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Beetpflanzen

Rosen umpflanzen

Lars Reibemann

Veröffentlicht

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Was muss beim Umpflanzen von Rosen beachtet werden?

Rosen sind Pflanzen, an denen der Gartenfreund oft über Jahrzehnte, manchmal sogar ein ganzes Leben Freude hat. Jedes Jahr werden die Pflanzten stärker und die Blüten oft prachtvoller. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, dass die Rosen umgesetzt werden müssen, weil es zum Beispiel zu baulichen Veränderungen kommt, man umzieht oder der Garten neu gestaltet werden muss oder soll. Dann stellt sich die Frage, ob Rosen dafür überhaupt geeignet sind und auch an der neuen Stelle anwachsen und es schonend vonstattengeht. In einigen Fällen setzt man Rosen aber auch vor allem deshalb um, weil ihnen der bisherige Standort offensichtlich nicht behagt.

Können Rosen so einfach verpflanzt werden?

Es gibt Pflanzen, die ein Umsetzen explizit nicht vertragen und niemals am neuen Standort anwachsen werden. Rosen sind dabei eine positive Ausnahme. In der Regel lassen sich Rosen sogar gut umpflanzen, wenn man einige Faktoren bedenkt. Ein wichtiger Faktor ist aber auch das Alter der Rosen. Eine junge Rose wird sich am leichtesten umsetzen lassen. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass ihr Wurzelgeflecht noch nicht sehr ausgeprägt ist. Eine junge Rose wird man generell leichter umpflanzen können. Und auch der reine manuelle Aufwand ist natürlich nicht so groß, wenn noch keine jahrzehntealten tiefliegenden ausgeprägten Wurzeln im Erdreich vorhanden sind. Für das Umsetzen junger Rosen wird in der Regel noch der herkömmliche Garten Spaten ausreichen. Eine alte Rose nach Jahrzehnten an einem Platz verfügt quasi schon über Wurzeln tief im Boden wie ein alter Baum. Hier muss dann auch logistisch ein erheblich größerer Aufwand getrieben werden. In Einzelfällen muss man sogar mit einem Mini-Bagger anrücken, um wirklich an die tieferliegenden Wurzeln heranzukommen. Und dass die Rose am neuen Platz anwächst – mit dem Alter reduziert sich auch die Erfolgsquote. Eine Rose zählt ab einem Alter von 5 Jahren als “alt”.

Wann ist der beste Zeitpunkt für das Umpflanzen?

Wenn das Zeitfenster für eine Umsetzaktion nicht zu klein ist, sollte man mit dem Umsetzen bis zum Herbst warten. In dieser Zeit des Jahres ist einfach die Erfolgschance für ein erfolgreiches Umsetzen am Größten. Man sollte also nach Möglichkeit bis zum Oktober warten. Wichtig ist dabei, dass es noch keinen Bodenfrost gibt. Diese Zwischenzeit nach dem heißen Sommer und der kalten Jahreszeit ist am besten geeignet. In dieser Zeit hat die umgepflanzte Rose die besten Aussichten noch vor dem Frost Wurzeln auszubilden. Der Frühling ist nur die zweitbeste Option.

Wie setze ich Schritt für Schritt eine Rose um?

Generell gilt, dass Rosen-Wurzeln immer gerade in den jeweiligen Boden nach unten wachsen. Somit ist auch relativ einfach, die Rosen-Wurzeln dann zu lokalisieren und nun sorgsam auszugraben. Man muss einfach dem Trieb folgen und senkrecht unter dem Trieb die Rosen-Wurzel ausgraben. Eine Ausnahme bilden dabei alte und historische Rosen, die bereits ein umfangreiches und ausladendes Wurzelgeflecht gebildet haben.

Schritt 1: Neues Pflanzloch ausheben und präparieren

Das Pflanzloch sollte tief genug sein und eventuell mit spezieller Rosenerde aufgefüllt werden. Darüber hinaus sollte der Standort auch viel Sonne haben und sandig lehmig von der Beschaffenheit des Bodens sein.

Schritt 2: Die Rosentriebe müssen sehr weit zurückgeschnitten werden.

Der Grund dafür ist, dass die Versorgung der einzelnen Triebe für die Rose sehr kräftezehrend ist. Und gerade diese Leistung kann sie mit einem durch das Umpflanzen doch beeinträchtigten Wurzelwerk nicht leisten. Nach dem Anwachsen kann die Rose sich dann wieder erholen und neue Triebe aufbauen. Alle Triebe, die oberirdisch sichtbar sind sollen bis zu 40 cm Rest gekürzt werden. Um Infektionen zu vermeiden, sollte dabei wie bei einer Operation auf sauberes Werkzeug (Rosenschere) geachtet werden.

Schritt 3: Vorsichtiges Ausgraben der Rose

Mithilfe eines herkömmlichen Spatens muss die Rose ganz vorsichtig aus dem Boden geholt werden. Dabei ist unbedingt zu vermeiden, dass die Wurzeln übermäßig verletzt werden. Bei jungen Rosenstöcken kann das durch weiträumiges Ausgraben rund um die Rose in einem Schritt erledigt werden. Bei alten Rosen mit einem weiten Wurzelgeflecht sollten Einzelschritte erfolgen. Unter Umständen können auch Teil der Wurzel abgetrennt werden, weil diese auch wieder am neuen Standort nachwachsen. Der komplette Wurzelballen muss dann möglichst in einem Zug aus dem Beet geholt werden.

Schritt 4: Wurzeln müssen zurückgeschnitten werden

Das beste Ergebnis ist immer, das die Wurzeln möglichst komplett an der Pflanze bleiben, damit auch nach dem Umsetzen genug gesunde Wurzeln die Versorgung der Rose auch am neuen Standort gewährleisten können. In der Praxis wird es aber so sein, dass auch Wurzeln beschädigt sind. Diese müssen dann gekürzt werden, um die gesunden Wurzeln zu unterstützen. Wurzeln wachsen nach.

Schritt 5: Die Rose muss schnell umgesetzt werden

Ohne langen Zeitverlust muss die ausgegrabene Rose in das Pflanzloch am neuen Standort umgesetzt werden. Die Wurzeln dürfen nicht lange an der Luft sein. Die Rose muss tief in das Pflanzloch eingesetzt werden. Die Rose muss dann vollständig mit Erde bedeckt werden. Dabei soll sie ungefähr 3-5 cm unter der Oberfläche liegen. Auch das verdickte Ende muss im Pflanzloch sein. Bis zum Umsetzen muss die Rose in einem Wassereimer gekühlt werden und darf nicht austrocknen.

Schritt 6: Pflanze großzügig wässern

Bis die Wurzel selbständig die Nährstoffversorgung der Rose sichern können, braucht die Rose mehr Wasser als normal. In der Regel soll gleich zu Beginn eine große Menge (10l) Wasser gegeben werden. In den darauffolgenden Wochen soll das beibehalten werden. Im Sommer muss natürlich noch mehr gegossen werden als im Herbst oder Frühjahr.

Schritt 7: Erdhügel bilden

Nach dem Umsetzen muss ein großzügiger Erdhügel zum Schutz der Rose angelegt werden, der die Rose (bis auf die Triebe) bedeckt. Man kann den Hügel auch belassen, bis er von der Witterung selbst abgetragen wird – im Herbst bis Frühjahr mindestens.

Expertentipp

es gibt unter Umständen eine Alternative zum Ausgraben und Umpflanzen. Diese empfiehlt sich vor allem bei sehr alten und auch wertvolleren Rosen, die also nicht einfach “nachgekauft” werden können. Sollte das Umpflanzen gar nicht möglich sein, lohnt es sich, die Rose durch Stecklinge zu vermehren und diese dann am neuen Ort auszusetzen. Ob das im Einzelfall möglich ist, sollte bei wertvollen Rosen evtl. ein Rosenfachmann begutachten.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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