sind dann bis zu vier Wochen haltbar. Netzmelonen können innerhalb eines Monats verzehrt werden, wenn diese bei sieben bis zehn Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Cantaloupe-Melonen sind nicht sehr lange haltbar und sollten daher unmittelbar verbraucht werden.

Krankheiten und Schädlinge

Melonenpflanzen können innerhalb weniger Tage absterben, wenn diese von Pilzkrankheiten, wie zum Beispiel der Fusarium-Welke, befallen werden. Diese bilden sich insbesondere als Folge von zu hoher Luftfeuchtigkeit oder Staunässe. Daher sollte grundsätzlich auf einen ausreichenden Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen geachtet werden. Außerdem ist es ratsam, Melonen nicht dort anzubauen, wo man bereits im Vorjahr Kürbisgewächse kultiviert hat.

Insbesondere Honigmelonen, die im Freiland kultiviert werden, sind anfällig für Pilzkrankheiten. Zur Vorbeugung kann im Abstand von zwei Wochen an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Schachtelhalmjauche gespritzt werden. Weiterhin besteht bei Zuckermelonen die Gefahr eines echten sowie falschen Mehltaus. Diesen kann man vermeiden, indem man sich für den Anbau von resistenteren Sorten entscheidet, wobei allgemein ein Fruchtwechsel von mindestens vier Jahren sinnvoll ist. Zusätzlich kann die Widerstandsfähigkeit des Laubes gefördert werden, indem man dies regelmäßig mit Schachtelhalmtee versorgt. Kultiviert man die Melonenpflanzen in einem Gewächshaus, so besteht die Gefahr eines Befalls mit Blattläusen. Der Einsatz von natürlichen Fressfeinden, wie zum Beispiel Marienkäfern oder Florfliegen, ist hier zur Bekämpfung geeignet.

Generell lässt sich jedoch feststellen, dass insbesondere die Wassermelonen in trockenen und warmen Regionen eine gute Gesundheit aufweisen.

Expertentipp

Bei der Anzucht kann es hilfreich sein, wenn die Anzuchttöpfe immer über eine ausreichende Bodenwärme verfügen. Zum Beispiel kann man die Heizung unter dem Fensterbrett anschalten, wenn die Töpfe darauf platziert wurden. Eine weitere Option ist die Verwendung einer Styroporplatte, welcher unter die Anzuchttöpfe gestellt wird.

Sobald die ersten Melonenfrüchte zu erkennen sind und weiterwachsen, sollte man diese auf Holzplatten oder Stroh betten. Auf diese Weise vermeidet man, dass ihre Liegefläche faulig wird. Wird zusätzlich regelmäßig das Unkraut um die Melonenpflanzen herum gejätet, so sorgt man damit für eine ausreichende Luftzirkulation zwischen den Pflanzen.

Häufig gestellte Fragen

Ist es möglich, die Früchte der Melonenpflanze zu konservieren?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Konservierung von Melonen, welche jedoch bei uns selten zum Einsatz kommen. Beispielsweise lässt sich die Rinde der Wassermelonen einlegen und kandieren, sobald man die harte Außenschale entfernt hat. Der Saft der Wassermelone wird in Russland zu Schnaps vergoren oder auch gerne zu Sirup verkocht. In Indien oder auch Ländern im Nahen und Mittleren Osten röstet man die Samen der Wassermelone oder fügt diese beim Backen von Brot hinzu. Unterschiedliche Rezepte, bei denen die einzelnen Bestandteile der Wassermelone zum Einsatz kommen, lassen sich im Internet finden.

Wie viele Melonenfrüchte lassen sich aus einem einzelnen Samen gewinnen?

Die Anzahl der letztendlich aus einem Samen gewonnen Melonen ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Die Keimfähigkeit liegt grundsätzlich bei 80 Prozent. Erhält die Melonenpflanze die optimale Versorgung, profitiert von ausreichendem Licht, der benötigten Wärme sowie einer guten Nährstoffzufuhr und wird zusätzlich vorbeugend gegen Krankheiten und Schädlingsbefall gepflegt, so ist es möglich, pro Samen mehrere Melonen zu ernten. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass sich maximal zwei bis fünf Melonen an einer Pflanze befinden, damit diese sich auch optimal entwickeln können und die Pflanze nicht überfordert wird.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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