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Stauden & Ziergräser

Tränendes Herz – Schnittmaßnahmen zur Verlängerung der Blütezeit

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Tränendes Herz - Schnittmaßnahmen zur Verlängerung der Blütezeit

Tränende Herzen (Lamprocapnos spectabilis) sind die einzige Art der Gattung, die zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) gehören. Sie sind unter anderem als Zweifarbige Herzblumen, Herzerlstöcke, Flammende Herzen und Marienherzen bekannt. Aufgrund ihrer prächtigen herzförmigen Blüten sind sie beliebte Zierpflanzen für Bauerngärten oder Rabatten und werden auch als Schnittblumen verwendet. Möchte man sich möglichst lange an den Blüten erfreuen, hilft der korrekte Beschnitt, die Blütezeit zu verlängern.

Zeitpunkt

Um die Blütezeit zu verlängern, entfernt man die Blüten möglichst zeitnah nach dem Verblühen. Der Zeitpunkt des Verblühens ist je nach Sorte und Standort unterschiedlich. Als Richtwert gilt jedoch Ende Juli. Es sind mehrere Schnittvorgänge im Abstand weniger Tage notwendig, da nicht alle Blüten zur gleichen Zeit verblühen.

Erwünschte Wirkung

Erwünschte Wirkung


Das Entfernen der Blüten verhindert die Bildung der Samen. In einem Versuch, sich trotz dessen fortzupflanzen, nutzten die Pflanzen die eingesparte Energie zur Bildung weiterer Blüten. Eine zweite Blüte fällt schwächer aus, verlängert die Blütezeit jedoch bis Ende August oder Anfang September.

Leider ist diese Maßnahme nicht immer erfolgreich. Tränende Herzen sind recht schnittempfindlich und müssen viel Energie für die Heilung der Schnittwunden aufwenden. Sind die Verletzungen zu umfangreich oder wurde der Beschnitt zu spät ausgeführt, bleibt eine zweite Blüte aus.

Schnitttechnik

Schnitttechnik
Die Wunden stellen ein Infektionsrisiko für die hübschen Gewächse dar. Dringen Keime ein, kann eine tödliche Pilzerkrankung entstehen. Aus diesem Grund müssen die Schnittflächen sauber, glatt und möglichst klein ausfallen. Als Werkzeug dient ein scharfes Messer oder eine Gartenschere. Stumpfe Klingen verursachen Quetschungen, die schlecht verheilen, die Pflanzen schwächen und den Keimen mehr Zeit geben, in die Wunden einzudringen. Vor und nach den Schnittmaßnahmen müssen die Klingen gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Die Schnittstellen wählt man, sodass möglichst wenige Schnitte an dünnen Stellen notwendig sind. Man schneidet im rechten Winkel, um die Schnittflächen klein zu halten.

Giftigkeit

Giftigkeit
Tränende Herzen gelten als stark giftig, da sie verschiedene Alkaloide enthalten. Der gefährlichste Giftstoff ist das Nervengift Protopin, ein Isochinolinalkaloid, das das zentrale Nervensystem angreift. Die höchste Konzentration findet sich in den Wurzeln, sodass bei Schnittmaßnahmen der oberen Pflanzenteile keine große Gefahr für einen gesunden Erwachsenen besteht.

Die enthaltene Giftmenge variiert jedoch und es sind allergische Hautreaktionen nach dem Kontakt mit dem Pflanzensaft möglich. Das Tragen von Handschuhen und langärmeliger Kleidung ist bei Schnittmaßnahme deshalb ratsam. Für Kinder, empfindliche Menschen, Haustiere und ältere Personen besteht bereits beim Kontakt mit den Blüten Vergiftungsgefahr. Sie sollten während der Arbeit Abstand halten und nicht mit dem Schnittgut in Kontakt kommen.

Vergiftungssymptome

Typische Symptome nach dem Kontakt mit den Pflanzengiften sind ein Brennen im Mund, im Rachenbereich oder in den Augen, Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Lähmungserscheinungen. Bei besonders gefährdeten Personen und Tieren ist ein Versagen des Kreislaufs möglich. In seltenen Fällen treten Kopfschmerzen, Halluzinationen oder Atemnot auf.

Verschluckt ein Kind oder ein Haustier Pflanzenteile, sollte man schnellstmöglich Wasser oder Tee verabreichen und einen Arzt bzw. einen Tierarzt aufsuchen. Die Anwendung von Brechmitteln oder Milch wird nicht empfohlen.

Expertentipp

Ist es zu einer schweren Pilzinfektion gekommen oder bildet eine ältere Pflanze lediglich wenige Blüten, schafft ein radikaler Rückschnitt Abhilfe. Schneiden Sie alle Stiele einzeln knapp über dem Boden ab. Setzen Sie die Klinge schräg, sodass Wasser von der Schnittfläche ablaufen kann. Bei einer bestehenden Pilzinfektion sollten die Klingen nach jedem Schnitt desinfiziert werden, um die Sporen nicht zu verschleppen.

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