Die Clematis ist allgemein als klassische Kletterpflanze bekannt. Ihre herrlichen Blüten lieben die Sonne, doch an ihrem Fuß benötigt die Clematis schattige Verhältnisse. So unterschiedliche Lichtverhältnisse sind automatisch gegeben, wenn die Clematis als Kletterpflanze Spaliere oder Hauswände emporklimmt.
Anders sieht es aus, wenn die Clematis als Bodendecker wachsen soll. Am Boden sind andere Lichtverhältnisse gegeben, sodass nur ganz spezielle Sorten der Pflanze dazu geeignet sind.
Robustheit ist gefragt
Warum sollte eine Pflanze, die wie die Clematis an Spalieren und Hauswänden emporklettern kann, sich nicht auch kriechend über den Boden ausbreiten können? Grundsätzlich kann die Clematis dies auch, doch längst nicht alle Sorten eignen sich als bodendeckende Pflanze.
Ihre herrlichen Blüten sind das Markenzeichen der Clematis. Ihre volle Schönheit entwickeln die Blüten jedoch nur, wenn sie genug Sonne erhalten. Ganz andere Bedürfnisse hat der Fußbereich der Pflanze. Die Clematis bevorzugt einen beschatteten Standort und gedeiht am besten, wenn der untere Pflanzenbereich im Schatten steht, während die höher gelegenen Blüten die volle Sonne genießen können.
Um als Bodendecker zu wachsen, sind diese Bedürfnisse nicht gerade optimal. Bodendeckende Arten müssen so robust sein, dass sie sich gleichermaßen in schattigen und sonnigen Bereichen des Gartens wohlfühlen.
Die meisten Clematis-Arten eignen sich nicht als bodendeckende Pflanze, denn sie sind dafür viel zu anspruchsvoll und empfindlich in Bezug auf ihre Sonnenlichtverträglichkeit. Doch einige wenige Clematis-Sorten sind robust genug, um auch am Boden mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen zurecht zu kommen und zeigen die notwendige Standorttoleranz, um als Bodendecker gut zu gedeihen.
Als Bodendecker geeignete Arten

Nur wenige Sorten der Clematis können als Bodendecker gepflanzt werden. Dazu gehören:
- Teppich-Waldrebe „Praecox“
- Teppich-Waldrebe „Stanislaus“
- Clematis „Arabella“
- Clematis Integrifolia „Arabella“
Außerdem eignen sich einige Sorten der Clematis viticella (italienische Waldrebe) als Bodendecker.
Teppich-Waldrebe „Praecox“
Die Teppich-Waldrebe „Praecox“ ist eine Clematis-Sorte, die sowohl als Kletterpflanze, als auch bodendeckend eingesetzt werden kann. Sie gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten und zeigt von Juli bis September ihre schönen hellblauen Blüten.
Diese Clematis-Sorte fühlt sich vor Gehölzen oder im Schatten von Bäumen besonders wohl und wächst teppichartig über den Boden. Daher eignet sie sich auch gut zur Begrünung von Böschungen.
Teppich-Waldrebe „Stanislaus“
Die Clematis „Stanislaus“ bringt von Juli bis September eine Vielzahl bläulich-weißer Blüten hervor, die ein wenig größer sind als die Blüten der Sorte „Praecox“. Ihre Triebe sind jedoch kürzer als die der Clematis „Praecox“, sodass sie insgesamt einen krautigen Wuchs entwickelt. Diese Teppich-Waldrebe ist absolut winterhart und eignet sich ideal als Unterbepflanzung von Gehölzen.
Clematis „Arabella“
Die Clematis „Arabella“ ist ein wenig lichtempfindlicher als die Sorten „Praecox“ und „Stanislaus“, denn der Fuß der strauchartig wachsenden Pflanze sollte immer beschattet und kühl sein. Dafür begeistert die Sorte „Arabella“ mit der sehr langen Blühphase ihrer blauvioletten dekorativen Blüten.
Clematis Integrifolia „Arabella“
Die Sorte Clematis Integrifolia „Arabella“ ist eine wirklich vielseitig verwendbare Clematis-Sorte. Sie kann gleichermaßen gut als bodendeckende Pflanze oder als Kletterpflanze verwendet werden. Auch im Kübel gedeiht diese Sorte sehr gut. Clematis Integrifolia „Arabella“ hat ebenfalls eine ausdauernde Blühphase und ist mit ihren lilafarbenen Blüten sehr dekorativ.
Expertentipp
Wird die Clematis als Bodendecker gepflanzt, muss sie normalerweise nicht zurückgeschnitten werden. Erreicht sie dabei jedoch Zäune oder Mauern, an denen sie emporklimmen kann, wird sie sich weiter nach oben ausbreiten.
In diesem Fall muss der Bereich, in dem die Clematis als Bodendecker wachsen soll, durch einen entsprechenden Rückschnitt begrenzt werden.
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