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Stauden & Ziergräser

Lampenputzergras überwintern

Lars Reibemann

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Lampenputzergras mit seinen dekorativen Scheinähren ist der Liebling vieler Gärtner. Es ist dekorativ bis in den Herbst hinein und besticht oft noch durch eine beeindruckende Herbstfärbung, ist ausgesprochen pflegeleicht und bildet sowohl im Blumenbeet einen spannenden Kontrast als auch eine wunderbare Kulisse zu Solitärstauden. Im Kübel verschönert es Terrassen und Balkons. Gegenüber Schädlingen und Krankheiten ist es kaum anfällig. Wenn man weiß, wie es gemacht wird, kann man es auch prima überwintern.

Herkunft und Bedürfnisse des Lampenputzergrases

Jedenfalls aber hat es eine Pflanze, deren Standort ihre Bedürfnisse berücksichtigt, deutlich leichter, die Winterzeit zu überstehen.

Lampenputzergras ist ursprünglich in warmen Gegenden in Ostasien und Australien zu Hause. Es wächst in verschiedenen Arten auf sonnigen Wiesen und Savannen. Seinen Namen hat es von den Scheinähren, die ein wenig wie Lampenputzer oder auch wie Federn (daher der lateinische Name Pennisetum alopecuroides, Penna heißt Feder) aussehen. Es ist auch unter dem Namen ‚Federborstengras’ bekannt. Lampenputzergräser gehören zu den Süßgräsern. Das Gras wächst in Horsten. Je nach Art wird es zwischen 30 cm und 120 cm hoch. Wärme verträgt es ausgesprochen gut. Seinem natürlichen Standort entsprechend braucht Lampenputzergras einen sonnigen, geschützten Ort mit durchlässigem Boden. Viel Konkurrenz durch Bäume oder andere zu eng wachsende Pflanzen mag das Lampenputzergras nicht, dafür macht es sich als Solitärpflanze ausgesprochen gut. Auch in einem ausreichend großen Pflanzgefäß mit lockerer Erde ist es gut aufgehoben. Auch wenn das Lampenputzergras viel Sonne mag: Der Wurzelraum sollte nicht vollständig austrocknen – aber Staunässe mag das Lampenputzergras noch viel weniger. Die Arten sind unterschiedlich winterhart.

Überwinterung von Lampenputzergras

Grundsätzlich hat man zwei Möglichkeiten, das Lampenputzergras zu überwintern: im Haus oder im Freien. Da die meisten Lampenputzergrase nur bedingt frosthart sind, ist die Überwinterung im Freien etwas anspruchsvoller – im Haus stellt sie kein großes Problem dar.

Überwinterung im Haus

Die Überwinterung von Lampenputzergras, das ohnehin im Kübel wächst, ist denkbar einfach. Zum letzten Mal gedüngt wird das Ziergras Ende August. Dann haben die Triebe genügend Zeit, auszureifen. Vor dem ersten Frost wird das Pflanzgefäß mit dem meistens bereits angewelkten Süßgras hereingeholt an einen dunklen, frostfreien Ort. Ideal ist eine Temperatur zwischen 8 und 12 Grad. Die Garage, der Keller oder ein Treppenaufgang eignen sich hervorragend. Das Lampenputzergras ist robust, es macht ihm auch nichts, wenn geringe Mengen Licht hineinfallen. Auch mit Schädlingsbefall ist absolut nicht zu rechnen. Allerdings sollte das eingewinterte Gras regelmäßig auf Trockenheit und Fäulnis kontrolliert werden und gegebenenfalls gegossen werden.

Im Frühjahr muss die Pflanze dann langsam wieder ans Licht und etwas höhere Temperaturen gewöhnt werden, entweder an einem Fenster in einem wärmeren Raum oder im Frühbeet, oder indem der Kübel tagsüber hinausgestellt wird an ein warmes Plätzchen auf Balkon oder Terrasse, nachts aber wieder ins Haus geholt wird. Ab diesem Zeitpunkt wird auch wieder mäßig gegossen.

Im April oder Mai wird das Lampenputzergras dann bis auf eine Handbreit über dem Erdboden abgeschnitten und gedüngt. Danach darf es langsam wieder hinaus ins Freie.

Sind die Kübel zu klein geworden, kann man das Lampenputzergras in einem Arbeitsgang jetzt auch in größere Kübel umsetzen oder teilen und dadurch neue Pflanzen gewinnen.

Überwinterung im Freien

Die Überwinterung im Freien ist je nach Standort etwas problematischer. Ein geschützter Platz, am Besten an einer Hauswand, idealerweise noch leicht abschüssig, so dass überschüssiges Wasser abfließen kann … der erleichtert das Überwintern enorm. Doch mit ein paar Tricks sollte es auch bei nicht ganz so optimalen Bedingungen gelingen.

Trick 1: Am besten schon beim Pflanzen ans Überwintern denken. Kräftige Pflanzen, die genügend Platz haben und nicht im Konkurrenzkampf zum Beispiel mit Baumwurzeln stehen, überwintern besser. Eine gute Drainageschicht oder ein guter Wasserablauf verhindern, dass die Wurzeln faulen. Und ein geschützter Standort verhindert zu große Kälte.

Trick 2: Gerade im ersten Jahr nach der Pflanzung, wenn das Federborstengras sich an seinem Standort noch nicht so etabliert hat, braucht es etwas Winterschutz.

Trick 3: Ende August das Düngen aufhören, damit die Blätter widerstandsfähig durch den Winter kommen. Eine zu späte Düngung ruft lange, labbrige Triebe hervor, die eher Schaden nehmen.

Trick 4: Halme zusammenbinden. Schneidet man die Halme des Lampenputzergrases im Herbst nicht ab, sondern bindet sie zusammen, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Halme schützen das Gras vor kaltem Wind und damit vor Kälte. Aber sie schützen die empfindlichen Wurzeln auch vor Regen, so dass sie nicht so leicht zu nass werden.

Trick 5: Die Füße wärmen. Bekommt das Lampenputzergras im Herbst eine Mulchschicht aus Rindenmulch, Grasschnitt, Stroh, Reisig oder Ähnlichem, sind die Wurzeln besser vor der Kälte geschützt.

Trick 6: Mit Vlies umhüllen. Wenn die Maßnahmen noch nicht ausreichen, kann man die Pflanze mit Schutzvlies umhüllen. Das Vlies schützt vor Nässe und Kälte gleichermaßen.

Trick 7: Ein Dach bauen. Ist der Standort nicht günstig für den Winter, kann man dem Lampenputzergras auch ein Schutzdach bauen, aus Reisig, Tannenzweigen oder Bambusmatten je nach Größe des Grases. Das hat den Vorteil, dass das Gras nicht geknickt oder sonst wie eingeengt werden muss.

Trick 8: Im Winter nicht gießen. Das Lampenputzergras ist nicht immergrün und verdunstet daher im Winter auch nicht. Stattdessen schadet ihm zu große Nässe.

Trick 9: Erst, wenn kein Frost mehr droht, den Winterschutz abnehmen und dann auf eine Hand breit über dem Boden zurückschneiden und düngen.

Expertentipp

Das Lampenputzergras lässt sich hervorragend durch Teilen vermehren. Wenn man im Herbst den Horst ausgräbt und mit dem Spaten in mehrere Teile teilt und diese Teile dann in Kübel pflanzt, kann man das Lampenputzergras in diesen Kübeln wunderbar im Keller überwintern. Im Mai kann es dann einfach an einer neuen Pflanzstelle ausgepflanzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Arten sind für eine Kübelpflanzung geeignet?

Das Zwerg-Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides 'Little Bunny’ wird nur bis zu 30 cm hoch. Es ist schwachwüchsig und kann durchaus in Pflanzgefäße ab 3 Litern Fassungsvermögen gepflanzt werden. Allerdings muss es dann im Haus überwintert werden.

Ein sehr beliebtes Lampenputzergras ist auch das Kleine Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides 'Hameln'. Es wird 60 bis 80 cm hoch und hat eine wunderbare, goldgelbe Herbstfärbung. Die Scheinähren erscheinen auch bei nicht ganz so perfektem Sommer relativ zuverlässig. Interessant ist ihre sich ändernde Färbung. Zunächst sind sie blassrosa, später gelbbraun und dann rotbraun. Man kann es in Kübel und Pflanztröge ab 10 Litern Inhalt pflanzen. Auch Pennisetum alopecuroides 'Hameln' sollte im Fall einer Kübelpflanzung im Haus überwintert werden, während es ausgepflanzt relativ winterhart ist.

Können Winterschäden daran schuld sein, dass mein Lampenputzergras nicht blüht?

Die Antwort lautet ganz klar: ja. Ja, das kann passieren. Meistens ist der Grund aber ein anderer. Meistens ist ein zu kühler oder zu feuchter Sommer schuld an der Blühfaulheit des Süßgrases. Manchmal kann eine zu große Konkurrenz durch andere Pflanzen auch dafür sorgen, dass die Blüte ausfällt, zu große Trockenheit oder auch Staunässe.

Wann ist die Überwinterung beendet?

Im Prinzip endet die Überwinterung mit dem Rückschnitt im Frühjahr. Im Gegensatz zu anderen Stauden wird das Lampenputzergras nicht im Herbst, sondern im Frühjahr geschnitten, wieder hinausgestellt oder von seinem Schutz befreit und gedüngt.

Wann kann man das Lampenputzergras am besten teilen?

Lampenputzergras bleibt an einem Standort oft nur wenige Jahre attraktiv und beginnt dann zu vergreisen. Der beste Zeitpunkt zum Teilen des Grases ist das Frühjahr nach dem Überwintern. Hierzu wird der Wurzelballen aus dem Boden genommen und mit einem Spaten in mehrere Stücke geteilt. Diese werden dann neu eingepflanzt.

Welche beliebten Lampenputzergrasarten sind nicht winterhart?

Das rote Lampenputzergras Pennisetum advena 'Rubrum' besticht durch auffällig rot gefärbte Blätter. Es erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit, da es durch seine Färbung universell einsetzbar ist, sowohl als Kontrast zwischen anderen Gräsern als auch als Blickfang auf Terrassen und in Kiesgärten. Da es nicht winterhart ist, muss es im Haus überwintert werden.

Das afrikanische Lampenputzergras Pennisetum advena 'Fireworks' hat rot gestreifte Blätter und rosarote Scheinähren. Es ist erst recht kurz erhältlich, aber durch seine auffällige Färbung erobert es die Gärten im Sturm. Da es ebenfalls nicht winterhart ist, sollte es im Haus überwintert werden.

Eine weitere beliebte Sorte ist das weißbunte Lampenputzergras Pennisetum advena 'Sky Rocket®'. Es hat Blätter mit weißem Rand und rosa-braune Blüten. Achten Sie bei der Kübelbepflanzung auf jeden Fall auf eine ausreichende Drainageschicht, damit die Pflanzen keine Staunässe bekommen – denn auf die reagieren sie empfindlich, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Welche Arten von Lampenputzerart sind resistent gegen Trockenheit?

Die relativ neue Sorte ‚Schwarzes Lampenputzergras’ Pennisetum alopecuroides var. Viridescens ist relativ resistent gegen Trockenheit. Dabei besticht es durch die Scheinähren, die mit der Zeit immer weiter nachdunkeln, bis sie fast schwarz sind. Es wird 60 bis 90 cm hoch.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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