Obstbäume sind bereits seit Jahren ein fundamentaler Teil vieler heimischer Gärten. Die Pflanzen sind langlebig und resistent gegenüber Hitze und Kälte. Allerdings werden sie hin und wieder von Krankheiten befallen, sodass die Ernte und gelegentlich auch das Leben der Bäume in Gefahr ist. Um Schlimmeres zu verhindern, sollten Hobbygärtner die Anzeichen typischer Obstbaumkrankheiten kennen.
Bekannte Krankheitserreger
Zu den bekanntesten Auslösern von Krankheiten an Obstbäumen zählen Viren, Bakterien und Pilze. Aufgrund ihrer mikrobiologischen Größe reicht das eigene Auge meist nicht aus. Aus diesem Grund ist es meist nur möglich, sie an den typisch sichtbaren Schäden am Stamm, an den Blättern und an den Zweigen zu erkennen.
Insgesamt existieren über 100 verschiedene Obstbaumkrankheiten. Um den Überblick zu erleichtern, nennen wir in diesem Beitrag nur die häufigsten Gefahren für Obstbäume.
Rußtau
Für diese Krankheit ist der Pilz Capnodiales verantwortlich. Insbesondere Äpfel, Birnen, Kirschen und Pflaumen leiden unter diesem Befall. Dabei taucht er häufig in Kombination mit Honigtau im Spätsommer auf. Bekannte Anzeichen sind braun-schwarze Verfärbungen auf der Blattfläche. Ist der Befall sehr groß, sterben die Blätter ab.
Rußtau befällt im Sommer zwar recht viele Bäume, allerdings zählt er zu den weniger gefährlichen Obstbaumkrankheiten mit geringen Folgeschäden.
Scharka
Diese Viruskrankheit befällt vorzugsweise Steinobst wie Pfirsiche, Pflaumen, Zwetschgen, Nektarinen und Aprikosen. Den Virus erkennt man an den oliv-grünen Ringen auf den Blättern, die sich ab etwa Mitte Mai zeigen. Als Folge bilden sich pockenartige Senkungen, die dazu führen, dass das Blattgewebe abstirbt.
Darüber hinaus können sich auch die Früchte der Bäume infizieren. Sie fallen dann vorzeitig vom Baum. Scharka wird von Blattläusen übertragen, gegen die die allseits beliebten Marienkäfer eingesetzt werden können.
Kräuselkrankheit
Wie der Name bereits vermuten lässt, sind gekräuselte Blätter das entscheidende Anzeichen dieser Krankheit. Anschließend verfärben sich die Blätter weiß-grün und fühlen sich zum Ende wie Gummi an und werden brüchig. Im Frühjahr können auch hellgrüne oder rote Blasen auftreten.
Ein Baum sorgt zwar für einen gesunden Neuaustrieb, dennoch kann er, falls die Krankheit vermehrt auftritt, teilweise absterben. Solange die Temperaturen über 16 Grad liegen, sind die Bedingungen für diese Pilzkrankheit ungünstig.
Apfelschorf
Für diese Krankheit ist der Schlauchpilz Venturia inaequalis verantwortlich. Nach einer Infektion zeigen sich auf den Blättern oliv-grüne Flecken, die später eine braune bis schwarze Farbe annehmen. Anschließend fallen die Blätter ab. Wird ein Baum von dieser Krankheit befallen, haben es auch andere Erreger leichter in ihn einzudringen.
Feuerbrand
Diese Krankheit ist für Obstbäume eine der gefährlichsten. Verantwortlich ist das Bakterium Erwinia amylovora, das vorzugsweise an Zugvögeln, Insekten oder auch an Menschen anhaftet und bei Kontakt den Baum infiziert. Charakteristisch für das Krankheitsbild sind schwarz-braune Triebe und Blätter, die anschließend vertrocknen.
Die Gefahr einer Infektion besteht zwischen dem Frühjahr und dem Herbst. Die idealen Temperaturen für einen Ausbruch dieser Krankheit liegen bei über 20 Grad Celsius. Für die Verbreitung spielt zusätzlich das Alter und die aktuelle Baumgesundheit eine wichtige Rolle. Da auch kontaminiertes Pflanzenmaterial die Krankheit verbreiten kann, entpuppen sich Komposthaufen oft als Infektionsherde.
Apfelmehltau
Der Pilz Podosphaera leucotricha löst den bekannten Apfelmehltau aus. Kennzeichen sind die weiß-mehligen Verfärbungen. Betroffen sind ausschließlich Apfelbäume, vor allem jedoch die jungen Blätter und Triebe. Darüber hinaus kann er sich auch auf die Äpfel ausbreiten. Infizierte Pflanzenteile vertrocknen nach einiger Zeit.
Der kritische Zeitraum für diesen Befall liegt zwischen Mai und Juni. Der Pilz bevorzugt im Gegensatz zu anderen eine trockene Umgebung und sommerliche Temperaturen von 20 bis 25 Grad.
Expertentipp
Einige Obstbaumkrankheiten wie der Feuerbrand oder die Scharka sind meldepflichtig. Bei verdächtigen Symptomen sollte jeder Hobbygärtner das Pflanzenschutzamt informieren.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare