Echte Vanille gilt als Bereicherung für zahlreiche Speisen und sorgt für ein ganz besonderes Aroma. In Deutschland ist sie nicht überall zu erwerben und ist meistens auch relativ teuer. Verfügt man über ein Gewächshaus, kann Vanille jedoch auch selbst angebaut werden. Unter optimalen Umständen und mit der richtigen Pflege ist es möglich, dass eine einzige Vanillepflanze über sechs Jahre lang ihre begehrten Schoten ausbildet.
Vanillepflanzen im Handel erwerben
Um Echte Vanille selbst zu züchten, benötigt man Stecklinge. Diese sind jedoch sehr selten zu haben und lediglich in einem gut sortierten Fachhandel oder beim Orchideenzüchter zu finden. Alternativ sucht man nach fertigen Jungpflanzen im Internet.
Anzucht
Verfügt man eine Vanillestaude, so lassen sich weitere Vanillepflanzen anbauen. Dazu wird zunächst ein etwa vierzig Zentimeter langer Kopftrieb entnommen und seine untere Hälfte von sämtlichen Blättern befreit. Anschließend steckt man diesen Steckling in ein Pflanzgefäß, welches zuvor mit Erde befüllt wurde. Der Topf ist außerdem mit einer geeigneten Kletterhilfe zu versehen, welche dem beblätterten Stück zur Verfügung gestellt wird.
Die Kletterhilfe ist ausschlaggebend, da Vanille zu den Rankpflanzen gehört. Nun wird die Erde leicht angegossen. Das Pflanzgefäß gibt man in einen Plastikbeutel und stellt es an einem schattigen Standort auf. Die optimale Umgebungstemperatur liegt hier bei fünfundzwanzig Grad Celsius. Nach etwa vier Wochen haben sich an dem Steckling Wurzeln gebildet und ein neuer Austrieb wird sichtbar. Sobald dies der Fall ist, kann die Plastiktüte abgenommen werden.
Der optimale Standort

Die Echte Vanillestaude gedeiht am besten, wenn sie stets hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Weiterhin sollte der gewählte Standort halbschattig sein und über eine hohe Luftfeuchtigkeit verfügen. Ein Platz im Gewächshaus ist aus diesem Grund ideal. Weniger geeignet ist eine Kultivierung im Innenraum.
Pflege

Für ein optimales Wachstum benötigt die Vanillestaude spezielle Orchideenerde. Für Wassergaben sollte entkalktes, lauwarmes Wasser verwendet werden. Besonders empfehlenswert ist Regenwasser. Grundsätzlich gilt, dass erst dann gegossen wird, wenn die Erde angetrocknet ist. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden. Eine weitere erfolgsversprechende Pflegemaßnahme ist da regelmäßige Besprühen der Blätter der Staude mit Regenwasser.
Im Frühjahr und Sommer sollte die Vanillestaude regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden. Dafür wird ihr einmal im Monat ein Orchideendünger verabreicht. Da die Gewächse pro Jahr bis zu einen Meter wachsen, ist es wichtig, die ihr zur Verfügung gestellte Rankhilfe bei Bedarf zu erneuern, damit das Gewächs ausreichend gestützt ist.
Überwinterung
Die Vanillestaude ist nicht winterhart. Es ist wichtig, den Wurzelballen der Pflanze während der Wintermonate nur leicht feucht zu halten. Die Umgebungstemperatur darf niemals unter achtzehn Grad Celsius fallen. Grundsätzlich gilt, stets eine hohe Luftfeuchtigkeit sicherzustellen.
Ernte
Drei Jahre nach der Pflanzung werden die ersten Blüten an der Vanillestaude ausgebildet, aus welchen im weiteren Verlauf die Frucht entwickelt wird. Es gilt zu beachten, dass die Schoten noch vor Erreichen ihrer vollen Reife geerntet werden müssen. Ansonsten besteht das Risiko, dass diese aufplatzen. Der Zeitpunkt zur Ernte ist gekommen, sobald sich die Schoten gelblich-grün färben.
Expertentipp
Damit die geernteten Vanilleschoten ihren typischen Geschmack ausbilden, ist es wichtig, diese zu trocknen. Dazu werden sie an einem feuchtwarmen Platz für circa vier Monate gelagert. Die Vanille kann verarbeitet werden, sobald sie ihre charakteristische schwarze Farbe angenommen hat.
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