Lorbeer kennen wir vor allem in Form eines aromatischen Würzblattes, das als Beigabe zu Saucen und Suppen dient. Der Echte Lorbeer ist ein Busch oder bei guter Lage auch ein stattlicher Baum.
Lorbeer – Welche Arten gibt es?
Die Pflanzenklasse der Lorbeeren umfasst die Arten:
- Echter Lorbeer (Laurus nobilis)
- Azoren-Lorbeer (Laurus azorica)
- Laurus novocanariensis Rivas
Der Echte Lorbeer stammt aus der Mittelmeerregion und wird inzwischen auch bei uns kultiviert. Der Azoren-Lorbeer ist auf den Azoren, Madeira und den Kanarischen Inseln heimisch. Auf den Kanaren wächst außerdem die Sonderform Laurus novocanariensis.
Die Lorbeergewächse (Lauraceae) bilden eine noch größere Pflanzenfamilie: Weltweit gedeihen über 2000 Arten, die sich auf 50 Gattungen verteilen. In den Tropen gibt es besonders viele aromatisch Lorbeerbäume und -büsche.
Zu den bekanntesten Lorbeergewächsen zählen zum Beispiel auch die Zimtbäume (Cinnamomum verum und Cinnamomum cassia) und der Kampferbaum (Cinnamomum camphora). Zimt wird aus der Rinde oder den Blättern des Baumes gewonnen. Kampfer ist eine Zugabe zu Schnupfenmedizin, Erkältungsbädern oder Räucherungen.
Ein Lorbeerbaum für den Garten

In milden Lagen kann ein mediterraner Lorbeerbusch oder Lorbeerbaum auch bei uns ganzjährig draußen kultiviert und ins Erdreich gepflanzt werden. Der südeuropäische Baum mag allerdings keine Staunässe im Winter.
Ansonsten macht sich der Echte Lorbeer auch in einem Kübel wunderbar. Im Pflanzgefäß überwintert der Baum oder Busch am besten an einer sonnigen Hauswand oder in einem kühlen Gewächshaus.
Der Lorbeer ist pflegeleicht und kann bei zu üppigem Wuchs großzügig zurückgeschnitten werden.
Der „Lorbeer“, der keiner ist

Bei Lorbeer denken Gartenfreunde natürlich sofort auch an den Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Diese immergrüne Pflanze, die regional auch Pontische Lorbeer-Kirsche oder Lorbeerkirsch genannt wird gehört allerdings zu den Rosengewächse (Rosaceae). Botanisch betrachtet besteht keine Verwandtschaft zu den Lorbeeren. Kirschen zählen zwar auch zu den Rosengewächsen, aber auch sie haben nur sehr wenig Ähnlichkeit mit dem Kirschlorbeer.
Der Kirschlorbeer ist ein häufig in Gärten und Parks anzutreffenden Zierstrauch, der ursprünglich aus Kleinasien stammt.
Ganz anders als die würzigen und essbaren „echten“ Lorbeerpflanzen ist der Kirschlorbeer in allen Teilen giftig.
Häufig gestellte Fragen
Wie werden die Blätter verwendet?
Traditionell werden die Blätter im Sud, der Bratensauce oder einer roten Pastasauce mitgekocht, dann aber entfernt. Sie sind aromatisch, aber auch sehr hart. Mit heißem Wasser übergossen liefern die Blätter einen schmackhaften und gesunden Tee.
Bis wieviel Grad ist Lorbeer winterhart?
Grundsätzlich sind junge Pflanzen anfälliger als ältere, die bereits verholzt sind (ab ca. drei Jahren). Gefriert der Ballen kurzzeitig durch oder herrschen Fröste bis – 5 °C sollte dem Baum nichts passieren. Bei länger anhaltender Kälte oder eisigen Stürmen helfen ein schützendes Vlies sowie Reisig.
Welche Bedeutung hat der Lorbeerkranz?
Lorbeeren beziehungsweise deren ätherische Substanz galten in der Antike als erhellend oder einweihend. Das berühmte Orakel von Delphi hat seine Weissagungen mit einem Lorbeerblatt im Mund gesprochen. Den Gewinnern der Olympischen Spiele wurde ein Lorbeerkranz aufgesetzt, um sie kurzzeitig in den Olymp (den Sitz der Götter) zu versetzen. Später übernahmen die römischen Feldherren die Tradition und schmückten sich mit den Sieger-Kränzen.
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