Connect with us

Gemüsepflanzen

Sellerie anbauen

Veröffentlicht

auf

Sellerie anbauen

Schon im alten Ägypten wurde Wildsellerie bevorzugt als Arzneipflanze eingesetzt. Auch bei uns wurde Sellerie seit dem neunten Jahrhundert zu Heilzwecken angepflanzt. Mittlerweile ist er in vielen Gemüsegärten vertreten.

Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Knollen- sowie Schnittsellerie und dem Stangen- oder Bleichsellerie. Knollensellerie gehört zur Familie der Doldenblütler und erfordert eine sorgfältige Pflege sowie eine gute Wasserversorgung. Er gedeiht insbesondere in den salzhaltigen Marschen der Küsten in Mitteleuropa und kann abhängig von der jeweiligen Sorte eine Höhe von bis zu sechzig Zentimetern erreichen. Außerdem verfügt Knollensellerie über graubraune, flachrunde Knollen, welche ein Gewicht von bis zu 600 Gramm erreichen können. Diese sind unterirdisch zu finden und eignen sich zum Verzehr. Dank der enthaltenen herben und ätherischen Öle verleihen diese Knollen Gerichten wie Suppen oder unterschiedlichen Muschelspeisen ein würziges Aroma.

Anzucht

Anzucht


Sellerie wird für gewöhnlich zunächst vorgezogen und anschließend gepflanzt. Ab März kann mit der Anzucht der jungen Sprösslinge begonnen werden. In einem ausreichend warmen Gewächshaus oder auf der Fensterbank dauert diese etwa sechs bis acht Wochen. Bei Temperaturen von 16 bis 20 Grad Celsius kann dort die Aussaat unter Glas erfolgen. Sobald die Sämlinge beginnen zu keimen, sollte man diese etwas kühler stellen. Es ist wichtig, dass die Umgebungstemperatur nicht weniger als 15 Grad Celsius beträgt, da zu geringe Temperaturen das Schossen der Jungpflanzen begünstigen. Anfangs sollte nur sparsam gegossen werden. Sobald die Sämlinge eine ausreichende Größe erreicht haben, werden diese pikiert und in Pflanztöpfe gesetzt. Die Jungpflanzen können in das Beet gepflanzt werden, wenn diese kräftig genug sind und ein stabiles Wurzelwerk ausgebildet haben.

Der optimale Standort

Der optimale Standort
Sellerie gedeiht bevorzugt an sonnigen, jedoch nicht zu warmen Standorten. Der Boden sollte tiefgründig sowie humus- und nährstoffreich sein und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,5 aufweisen.

Pflanzung

Pflanzung
Die Pflanzung in das Beet sollte erst dann erfolgen, wenn es nicht mehr zu Spätfrösten kommt. Die sensiblen Jungpflanzen neigen bei zu niedrigen Temperaturen dazu, unerwünschte Blütenstände auszubilden. Damit sich die Knollen der Selleriepflanzen gut ausbilden können, sollten diese so hoch wie möglich in das Erdreich gesetzt werden. Werden diese zu tief eingepflanzt, so können sich die Wurzeln verformen oder es bilden sich Nebenwurzeln aus, welche die Qualität der Knollen negativ beeinflussen kann. Es ist empfehlenswert, die Pflanzen so tief in das Beet zu setzen, wie es beim vorherigen Pflanztopf oder im Anzuchtbeet der Fall gewesen ist.

Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte 50 x 50 Zentimeter betragen.

Pflege und Düngung

Erstmalig kultivierter Sellerie zählt als Starkzehrer und benötigt einen gut gedüngten Boden. Es ist sinnvoll, diesen in den Herbstmonaten mit Mist zu untergraben oder unmittelbar vor der Pflanzung mit Kompost anzureichern. Innerhalb der Kulturzeit sollte der Knollensellerie zweimal mit Dünger versorgt werden. Dafür eignet sich ein kalihaltiger sowie stickstoffreicher Dünger. Verfügt er jedoch über zu viel Stickstoff, so kann dies dazu führen, dass der Geschmack des Gemüses beeinträchtigt wird.

Weiterhin ist es ratsam, die Selleriepflanzen mit einem Gemisch aus Wasser und Meersalz zu gießen. Das Verhältnis sollte hier ein Esslöffel Meersalz auf drei Liter Wasser sein. Alternativ kann auch Kochsalz verwendet werden. Der Einsatz von kaliumreichen Dünger sorgt dafür, dass die Knollenbildung gefördert wird und diese eine ansprechend helle Farbe erhalten. Ab Juni sollten die Selleriepflanzen außerdem wöchentlich mit einer Pflanzenjauche gegossen werden. Hierfür eignet sich am besten Beinwelljauche.

Von Mitte August bis Anfang Oktober hat Sellerie den größten Wasserbedarf. Auf einen Quadratmeter sollten daher 15 bis 20 Liter Wasser eingerechnet werden. Um für eine gute Belüftung des Bodens zu sorgen, sollte man regelmäßig sorgfältig um die Pflanzen herumhacken. Dadurch wird zudem der Ausbreitung von Unkraut vorgebeugt. Knollensellerie gehört jedoch zu den Flachwurzlern, daher sollte ab Juli nicht mehr gehackt werden.

Ernte

Ende Oktober ist das Wachstum der Knollen abgeschlossen, daher sollte spätestens zu diesem Zeitpunkt geerntet werden. Erfolgt die Ernte später, so kann es bei Temperaturen ab minus drei Grad Celsius dazu kommen, dass die ausgewachsenen Knollen beschädigt werden. Zum Erntezeitpunkt sollte es trocken sein. Die Knollen dürfen auf keinen Fall gewaschen werden, da dann ein Befall von Pilzen oder anderen Schädlingen droht. Um die Knollen zu ernten, wird das Laub einfach abgedreht. Das Erntegut sollte nach Möglichkeit nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Die Blattfleckenkrankheit sowie der Sellerieschorf zählen zu den Krankheiten, welche für den Knollensellerie ein besonderes Risiko darstellen. Diese werden unter anderem über Samen übertragen. Die Ursache der Septoria-Blattfleckenkrankheit hingegen ist ein Pilz. Anzeichen dafür sind hellbraune Flecke mit schwarzen Punkten, welche sich sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite der Blätter befinden. Diese sorgen dafür, dass die Pflanze innerhalb kurzer Zeit absterben kann. Wird das Saatgut überlagert, so verringert sich dadurch das Infektionsvermögen des Pilzes und der Krankheit wird effektiv entgegengewirkt.

Bei feuchtem Wetter können die Sellerieknollen vom Sellerieschorf befallen werden. Dieser zeigt sich anhand rotbrauner aufbrechender Krusten, welche eine Dicke von bis zu zwei Millimetern erreichen können. Bei feuchter Witterung kann man die Selleriepflanzen daher zusätzlich zum Schutz mit Schachtelhalmbrühe besprühen.

Expertentipp

Während die Selleriepflanzen vorkultiviert werden, ist es empfehlenswert, die Erde am künftigen Standort im Freiland bereits mit Kompost oder geeigneten Düngemitteln anzureichern. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass er sich bereits vor der eigentlichen Pflanzen rechtzeitig absetzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Welche Selleriesorten gelten als besonders beliebt?

Die bekanntesten sowie beliebtesten Selleriesorten sind Ibis, Mentor, Monarch, Prinz sowie Bergers Weiße Kugel. Für mehr Variation im Sellerieanbau kann jedoch auch gesorgt werden, indem Stangensellerie wie Tall Utah oder Tango gepflanzt werden.

Welche Gemüsesorten eignen sich für die Pflanzung in unmittelbarer Nähe zum Sellerie?

Gemüsesorten, welche sich besonders gut mit Selleriepflanzen vertragen, sind zum Beispiel Spinat, Gurken, Lauch oder Kohlrabi. Außerdem gehören Buschbohnen, Kohl sowie Tomaten zu den geeigneten Nachbarn.

Welche Gemüsesorten sollten nicht in unmittelbarer Nähe zu Selleriepflanzen angebaut werden?

Zu den Gemüsesorten, welche sich nicht gut mit Selleriepflanzen vertragen, gehören zum Beispiel Kartoffeln, Kopfsalat und Mais.

Wie sollte geernteter Sellerie aufbewahrt werden?

Schlägt man die geernteten Knollen in feuchte Tücher oder Zeitungen ein oder lagert diese in Sand, so verlängert dies ihre Lagerzeit. Sobald die Knollen an Festigkeit verlieren, sollten diese schnellstens verzehrt werden. Dazu wird zunächst das Grün entfernt. Dieses wird anschließend gewaschen und klein geschnitten. Friert man es danach ein, kann es später für Suppen benutzt werden. Wird Knollensellerie eingefroren, nachdem dieser roh in Stücke geschnitten wurde, so reduziert dies seine Knackigkeit und beeinträchtigt den Geschmack. Dennoch eignet er sich auch in diesem Zustand noch für Suppen oder Soßen.

Größere Mengen Stangensellerie können auch langfristig gelagert werden, wenn diese mitsamt ihrer Wurzel in eine Zeitung eingeschlagen werden und man ihn aufrecht dicht nebeneinander in einem Behältnis lagert und dies an einem kühlen Ort stellt. Das Behältnis wird zu einem Viertel mit leicht feuchtem Sand gefüllt. Auf diese Weise kann Stangensellerie bis zu zwei Monate lang aufbewahrt werden.

5/5 - (3 Bewertungen)

Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?


Bildquellen:

© www.istockphoto.com/YuriyS
© www.istockphoto.com/Rouzes
© www.istockphoto.com/Avdeev_80
© www.istockphoto.com/YuriyS

Klicken Sie, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Die neusten Kommentare

Gerade populär