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Exotische Pflanzen

Elefantenfuß umtopfen

Lars Reibemann

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Der Elefantenfuß ist eine sehr beliebte Zimmerpflanze. Der Grund die Beliebtheit des mexikanischen und amerikanischen Wüstenbewohner liegt vielleicht an den Kontrasten der Pflanze, die einem Betrachter sofort auffallen: Die Kombination des hellbraunen, klobigen Stammes und der filigranen, hellgrünen Blätter fasziniert. Vielleicht ist er aber auch so beliebt, weil er so pflegeleicht ist und viele Pflegefehler verzeiht. Wird das Gießen einmal vergessen, macht das dem Elefantenfuß nicht viel aus. Doch auch wenn der Elefantenfuß als sehr einfach in der Pflege und als genügsam gilt, muss er von Zeit zu Zeit umgetopft werden.

Die Heimat des Elefantenfußes

Die bekannte Zimmerpflanze kommt nicht vom selben Ort wie das graue Tier mit dem großen Rüssel, nicht einmal vom gleichen Kontinent. Der Elefantenfuß hat seinen Namen, weil der Stamm dem Fuß eines Elefanten ähnelt. Die bei uns so beliebte Zimmerpflanze kann in seiner Heimat, im Süden der USA und in Mexiko, bis zu neun Meter hoch werden und der Stamm kann einen Durchmesser von einem Meter erreichen. Nicht selten wird der Elefantenfuß in der freien Natur bis zu 100 Jahre alt. Er ist dort in trockenen Wäldern oder in Halbwüsten zu finden. Als Sukkulente kann der Elefantenfuß in seinem Stamm Wasser speichern.

In Mitteleuropa ist der Elefantenfuß eine sehr beliebte Zimmerpflanze. Er wird auch bei weitem nicht so groß wie in seiner Heimat. Er wächst nur sehr langsam und kann mehrere Jahrzehnte alt werden. Die maximale Größe als Zimmerpflanze beträgt etwa 1,5 Meter. Da er auch hier Wasser speichern kann, erträgt er es gut, wenn das Gießen einmal vergessen wird. Was er hingegen gar nicht verträgt, ist Staunässe. Der Elefantenfuß ist auch als mexikanischer Flaschenbaum oder als Wasserpalme bekannt.

Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen

Irgendeinmal ist es an der Zeit, den Elefantenfuß umzutopfen. Da er nur sehr langsam wächst, reicht es, dies alle drei bis fünf Jahre zu tun. Nach dem Umtopfen reagiert die Zimmerpflanze oft mit einem Wachstumsschub bevor sie es wieder gemächlicher nimmt mit wachsen. Das Umtopfen ist der ideale Zeitpunkt, ihm wieder neue Nährstoffe in Form von neuem Substrat zuzuführen.

Wer unsicher ist, ob es der Elefantenfuss tatsächlich umgetopft werden muss, hebt ihn am besten einmal aus seinem alten Topf. Besteht der Ballen fast nur noch aus Wurzeln und es hat kein Substrat mehr, ist es höchste Zeit für einen größeren Pflanztopf. Manchmal bekommt man aber die Pflanze nicht mehr aus dem Topf, weil die Wurzeln darin so dicht sind, dass sie den Topf mehr als nur ausfüllen.

Bei fast allen Zimmerpflanzen ist der Frühling der beste Zeitpunkt, um sie umzutopfen. Das ist beim Elefantenfuß nicht anders. Nach dem lichtarmen Winter erwachen die Pflanzen im Frühling allmählich und ihre Aktivität nimmt mit der wieder zunehmenden Sonneneinstrahlung zu. Da sich Verletzungen an den Wurzeln nie ganz vermeiden lassen, fällt es den Pflanzen im Frühling meist leichter, sich von solchen Schäden an ihren Wurzeln zu erholen und sich zu regenerieren.

Doch manchmal ist es gleich nach dem Kauf notwendig, den Elefantenfuß umzutopfen, weil die Pflanze in einem unansehlichen oder einfach in einem zu kleinen Topf steht. Wenn das notwendig sein sollte, ist es besser, das Umtopfen gleich nach dem Kauf zu erledigen und nicht bis zum nächsten Frühjahr zu warten.

Die Wahl des neuen Topfes

Der Elefantenfuß kommt in einer vergleichsweise eher flachen Schale gut zur Geltung, wo der unten verdickte Stamm gut zu sehen ist. Er macht ja einen Teil der Faszination der amerikanisch-mexikanischen Zimmerpflanze aus und darf durchaus betont und durch das Pflanzgefäß in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Elefantenfuß ist ein Flachwurzler und benötigt kein sehr tiefes Gefäß. Der neue Topf sollte ein Stück grösser als der alte sein, bevorzugt aus Keramik und nicht aus Kunststoff. Im Naturmaterial kommt es weniger zu Staunässe, die ein Elefantenfuß nur schlecht verträgt. Auf jeden Fall sollte die Schale ein Abzugsloch am Grund haben, wo überschüssiges Wasser abfließen kann.

Wie viel der neue Topf größer ist als der neue hängt auch davon ab, wie notwendig das Umtopfen war: Hatte der Elefantenfuß schon länger keinen Platz mehr im alten Topf und hat diesen mehr als nur ausgefüllt, kann der neue Topf ein gutes Stück größer sein als der alte. Wird umgetopft, weil die Zimmerpflanze Staunässe ausgesetzt war, reicht ein Topf, der nur ein klein wenig größer als der ursprüngliche Topf.

Vor dem Umtopfen

Ist die Topferde vor dem Umtopfen sehr trocken, erleichtert das die Arbeit des Umtopfens, da sich trockene Erde besser von den Wurzeln lösen lässt als angefeuchtete Erde. Deshalb ist es von Vorteil, beim letzten Gießen vor dem Umtopfen sehr zurückhaltend mit der Wassergabe zu sein.

Am einfachsten nimmt man die Pflanze aus dem alten Topf und schüttelt die Erde ab. Vorsicht: dabei möglichst wenig Wurzeln beschädigen. Das ist aber nicht immer ganz einfach, gerade wenn der ganze Ballen fast nur noch aus Wurzeln besteht. Manchmal kann die Pflanze gar nicht mehr aus dem alten Gefäß gehoben werden. Ist das der Fall und die Pflanze muss mit Gewalt vom alten Topf befreit werden, bleiben zwei Möglichkeiten:

  • mit einem scharfen Messer werden die Wurzeln vom Rand des Topfes gelöst. Dadurch werden aber die Wurzeln geschädigt
  • der Topf wird zerschlagen, wenn es ein Topf aus Keramik oder Ton ist; ist es ein Plastiktopf muss eine Gartenschere zur Hilfe genommen und der Topf zerschnitten werden

Kurz gesagt: man muss sich entscheiden, ob man den Topf zerstören will oder die Pflanze schädigen. Die Entscheidung ist sicher nicht immer einfach…

Die Wahl des Substrates

Normale Garten- oder Zimmerpflanzenerde ist nicht ideal für den Elefantenfuß, sie ist zu wenig durchlässig. Entweder man mischt zu einer normalen Zimmerpflanzenerde rund 30 Prozent Sand bei oder man verwendet spezielles Substrat für Sukkulenten oder Kakteen. Diese Erde ist mit ihren groben Bestandteilen ideal, damit das Wasser genügend abfließen kann und damit Staunässe verhindert wird.

Das Umtopfen

Unten in den neuen Topf wird vor dem Einpflanzen eine dünne Schicht Blähton oder Tongranulat hineingegeben. Diese Schicht sorgt mit dem geeigneten Substrat für eine möglichst gute Drainage im Pflanztopf, was für den Elefantenfuß sehr wichtig ist. Es kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig es ist, dass Staunässe verhindert wird. Sie führt dazu, dass die Wurzeln und der Stamm anfängt zu faulen. Ist dieser Punkt erreicht, kann der Elefantenfuß nicht mehr gerettet werden, und geht ein. Es ist der einzige Pflegefehler, denn diese Zimmerpflanzen nicht verzeiht.

Sind alle Vorbereitungsarbeiten durchgeführt und das geeignete Substrat gewählt ist, wird auf die Drainageschicht etwas Substrat gegeben, bevor der Elefantenfuß in den neuen Topf gesetzt wird. Danach frische Erde auffüllen und zwischendurch immer wieder den Topf schütteln, damit sich die neue Erde auch gut zwischen den Wurzeln verteilt. Zuletzt wird gegossen, dies aber mit Bedacht, damit das frische Substrat nicht gleich ausgespült wird.

Nicht sofort an die pralle Sonne stellen

Nach dem Umtopfen sollte der Elefantenfuß nicht gleich an die pralle Sonne gestellt werden. Die erste Zeit ist ein helles Fenster ohne direkte Sonneneinstrahlung ideal, wo er sich erholen kann. Nach etwa zwei Wochen beginnt die Gewöhnung an die Sonne. Es ist aber wichtig, die Pflanze nicht sofort den ganzen Tag an die Sonne zu stellen, das führt zu Blattverbrennungen.

Steht der Elefantenfuß am richtigen Standort?

Dabei stellt sich auch die Frage, ob der Standort vor dem Umtopfen noch der richtige Platz ist. Vielleicht passt er wegen des neuen Gefäßes oder weil er inzwischen eine gewisse Größe erreicht hat, dort gar nicht mehr richtig hin. Wenn sich ein anderer Standort besser für den Elefantenfuß eignen würde, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um ihn umzuplatzieren. Dabei ist auch die Frage entscheidend, wie viel Sonne der Elefantenfuß bekommt: er benötigt mindestens fünf Stunden Sonnenlicht pro Tag. Ein Fenster im Osten oder Westen ist ideal. Ist es ein Fenster im Süden, sollte die Pflanzen zwei bis drei Meter vom Fenster entfernt aufgestellt werden. Auch die herrschende Mindesttemperatur muss bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Tagsüber sind es 15 Grad Celsius, nachts 10 Grad Celsius. Die Maximaltemperatur beträgt 35 Grad Celsius.

Vermehren beim Umtopfen

Ein regelmäßiges Umtopfen führt nicht nur zu idealen Wachstumsbedingungen und eine gesunde Pflanze. Es können sich mit zunehmendem Alter des Elefantenfusses auch Seitentriebe bilden, mit denen er leicht vermehrt werden kann. Das kommt aber wirklich erst bei Pflanzen vor, die schon ein gewisses Alter erreicht haben. Will man vorher neue Pflanzen bleibt nur, entsprechende Samen im Handel zu kaufen.

Expertentipps

Folgende Tipps sorgen vor, während oder nach dem Umtopfen für einen schönen, gesunden Elefantenfuß, der lange Freude in die heimische Stube bringt:

  • Auch wenn der Elefantenfuß nicht umgetopft wird, lohnt es sich, die oberste Bodenschicht von Zeit zu Zeit zu erneuern. So werden der Pflanze neue Nährstoffe zugeführt und der Boden kann besser Wasser aufnehmen.
  • Beim Umtopfen ist darauf zu achten, dass die Wurzeln wirklich von sämtlicher, alter Erde befreit werden. Im alten Substrat können sich Bakterien und Pilze angesiedelt haben, die die Gesundheit des Elefantenfußes beeinträchtigen.
  • Hat sich Staunässe gebildet, ist rasches Handeln nötig. Dann muss der Elefantenfuß sofort umgetopft werden: das kann seine letzte Rettung sein. Wenn jedoch der Stamm bereits begonnen hat zu faulen, ist es auch dafür zu spät. Beim Umtopfen wegen Staunässe werden die Wurzeln von sämtlicher alter Erde befreit. Danach wird die Pflanze ohne Erde einige Stunden an die Sonne gelegt. So können die Wurzeln trocknen. Ist das Unglück im Winter geschehen, wenn es kalt ist, wird ein Föhn zur Hilfe genommen. Auf niedrigster Stufe werden die Wurzeln getrocknet. Nach dem Umtopfen in diesen Fällen, die Pflanze nicht – wie sonst üblich – gut angießen, sondern mit dem Gießwasser sehr zurückhaltend sein. Der Elefantenfuss muss sich zuerst von seinem gerade überstandenen Fußbad erholen.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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