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Kübel- / Balkonpflanzen

Olivenbaum richtig schneiden

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Olivenbaum richtig schneiden

Der Olivenbaum ist eine typische mediterrane Pflanze, die in unseren Breitengraden oft als Kübelpflanze anzutreffen ist. Kultiviert wird der Ölbaum schon seit vielen tausend Jahren und hat seitdem nichts an seiner Attraktivität als Nutz- und Ziergehölz verloren.

In der Natur können diese Bäume mehr als 1000 Jahre alt werden und dabei eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen. Als Kübelpflanze wird der Olivenbaum jedoch selten höher 1,5 m. Doch je älter die Bäume werden, umso mehr gewinnen sie an Attraktivität und Ausstrahlung.

Damit der Olivenbaum als Ziergehölz im Kübel eine dichte und gleichmäßige Krone ausbildet und mit seinem schönen Wuchs ein Hauch von Mittelmeer in den eigenen Garten bringt, muss er mit dem richtigen Schnitt in Form gebracht werden.

Dient er in südlichen Gefilden indes als Fruchtgehölz zur Ernte seiner so schmackhaften und gesunden Früchte, ist eine andere Schnitttechnik notwendig als beim Bäumchen im Kübel.

Der richtige Schnittzeitpunkt

Olivenbäume lieben einen sonnigen und warmen Standort. Sogar große Hitze macht diesen mediterranen Gehölzen nichts aus. Bei uns müssen die kleinen Bäumchen daher die kalte Jahreszeit in einem frostfreien Winterquartier verbringen. Nur dort, wo im Winter 5° C nicht unterschritten werden, können Olivenbäume im Freiland ausgepflanzt werden.

Die ideale Zeit zum Schneiden des Olivenbaums ist daher das Frühjahr. Geschnitten werden sollte, bevor der Baum erneut austreibt.

Soll sich der Baum weiter verzweigen, kann ein zusätzlicher Formschnitt im Sommer erfolgen. Ideal ist dafür die Zeit rund um den Johannistag am 24. Juni.

Grundsätzlich sollte der Olivenbaum nur an sonnigen und relativ warmen Tagen geschnitten werden. Olivenbäume sind zwar sehr schnittverträglich, doch ein Schnitt an einem warmen und sonnigen Tag schont den Baum.

Der Schnitt im Frühjahr

Dient der Olivenbaum ausschließlich dekorativen Zwecken, kann beim Schnitt nicht allzu viel passieren. Olivenbäume sind robust und vertragen einen Schnitt ausnehmend gut. Nur wenn auch eine Olivenernte erzielt werden soll, ist der Rückschnitt ein wenig komplizierter.

Der Rückschnitt im Frühjahr kann durchgeführt werden als:

  • Erhaltungsschnitt
  • Erziehungsschnitt
  • Innerer Kronenschnitt

Der Erhaltungsschnitt

Der Erhaltungsschnitt
Beim Erhaltungsschnitt werden lediglich abgestorbene und kranke Teile des Olivenbaums entfernt. Außerdem können dabei auch alle Triebe entfernt werden, die sich direkt am Stamm, oder im Wurzelbereich des Baumes gebildet haben.

Ein reiner Erhaltungsschnitt wird idealerweise im Frühjahr nach der Winterruhe und noch vor der Blüte durchgeführt, kann aber notfalls das ganze Jahr über erfolgen.

Erziehungsschnitt und innerer Kronenschnitt

Erziehungsschnitt und innerer Kronenschnitt
Erziehung- und innerer Kronenschnitt sind Formschnitte, die dazu dienen den Baum in die gewünschte Form zu bringen und eine perfekte Krone auszubilden. Beide Schnittvarianten werden im Frühjahr ausgeführt und können gleichzeitig mit dem Erhaltungsschnitt erfolgen.

Bei Bedarf können Erziehungs- und innerer Kronenschnitt im Sommer wiederholt werden.

Beide Schnittvarianten sollten zunächst einmal gut vorgeplant werden, damit sich der Olivenbaum tatsächlich in die gewünschte Form entwickelt. Dabei werden zunächst einmal alle Triebe entfernt, die über Kreuz oder nach innen wachsen.

Triebe aus dem Vorjahr sollten so gekürzt werden, dass alle Blätter ausreichend Licht erhalten. So wächst die Krone des Olivenbaums schön dicht. Grundsätzlich sollten die Haupttriebe des Baums immer länger sein als seine Seitentriebe. Auf diese Weise erhält der Olivenbaum eine geordnete und gleichmäßige Krone.

Die Entwicklung einer dichten Krone fördern

Die Entwicklung einer dichten Krone fördern
Der Abstand zwischen den einzelnen Blättern ist bei Olivenbäumen von Natur aus recht weit. Ihrem natürlichen Wuchs entsprechend, bilden Olivenbäume daher eher lichte Kronen. Dieses Merkmal ist für die Blüten- und Fruchtbildung wichtig.

Soll der Ernteertrag möglichst groß sein, wird das Merkmal einer lichten Krone bei Olivenbäumen durch einen entsprechenden Fruchtholzschnitt unterstützt und angeregt. Bei uns werden Olivenbäume jedoch in erster Linie als Ziergehölze kultiviert.

Zu diesem Zweck ist ein Hochstamm mit dichter Krone eine ideale und optisch schöne Wuchsform, die beim Olivenbaum jedoch nur über Jahre durch den richtigen Schnitt erreicht werden kann. Im ersten Jahr werden dazu lediglich der Haupttrieb auf die gewünschte Höhe gekappt, die unteren Seitenzweige entfernt und die zur späteren Krone gehörenden Seitenzweige gekürzt.

Ab dem zweiten Jahr werden die unteren Triebe direkt am Stamm abgeschnitten, während die oberen Seitenzweige gekürzt werden. So wird die Verzweigung der Triebe gefördert und nach ein paar Jahren wird der Olivenbaum eine dichte Krone entwickelt haben.

Kompletter Rückschnitt

Olivenbäume wachsen langsam. Dies gilt insbesondere in unseren Breitengraden. Ein radikaler Rückschnitt sollte daher nur in Ausnahmesituationen erfolgen. Nur wenn der Baum wirklich krank ist und nur noch durch einen vollständigen Rückschnitt zu retten ist, ist es ratsam diesen letzten Schritt zu wagen. Ein gesunder Olivenbaum sollte daher niemals komplett zurückgeschnitten werden.

Der Fruchtholzschnitt

Werden Olivenbäume zur Ernte angepflanzt, erhalten sie durch einen entsprechenden Fruchtholzschnitt zumeist eine Tellerkrone. Die besteht aus circa 5 kräftigen Seitentrieben, die sich gleichmäßig über die Krone des Baums verteilen, sodass sich die Krone nicht um einen Haupttrieb herum entwickelt. Der Leittrieb wird daher oberhalb der Seitenäste abgeschnitten.

Da Olivenbäume ihre Früchte ausschließlich an den im Vorjahr gebildeten Trieben bilden, werden die verbleibenden Seitentriebe um die Hälfte gekürzt. So wird der Baum dazu angeregt neue Seitentriebe auszubilden.

Um die Blüten- und Fruchtbildung zu unterstützen, ist eine möglichst lichte Krone wichtig. Daher werden alle Triebe, die ins Innere der Krone wachsen sowie solche, die senkrecht nach oben sprießen, entfernt.

Hat der Baum erst einmal die gewünschte Form angenommen, ist ein erneuter Formschnitt nur noch alle zwei bis drei Jahre notwendig.

Expertentipp

Die Haupttriebe des Olivenbaums sollten möglichst nicht geschnitten werden. Jeder Haupttrieb des Baumes ist direkt mit einer Hauptwurzel verbunden. Wird ein Haupttrieb abgeschnitten, geht gleichzeitig auch die dazugehörende Hauptwurzel ein. Der Baum wird daher durch einen solchen Schnitt enorm geschwächt.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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