Trocknung macht Pflanzen haltbar und erlaubt uns, zum Beispiel Kräuter auch im Winter in der Küche zu verwenden. Sie dient der Herstellung von Heu als Futtermittel, Tee für die Gesundheit oder den Genuss und Trockenblumen als Dekorationen. Man kann Pflanzen für Herbarien oder als ungewöhnliche Beilage zu Tagebuch- oder Stammbucheinträgen trocknen oder Früchte als Dörrobst haltbar machen. Doch wie geht man dabei am besten vor? Es gibt viele Trocknungsmethoden und nicht jede eignet sich gleich gut für jede Verwendung.
Obst oder Beeren zum Essen trocknen
Früchte, die man essen will, trocknet man am besten in einem Dörrautomaten oder dem Backrohr. Dazu verteilt man sie auf einem Blech und hält sie dann auf einer Temperatur von zwischen 30 und 50 °C bis sie vollständig getrocknet sind. Die Trocknungsdauer ist von Frucht zu Frucht unterschiedlich, kann aber durchaus mehrere Tage betragen, weshalb die Verwendung des Backrohres lästig werden kann. Grundsätzlich ist bei vielen Früchten auch Lufttrocknung möglich. Dabei ist aber die Gefahr der Schimmelbildung groß.
Pflanzen zum Aufkleben trocknen

Wer Pflanzen oder Pflanzenteile auf Papier kleben möchte, sollte sie möglichst glatt trocknen. Das lässt sich am besten bewerkstelligen, indem man sie vorsichtig zwischen die Seiten eines schweren Buches legt und dieses dann schließt. Da bei diesem Pressvorgang Pflanzensäfte austreten, sollten Sie jedoch saugfähiges Material wie zum Beispiel Zeitungspapier zwischen die Pflanze und die Buchseiten legen. Alternativ können Sie die Pflanze natürlich auch zwischen zwei anderen glatten Gegenständen trocknen solange der obere schwer genug ist.
Heilkräuter trocknen

Kräuter, die Sie zum Beispiel als Tee konsumieren wollen, trocknen Sie am besten schonend an der Luft. Wählen Sie dafür einen dunklen aber warmen Ort, der gut belüftet und trocken ist. Der Dachboden eignet sich meist besser als der Keller. Binden Sie die Pflanzen zu Büscheln zusammen, hängen Sie diese mit dem Kopf nach unten auf und warten Sie, bis sie vollständig getrocknet sind. Kleinere Pflanzenteile, die sich nicht bündeln lassen, können Sie auch auf einem Brett ausbreiten. Dann müssen Sie sie allerdings täglich wenden, damit auch die Unterseiten trocknen und sich kein Schimmel bildet.
Heu machen
Auch Heu wird ausgebreitet an der Luft getrocknet. Da man davon aber größere Mengen braucht, geht das nicht auf einem Brett auf dem Dachboden. Wählen Sie daher einen Zeitpunkt, zu dem mit mehreren Tagen trockenem und warmem Wetter zu rechnen ist, und lassen Sie das frisch gemähte Gras auf der Wiese liegen. Schützen Sie es vor Tau, indem Sie es über Nacht zusammenrechen und am Morgen wieder ausbreiten. Achtung: Auch Gras muss beim Trocknen regelmäßig gewendet werden. Bei ihm ist Schimmel besonders gefährlich, da er zur Selbstentzündung des Heus führen und Brände auslösen kann. Zudem stellt er natürlich eine Gesundheitsgefährdung für das Vieh dar.
Pflanzen zu Dekorationszwecken trocknen
Zur Herstellung von Trockenblumen kann ebenfalls die Lufttrocknung mit dem Kopf nach unten verwendet werden. Pflanzen, die nicht gegessen oder verfüttert werden sollen, kann man aber auch unter Verwendung chemischer Hilfsmittel trocknen. So kann man die Pflanze zum Beispiel für zwei bis drei Tage in einem lichtundurchlässigen Behälter in Waschmittel oder Silikat einlegen. Eine andere Möglichkeit, besonders schöne Ergebnisse zu erzielen ist, die Pflanzen vor der Lufttrocknung kurz in Tauchwachs zu tunken.
Expertentipp
Sammeln Sie Pflanzen für die Trocknung immer an einem warmen und trockenen Tag und prüfen Sie vor dem Trocknen genau, dass sie gesund sind und keine Schadstellen aufweisen. Bei feuchtem Wetter und an Verletzungen kommt es leicht zu einem Pilzbefall, der auch während des Trocknungsvorganges von einer Pflanze auf die anderen übergreifen und alle zerstören kann.
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