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Orchideen richtig schneiden

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Orchideen richtig schneiden

Ob Orchideen geschnitten werden sollten oder nicht – daran scheiden sich die Gärtner-Geister. Manche empfehlen, alles zu schneiden, was nicht gebraucht wird, andere wiederum raten dazu, die Orchidee niemals mit der Schere anzugehen. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Doch wo? In diesem Ratgeber erklären wir, wie beim Schnitt der Orchidee nichts mehr schief gehen kann.

Die Lebensweise der Orchidee

Um zu verstehen, wie der Schnitt bei Orchideen funktioniert, hilft es, sich klar zu machen, wie die Orchidee in ihrer natürlichen Umgebung lebt. Diese exotische Schönheit kommt ursprünglich aus den Regenwäldern, wo sie als so genannte Aufsitzpflanze lebt. Das bedeutet, dass ihre Wurzeln keinen direkten Kontakt zur Erde haben, sondern sie an anderen Bäumen entlang wächst und die Wurzeln aus der Rinde ihres Gastwirtes Nährstoffe zieht. Im Regenwald herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, dazu kommen regelmäßige, kräftige Regenschauer. Damit die Orchidee lange und schön blüht, sollte man versuchen, diese Lebensbedingungen so optimal wie möglich wiederzugeben.

Blütenzyklus

Blütenzyklus
Da es im Regenwald keine Jahreszeiten gibt, blüht die Orchidee rund ums ganze Jahr. Dennoch unterliegt auch sie einem natürlichen Biorhythmus. Die Pflanze treibt ihre Blütenstängel aus und hält diese monatelang. Doch irgendwann wirft sie ihre Blüten ab, was kein Anzeichen von Krankheiten oder Absterben der Pflanze ist, sondern normal. Leider landen dann viele Orchideen unnötigerweise im Müll. Die Königin der Blumen macht nur ihren wohlverdienten Winterschlaf, in der kein Wachstum und keine Blüte stattfindet. Auch diese Phase kann bis zu einigen Monaten andauern, gleichwohl die Orchidee Kraft tankt um anschließend wieder ihre Blüten auszutreiben.

Die richtige Pflege

Die richtige Pflege
Um die natürlichen Lebensbedingungen und den Blütenzyklus zu unterstützen, sollten Orchideen artgerecht gepflegt werden, was nicht sehr schwierig ist. Zunächst sollten Orchideen niemals in Erde gepflanzt werden, sondern in grobe Hackschnitzel, am besten in spezielle Orchideenerde. So kann die Luft zirkulieren, da die Wurzeln schnell schimmeln. Gegossen wird die Orchidee nur, wenn die Wurzeln sich trocken anfühlen und der Topf sich leicht anfühlt. Ständiges, aber nur schlückchenweise Gießen ist tödlich, da die Wurzeln Staunässe nicht tolerieren und schnell schimmeln. Darum wird die Orchidee nur alle paar Wochen in Wasser getaucht. Die Luftfeuchtigkeit darf dafür umso höher sein, was mit einigen Pumpstößen aus einem Wassersprayer alle paar Tage erreicht werden kann. Gedüngt werden sollte die Orchidee ebenfalls nur zaghaft. Hält die Orchidee ihren Winterschlaf, blüht also nicht, braucht sie weniger Wasser, kein Dünger, weniger Sonne und gerne eine etwas kältere Umgebung, beispielsweise im Schlafzimmer.

Blüten schneiden

Blüten schneiden
Wie wir nun wissen, blüht die exotische Blütenkönigin zwar lange, aber nicht dauerhaft. Welken ihre Blüten und fallen ab, steht der Winterschlaf bevor. Welkt auch der Blütenstängel, wird daran keine neue Blüte austreiben und er kann bedenkenlos geschnitten werden. Je nach Sorte, wird der Stängel möglichst weit unten oder nur bis auf 3 schlafende Augen tief geschnitten. Eintriebige Orchideen wie etwa die Paphiopedilum (Frauenschuh) oder die Dendrobium-Orchidee, treiben, wie der Name schon sagt, nur an einem Stiel, verwelkt dieser kann er am Ansatz entfernt werden.

Handelt es sich jedoch um die beliebten zweitriebigen Phalaenopsis oder Oncidium-Arten ist es möglich, dass die Pflanze am vorhandenen Stängel neu austreibt. Dann wird der Stängel lediglich gekürzt. Schlafende Augen bedeuten Ansätze, aus denen Stängel austreiben können. Diese erkennt man an den leichten Erhebungen, die oft auch einen dunklen Ring zeigen. Die Augen werden von der Wurzel aus gezählt und bis zum dritten stehen gelassen. Ein paar Zentimeter oberhalb kann dann geschnitten werden. Die Orchidee wird sich dann hier neu verzweigen und Blütenstängel austreiben.

Solange die Blüten noch hängen, sollte die Orchidee nie geschnitten werden, da sie die Nährstoffe aus der Blüte zieht.

Blätter schneiden

Dies gilt auch für ihre Blätter. Altersbedingt sterben einige Blätter mit der Zeit ab und verfärben sich Gelb. Dies rührt daher, dass die Orchidee die Nährstoffe aus dem Blatt zieht und es irgendwann von selbst anstößt. Gelbe Blätter sollten daher nicht abgeschnitten werden, sondern man wartet, bis die Pflanze das Blatt von alleine abgibt.

Blätter der Orchidee sollten grundsätzlich nicht geschnitten werden, vor allem nicht, dass man nur ein Teil des Blattes, beispielsweise bei der Hälfte abschneidet. Die große Wunde infiziert sich zu leicht mit Bakterien, wogegen die Orchidee nicht imstande ist, die Wunde zu verschließen. Die Pflanze wird massiv geschwächt und könnte daran sterben.

Lediglich kranke und faulige Blätter sollten entfernt werden, damit der Rest der Pflanze nicht ebenfalls befallen wird. Dazu werden die Blätter aber möglichst am Wurzelansatz herausgerissen.

Wurzeln schneiden

Wie Wurzeln der Orchidee dienen zur Nährstoff- und Wasseraufnahme und bilden den wichtigsten Teil ihres Ökosystems. Darum sollten auch die Wurzeln mit Vorsicht behandelt werden. Die Luftwurzeln, die aus dem Topf heraus überhängen, sollten nicht gekürzt und schon gar nicht komplett entfernt werden, auch wenn sie optisch nicht so schön sind. Diese lebenswichtigen Sprossen liefern der Orchidee die benötigte Luftfeuchtigkeit, ohne die sie abstirbt. Nur wenn diese offensichtlich abgestorben sind, werden sie entfernt, damit Platz für neue geschaffen wird.

Auch die Erdwurzeln sollten nur in Ausnahmefällen geschnitten werden. Grüne und saftige Wurzeln dürfen unberührt bleiben, ähnlich wie bei den Blättern werden lediglich faulige, matschige oder vertrocknete Wurzeln entfernt.

Eine Ausnahme gibt es, wenn die Orchidee umgetopft wird, was regelmäßig stattfinden sollte. Diese Gelegenheit kann genutzt werden, um das Wurzelwerk geringfügig auszudünnen, damit neues Wachstum angeregt wird. Aber auch dann gilt: grüne und saftige Wurzeln sollten keine Bekanntschaft mit der Schere machen!

Krankheiten erkennen

Zeigt die Orchidee Krankheiten oder schimmelt sogar, kann sie etwas großzügiger geschnitten werden, damit der gesunde Teil gerettet werden kann. Der Schnitt stresst die Pflanze zwar, doch in diesem Fall sollte man das Risiko eingehen. Alle kranken Teile werden dann großzügig entfernt. Dies sind schwarze oder fleckige Blätter, schimmelige oder wenn sie matschig sind und schlecht riechen.

Geeignete Werkzeuge

Um Orchideen zu schneiden, wird vor allem in Büros gerne zu Scheren gegriffen, obwohl sie eigentlich nicht sehr geeignet sind. Scheren quetschen die Wurzelstränge ab und verletzen einen Teil, der Gesunderhalten werden sollte. Ein scharfes Messer oder ein Skalpell eignen sich in der Regel besser, um die Wurzel- und Blütenstränge zu kürzen, hier kommt es aber auch auf die persönliche Geschicklichkeit an. Das Werkzeug sollte in jedem Fall scharf sein, damit die Orchidee durch Quetschen, Reißen und Zerren nicht noch mehr gestresst wird. Experten empfehlen, dass Werkzeug vor dem Einsatz zu desinfizieren, damit keine Bakterien und Schimmelpilze an die Königin der Blüten herangetragen werden. Dies gelingt einfach, in dem man das Werkzeug mit einem in Brennspiritus getränkten Tuch abwischt oder mit kochendem Wasser abspült. Auch die Hände sollten vorher gewaschen und vorsichtig gearbeitet werden. Dann steht einem gelungenen Schnitt und einer prachtvollen Blüte nichts mehr im Weg.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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