Connect with us

Kletterpflanzen

Wilder Wein – schön jedoch problematisch an Hauswänden

Veröffentlicht

auf

Wilder Wein - schön jedoch problematisch an Hauswänden

Wilder Wein ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Selbstkletternde Jungfernreben (Parthenocissus quinquefolia), die zur Gattung der Jungfernreben (Parthenocissus) und zur Familie der Weinrebengewächse (Vitaceae) gehören. Wilder Wein stammt ursprünglich aus Nord- und Zentralamerika. In Mitteleuropa sind die Zierpflanzen als Begrünung von Mauern sehr beliebt. An Hauswänden können sie jedoch zu einem Problem werden.

Vorzüge

Vorzüge


Jungfernreben besitzen sehr attraktiv aussehendes Laub, das im Herbst eine prächtige rote Farbe annimmt. Die Gewächse können Wuchshöhen von 20 bis 30 Metern erreichen und eignen sich gut für die Begrünung mehrstöckiger Häuser. Dabei schlingen sie sich nicht um Haltepunkte wie Dachrinnen. Das Eindringen in Spalten und Hohlräume kommt vor, im Gegensatz zu vielen anderen Kletterpflanzen richtet Wilder Wein jedoch keine Schäden an, da sich die Triebe ohne Sonnenlicht nicht weiterentwickeln. Gelegentliche Schnittmaßnahmen zur Freihaltung von Fenstern, Türen und Dächern sind dennoch erforderlich.

Nachteile

Nachteile
Werden die Kletterpflanzen zurückgeschnitten oder aufgrund von Arbeiten Hauswänden entfernt, bleiben viele unschöne schwarze Punkte zurück. Dabei handelt es sich um die Haftscheiben, mit denen sich die Pflanzen festhalten. Sie sitzen so fest, dass man sie nicht abziehen kann. Sie bilden kleine Noppen und tragen häufig Zweigstummel. Streicht man die Wand neu, ohne die Haftscheiben zu entfernen, bleiben sie durch die Farbschicht sichtbar.

Entfernung der Ranken

Die Blätter und Zweige von Selbstkletternden Jungfernreben sind leicht zu entfernen. Zunächst trennt man die zu entfernenden Ranken mit so wenigen Schnitten wie möglich ab. Als Schneidwerkzeug dient eine saubere, scharfe Astsäge, Hecken- oder Gartenschere. Einige Tage später kann man die abgestorbenen Triebe mit den Händen abreißen.

Liegt keine ansteckende Erkrankung vor, kann man die Pflanzenreste über den Kompost oder im Biomüll entsorgen. Kranke Pflanzenteile sollten in luftdicht verschlossenen Plastiktüten im Hausmüll entsorgt werden. Es bleiben dann lediglich die Haftscheiben an der Wand zurück. Es gibt verschiedene Methoden sie zu entfernen, leider bringen alle gewisse Nachteile mit sich.

Abbrennen

Die schnellste Variante ist das Abbrennen mit Hilfe eines Propangasbrenners. Dabei geht man systematisch von einem Ende der Wand zum anderen vor und bürstet die verkohlten Pflanzenreste im Anschluss mit einer Drahtbürste ab. Das ist jedoch lediglich bei Wänden ohne brennbare Bestandteile, wie Holzfensterrahmen, Dachverkleidungen oder brennbarem Isoliermaterial, möglich. Sie könnten Feuer fangen und einen Brand auslösen. Zudem hinterlässt diese Methode Brandflecken auf der Hauswand.

Abspritzen

Ein umweltfreundlicher Weg ist das Abspritzen mit einem Hochdruckreiniger. Dabei geht man von unten nach oben vor und sprengt die Haftscheiben mit einem scharfen Wasserstrahl ab. Diese Methode eignet sich auch für brennbare Wände und gilt als ungefährlich. Der scharfe Wasserstrahl kann jedoch durch den hohen Druck dennoch Schäden verursachen. Richten Sie ihn niemals auf Menschen oder empfindliches Material wie Glasscheiben. Bei zu häufigen Anwendungen sind Schäden an der Mauer möglich. Mit einem Hochdruckreiniger lassen sich Haftscheiben nicht restlos entfernen.

Abschleifen

Kleinere Flächen kann man mit einer Handschleifmaschine oder einem Bohrer mit einem kräftigen Drahtbürstenaufsatz abschleifen. Dabei kommt es zu einer starken Staubbildung. Eine Schutzbrille und ein Mundschutz sind erforderlich. Nach Abschluss der Arbeiten muss die Umgebung gereinigt werden. Das Führen des Schleifgerätes kann besonders bei großen Flächen sehr anstrengend und kräftezehrend sein. Je größer die Fläche, umso mehr Pausen sollten eingeplant werden.

Entfernen der Putzschicht

Sind größere Renovierungsarbeiten geplant und der Putz ohnehin brüchig, kann man ihn vollständig abklopfen und die Wand später neu verputzen. Das ist sehr anstrengend, entfernt die Pflanzenreste jedoch vollständig.

Expertentipp

Um sehr kleine Flächen zu reinigen oder um den Wilden Wein für die spätere Entfernung mit einem Hochdruckreiniger vorzubereiten, kann Essig verwendet werden. Sprühen Sie den Essig auf die betroffene Wand, lassen Sie ihn kurz einwirken und entfernen Sie den Wilden Wein anschließend mithilfe einer Drahtbürste oder eines Hochdruckreinigers. Durch die Verwendung von Essig lösen sich die Haftscheiben des Wilden Weins etwas leichter.

4/5 - (2 Bewertungen)

Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?


Klicken Sie, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Gerade populär