Die Preise für frisches Obst und Gemüse ist in den letzten Jahren stetig angestiegen, nicht nur in den Fachmärkten, sondern gleichzeitig im Supermarkt und beim Discounter. Hinzu kommen, dass die Erzeuger bei herkömmlichen Früchten Pestizide einsetzen, um die Qualität und Quantität der Ernte zu erhöhen. Diese wirken sich nachweislich negativ auf unsere Gesundheit aus. Daher haben viele Konsumenten angefangen sich als Hobbygärtner eigene Erzeugnisse zu züchten, die ohne chemische Keulen heranwachsen. Neben den typischen Obst- und Gemüsesorten, die in Deutschland angebaut werden, versuchen viele ebenso exotischere Sorten zu ziehen. Hier geben wir Tipps, wie Sie die beliebten Paprikas selbst kultivieren können.
Bedürfnisse der Paprikapflanze
Diese Gemüsepflanze gehört zu den mediterranen Sorten und benötigt daher eine Menge Licht und Wärme. Direktes Sonnenlicht ist zu Beginn des Wachstums dagegen ungünstig, ebenso wie Zugluft während der gesamten Reifezeit. Insbesondere in der Anfangszeit ist eine hohe Temperatur nötig, die später heruntergesetzt wird.
Paprikapflanze kaufen oder selbst ziehen?
Im Gartencenter erhalten Sie vorgezogene Paprikasetzlinge in Töpfen. Diese pflanzen Sie nur noch in das vorbereitete Beet ein.
Alternativ ziehen Sie selbst aus Samen von gekauften Früchten Setzlinge. Hierbei kommt es jedoch nicht immer zu einem Erfolg.
Welche Paprikas eignen sich zum Selberziehen?

Prinzipiell eignet sich jede Paprikasorte für die eigene Anzucht. Es ist jedoch erforderlich, dass nur vollreife Früchte verwendet werden. Diese erkennen Sie an ihrer Farbe. Die unterschiedlichen Farbtöne geben dabei den Reifegrad der einzelnen Paprikafrucht an, beispielsweise von Grün über Gelb bis zum reifen Rot.
Vorbereitung der Samen

Entfernen Sie die Paprikasamen entweder mit einem Löffel oder Messer vorsichtig aus dem Inneren. Falls Sie diese nicht gleich verwenden möchten (Anzucht ist ab Januar / Februar möglich), bewahren Sie diese mit den folgenden Schritten bis zum Frühjahr auf:
- legen Sie die Paprikasamen vereinzelt auf ein Küchenkrepp
- lassen Sie die Samen für 3 bis 5 Tage trocknen
- bewahren Sie die getrockneten Paprikakörner in einem Glas oder einer Plastiktüte bis zum Frühjahr an einem frostfreien Platz auf
- bevor Sie die Samen ab Januar verwenden, wässern Sie diese für 2 bis 3 Stunden
Aussaat

Für das Einpflanzen der Paprikasamen benötigen Sie ein Minigewächshaus beziehungsweise Frischhaltefolie, Pflanztöpfe und Anzuchterde. Verfügen Sie über Pflanzenlicht oder einen sonnigen Fensterplatz ist die Aussaat ab Januar möglich, ansonsten ist es ratsam, bis Mitte Februar zu warten. Die Anzucht sollte jedoch spätestens Mitte März erfolgen, da es sonst zu spät ist und die Pflanzen nicht mehr ausreichend wachsen.
- geben Sie die Anzuchterde ins Zimmergewächshaus
- feuchten Sie die Erde etwas an
- benutzen Sie möglichst keinen Dünger
- setzen Sie die Samen ca. 1 cm tief ein
- verwenden Sie Pflanztöpfe, müssen Sie diese mit Folie abdecken, um ein Treibhausklima zu erzeugen
- stellen Sie das Gewächshaus / die Töpfe auf einen sonnigen Fensterplatz
- vereinzeln Sie die Paprikapflänzchen mit einer Pinzette oder per Hand sobald sie eine Wuchshöhe von 5 cm erreicht haben, indem Sie diese in große Töpfe umpflanzen
- das Wurzelwerk darf nicht beschädigt werden
Aussetzen in den Garten
Sobald es Mitte bis Ende Mai keinerlei Nachtfrost mehr gibt, lassen sich die Paprikapflanzen auspflanzen. Hierfür verwenden Sie humusreiche Erde, alternativ Pflanzerde, die mit Kompost angereichert wird. Hierdurch benötigen Sie keinen zusätzlichen Dünger. Als Pflanzabstand sind mindestens 50 cm empfehlenswert.
Um eine größere Ernte zu erzielen, ist es ratsam die Königsblüte, so bezeichnen Botaniker die erste Blüte, herauszubrechen. Spätestens jetzt sollten Sie bis zur Ausbildung der Schoten ein bis zwei Mal nachdüngen.
Versorgen Sie die Paprikapflanzen stets mit genügend Wasser, ohne dass sich dieses staut. Hohe Gewächse stützen Sie am besten mit Stäben ab.
Expertentipp
Bereiten Sie die Pflanzen auf den Garten vor, indem Sie diese tagsüber in den Pflanztöpfen draußen hinstellen. Drohen kalte Nächte oder sogar Frost, holen Sie diese wieder rein.
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