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Pflanzenkrankheiten

Riesenbärenklau erkennen und bekämpfen

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Riesenbärenklau erkennen und bekämpfen - Ratgeber

Der Riesenbärenklau – eine gefährliche Pflanze

Wer durch die Wälder und Parks seines Wohnortes streift, wird ihm sicherlich schon einmal begegnet sein: dem Riesenbärenklau (lat. Heracleum mantegazzianum). Es handelt sich hierbei um eine invasive Pflanzenart, die eigentlich aus dem Kaukasus stammt und sich seit der Mitte des letzten Jahrhunderts vor allem in Mitteleuropa, vorwiegend in Österreich und Deutschland, mehr und mehr verbreitet. Die Pflanze selbst sieht von außen zwar nicht sonderlich gefährlich aus und ist mit einer Lebensdauer von circa zwei Jahren auch nicht sehr langlebig, doch ihr Pflanzensaft kann schwere allergische Haut- und Schleimhautentzündungen hervorrufen. Aus diesem Grund ist es für Naturfreunde wichtig zu wissen, woran die Pflanze zu erkennen ist und wie man sie effektiv bekämpfen kann.

Merkmale des Riesenbärenklaus

Merkmale des Riesenbärenklaus


Wie der Name schon sagt, handelt es sich beim Riesenbärenklau um eine gut sichtbare, große Pflanzenart, die üppig über der Grasnarbe wächst und ihre einzelnen Blüten wuchtig und ausgreifend in die Luft ragen lässt. Die Pflanze erreicht insgesamt eine Größe von drei bis fünf Metern und ist damit deutlich größer als andere Bärenklau-Arten und viele andere Gewächse. Da die Pflanze sehr ausladend gebaut ist, ist auch der Stängel eher einem Ast oder einem Stamm vergleichbar. Er kann bis zu zehn Zentimeter im Durchmesser betragen, ist von zahlreichen kleinen Haaren bedeckt und weist überall rote Flecken auf. Die Blüten sind mit 80 Zentimetern Durchmesser ebenfalls sehr ausladend und durch gewaltige Teller-Dolden gekennzeichnet. Die Größe der Blätter ist mit bis zu einem Meter Länge ebenfalls gewaltig.

Der Riesenbärenklau als Gefahr für die Gesundheit

Der Riesenbärenklau als Gefahr für die Gesundheit
Wer sich den Riesenbärenklau einmal ganz unbefangen anschaut, dem werden zunächst nur die riesigen Ausmaße aller Bestandteile der Pflanze auffallen. Auf den ersten Blick wirkt die Pflanze abseits ihrer imposanten Größe allerdings kaum gefährlich – doch dieser Eindruck täuscht. Da die Gefahr vorrangig vom Pflanzensaft ausgeht, der sich in den Adern der Pflanze befindet, sollte das auffallende Erscheinungsbild nicht dazu verführen, das Gewächs zu berühren. Kommen nämlich nur ein paar Spuren des Saftes mit der Haut in Berührung, wird unmittelbar die nahezu ätzende Wirkung desselben augenfällig. Der Pflanzensaft zerstört zunächst die oberste Schutzschicht der Haut, was zu verbrennungsähnlichen Hautirritationen und später zur Bildung nässender Bläschen führen kann, die erst nach Wochen wieder abklingen.

Wer besonders stark auf die Wirkungen des Pflanzenextraktes anspricht, der bekommt es wahrscheinlich auch mit anderen schwerwiegenden Symptomen in Folge der Reaktionen des Körpers auf die entsprechenden Stoffe zu tun. Neben Kreislaufproblemen und Schweißausbrüchen kann der Kontakt mit dem Riesenbärenklau sogar zu Atemnot, Fieber und im schlimmsten Fall zu allergischen Schockreaktionen führen, was einer ernstzunehmenden Gesundheitsgefährdung entspricht.

Riesenbärenklau – die Gefahr aus der Ferne

Riesenbärenklau - die Gefahr aus der Ferne
Wer nun denkt, dass es einfach reicht, die Berührung eines Riesenbärenklaus zu vermeiden, um sich gegen die Vergiftungserscheinungen zu schützen, der hat leider falsch gedacht. Denn insbesondere im Sommer, wenn die Tage heiß und trocken sind, verteilt die Pflanze ihre giftigen Stoffe (die sogenannten Furanocumarine) auch durch die Luft. Dadurch können selbst Personen, die sich in einiger Entfernung zu dem Bärenklau befinden, über die Atmung die Stoffe aufnehmen und sich vergiften. Da die Pflanze außerdem winterhart und auch sonst eher genügsam ist, kann der Riesenbärenklau auch dort angetroffen werden, wo man ihn zunächst vielleicht nicht vermutet.

Wie bekämpfe ich Riesenbärenklau?

Problematisch ist das Bekämpfen des Riesenbärenklaus vor allem, da er keine natürlichen Feinde besitzt. Um ihn wirksam zu bekämpfen, müssen Sie, vor allem, wenn er ausgewachsen ist, schwere Geschütze auffahren. Zunächst bedarf es einer ausreichenden Schutzkleidung. Lange Kleidung, Handschuhe und Gummistiefel, ja selbst ein Gesichtsschutz werden benötigt, um der Pflanze zu Leibe rücken zu können. Ungeschützt kann es bei Hautkontakt zu schweren Verbrennungen kommen.

Zunächst gilt es sich den Blüten anzunehmen, da diese mit ihren bis zu 100.000 Samen pro Blüte maßgeblich zur Verbreitung des Bärenklaus beitragen. Die Blüten werden wahlweise mit einer großen Gartenschere oder mit einer Machete abgetrennt. Ist dieser Schritt erledigt, so muss die ausgewachsene Pflanze bis zur Wurzel ausgegraben werden, da es ansonsten zur neuen Triebbildung und in kurzer Zeit zum erneuten Blühen des Riesenbärenklaus kommt. Als ideale Ausstechtiefe geben Gartenexperten eine Bodentiefe von ca. 10 bis 15 Zentimetern an. Idealerweise sollte der Bärenklau aber bereits bekämpft werden, bevor er ausgewachsen ist.

Der ideale Zeitpunkt, um den Bärenklau zu vernichten, liegt im Frühjahr, genauer zwischen April und Mai. Hier hat die Pflanze noch keine Samen ausgebildet, folglich läuft man beim Abschneiden der Blüte nicht Gefahr unbeabsichtigt Samen zu verteilen. Handelt es sich hingegen um einen großflächigen Bereich, der mit Riesenbärenklau bewachsen ist, so können etwa Herbizide zum Einsatz kommen, die die Staude bis zur Wurzel abtöten. Ein Einsatz derartiger Mittel bedarf allerdings einer genauen Information zu richtigen Anwendung, um einerseits keine Naturschutzauflagen zu verletzen und um andererseits ein effektives Ergebnis erzielen zu können.

Wie entsorge ich den Riesenbärenklau?

Um den Riesenbärenklau nachhaltig aus dem heimischen Garten verbannen zu können, sollten Sie ihn – zumal, wenn er ausgewachsen ist – nicht auf den hauseigenen Kompost werfen. Ausgestochene, kleine Pflanzen können einfach liegen gelassen werden, da sie ohne Verwurzelung und somit Grundwasserkontakt vertrocknen. Größere Exemplare sollten Sie stattdessen verbrennen, um die weitere Verbreitung der Pflanze durch Samenabgabe zu verhindern.

Expertentipp

Eine besondere Methode, um dem Riesenbärenklau beizukommen, ist die Verwendung von Salz. So kann, nach der Entfernung der Blüte und eines Teils des Stängels, in den verbleibenden Teil der Pflanze über den übriggebliebenen hohlen Stängelstumpf Kochsalz oder Streusalz eingeführt werden, welches bis zur Wurzel gelangt und die gesamte Pflanze absterben lässt.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich den Riesenbärenklau?

Wie der Name schon sagt, sind die Ausmaße dieser Pflanze in jeder Hinsicht gewaltig. Sowohl die Blüten, als auch der Stängel und der Blattdurchmesser sind von immenser Größe. Folglich ist es einfach die Pflanze zu identifizieren und sich somit ihrer Bekämpfung widmen zu können.

Welche Folgen hat der Kontakt mit einem Riesenbärenklau?

Bei Kontakt mit dem Pflanzensaft des Riesenbärenklaus wird die oberste Schutzschicht der Haut verletzt. Anschließende UV-Strahlung des Sonnenlichts kann dann zu schweren Verbrennungen der betroffenen Regionen führen. Die Verbrennungen äußern sich in der Regel in schmerzhafter Bläschenbildung.

Wie entsorge ich den Riesenbärenklau?

Bevor Sie den Bärenklau entfernen, stellen Sie sicher, dass Sie Schutzkleidung tragen. Anschließend trennen Sie zuerst die Blüte ab, ehe Sie den Rest der Pflanze samt Stängel 10 bis 15 Zentimeter tief ausgraben. Eine Entsorgung auf dem hauseigenen Kompost sollte vermieden werden, da es ansonsten zur weiteren Verbreitung der Pflanze via Samenausstoß kommen kann.

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