Buchsbäume (Buxus) sind dank ihres dichten Wuchses und dem kräftigen Grün eine besondere Augenweide. Dank der Schnittverträglichkeit lassen sie sich zudem wunderbar in vielerlei Formen gestalten. Seit 2007 macht ihnen der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis), ein aus Ostasien eingeschleppter Schädling, schwer zu schaffen. In diesem Beitrag wird erläutert, wie man den Schädling durch Spritzen bekämpfen kann.
Erkennung des Buchsbaumzünslers
Ein Befall mit dem Buchsbaumzünsler zeigt sich oft durch weiße Gespinste an den Pflanzen. Auch kahlgefressene, braune Stellen sind verdächtig. Bei näherer Betrachtung findet man, meist im Inneren der Pflanzen versteckt, die Zünsler als kleine grüne Raupen. Sie werden etwa 5 Zentimeter lang und besitzen schwarze Längsstreifen auf dem Rücken, häufig auch weiße Punkte. Aus ihnen entwickeln sich kleine Schmetterlinge, die innerhalb von kurzer Zeit weitere Buchsbäume anstecken. Pro Jahr sind bis zu fünf Generationen möglich.
Sinnhaftigkeit des Spritzens

Es gibt zahlreiche chemische Insektenvernichtungsmittel, die gegen Buchsbaumzünsler wirken. Von ihrem Einsatz ist jedoch abzuraten, da Chemikalien nicht nur die Schädlinge, sondern auch Pflanzen und nützliche Insekten schädigen. Bei einem sehr schweren Befall kann es dennoch möglich sein, dass sich der Einsatz eines solchen Präparates nicht vermeiden lässt. Als invasive Art hat der Buchsbaumzünsler in Mitteleuropa keine natürlichen Feinde und kann sich unkontrolliert ausbreiten. Bevor Sie chemische Produkte einsetzen, sollten Sie auf ökologische Spritzmittel zurückgreifen.
Hochdruckreiniger

Mit einem Hochdruckreiniger kann man die Raupen mechanisch entfernen. Schneiden Sie dazu die am stärksten befallenen Pflanzenteile und alle Gespinste aus und entsorgen Sie den Beschnitt in verschlossenen Plastiktüten über den Hausmüll. Legen Sie den Bereich unter und hinter dem Buchsbaum mit Folie aus und spritzen Sie ihn gründlich mit einem Hochdruckreiniger ab.
Möglicherweise müssen Sie mit unterschiedlichen Strahlstärken experimentieren. Ein zu schwacher Strahl reißt die Raupen nicht vom Baum. Ein zu starker kann den Buchsbaum oder benachbarte Pflanzen beschädigen.
Essig und Öl
Mischen Sie Essig, Öl und Wasser zu gleichen Teilen. Legen Sie ein Tuch oder Folie unter den befallenen Buchsbaum und sprühen Sie die Mischung mit einer Sprühflasche auf, bis er tropfnass ist. Die Raupen lassen sich dann auf den Boden fallen und können eingesammelt werden. Waschen Sie den Buchsbaum anschließend mit Hilfe eines Gartenschlauchs ab, um alle Rückstände zu entfernen.
Nützlinge
Reichen mechanische Methoden und Hausmittel nicht aus, sollten Sie nicht auf Gift, sondern auf Nützlinge setzen. Das Umweltbundesamt empfiehlt das Bakterium ‘Bacillus thuringiensis’. Man kann es im Handel erwerben, mit Wasser mischen und mit Hilfe eines Drucksprühgerätes auf den Buchsbaum aufbringen. Die Raupen fressen das Bakterium und sterben schließlich ab.
Die Anwendung sollte 14 Tage nach dem Falterflug erfolgen, der von März bis Anfang April stattfindet, um die Zünsler in ihrem Entwicklungsstadium abzutöten. Wiederholen Sie die Anwendung nach 1 bis 2 Wochen und führen Sie eine weitere Behandlung zwischen Anfang Juli und Mitte August durch.
Azadirachtin
Ist der Einsatz von Gift unvermeidbar, wird Azadirachtin empfohlen. Der Wirkstoff wird aus den Samen des Niembaumes (Azadirachta indica) gewonnen und gilt als umweltfreundlich.
Setzen Sie das Gift bei gutem Wetter ein, solange die Raupen relativ jung sind. Entfernen Sie alle Gespinste und sprühen Sie den betroffenen Baum gründlich ein, sodass die Flüssigkeit bis ins Innere vordringt. Azadirachtin wirkt als Kontaktgift und hemmt die Fraßtätigkeit der Schädlinge. Sollte es innerhalb von acht Stunden nach der Behandlung regnen, müssen Sie erneut spritzen.
Expertentipp
Hat sich der Buchsbaumzünsler in einer Region verbreitet, kehrt er trotz erfolgreicher Behandlung zurück. Beugen Sie dem Schädling vor, indem Sie Ihre Buchsbäume Ende April und Ende August dünn mit Algenkalk bestäuben. Gießen Sie den Kalk anschließend innerhalb von 24 Stunden ein.
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