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Pflanzenvermehrung

Clematis vermehren

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Clematis vermehren

Die Waldrebe oder Clematis gehört zu den am weitesten verbreiteten und beliebtesten Kletterpflanzen. Mit mehr als 300 verschiedenen Arten ist die Clematis mit ihren großblumigen Blüten und ihrem herrlichen Herbstschmuck gleichzeitig auch eine der schönsten und dekorativsten Kletterpflanzen.

Alle Clematis-Arten lassen sich recht einfach auf verschiedene Weise vermehren und das sogar das ganze Jahr über.

Möglichkeiten zur Vermehrung der Clematis

Auf natürliche Art vermehrt sich die Clematis so wie die meisten Pflanzen über Samen. Um die Kletterpflanzen jedoch möglichst einfach und unproblematisch zu vermehren, hat sich die vegetative Vermehrung bewährt.

Wer seine Clematis selber vermehren möchte, kann dies wie folgt tun:

  • Vermehrung durch Absenker
  • Vermehrung durch Stecklinge

Clematis Arten, die sich durch Samen vermehren lassen

Clematis Arten, die sich durch Samen vermehren lassen
Wie die meisten Pflanzen bildet auch die Clematis Samen, um sich generativ zu vermehren. Doch nicht alle der rund 300 Clematis Arten eignen sich gleichermaßen gut zur generativen Vermehrung.

Dies liegt daran, dass bei vielen Arten bereits die nächste Generation in Bezug auf ihre verschiedenen Merkmale nicht mehr den allgemeinen Merkmalen der jeweiligen Sorte entspricht.

Zur Vermehrung über Samen eignen sich ausschließlich Clematis Arten, die nicht zu den Hybrid-Arten gehören. Arten, die auch in der Natur vorkommen, lassen sich indes gut durch Samen heranziehen.

Einige Clematis Arten, die gut mit Saatgut vermehrt werden können sind:

  • Clematis alpina
  • Clematis vitalba
  • Clematis montana
  • Clematis viticella
  • Clematis tangutica
  • Clematis macropetala

Anleitung zur Vermehrung durch Samen

Anleitung zur Vermehrung durch Samen
Zur Vermehrung mit Samen werden diese nach der Blüte geerntet. Je nach Art haben Waldreben unterschiedliche Blütezeiten von Juni bis hinein in den Spätherbst.

Die Clematis gehört zu den sogenannten Kaltkeimern. Das bedeutet, die Samen verfügen über eine Keimhemmung, die dafür sorgt, dass die Keimung erst nach einem gewissen Zeitraum mit niedrigen Temperaturen beginnt.

Würden die Clematis Samen bereits direkt nach der Reifung keimen, hätten die Keimlinge aufgrund des folgenden Winters schlechte Überlebenschancen. Die Aussaat der Samen erfolgt daher erst im Winter. Bis dahin müssen sie kühl gelagert werden. Eine Stratifikation (Verfahren zur Auflösung der Keimhemmung) im Freien ist daher ideal.

Dazu werden die Clematis Samen einzeln in Töpfen mit Substrat ins Freien gebracht. Über die Samen sollte eine dünne Schicht von maximal 3 mm Substrat verteilt werden. Als Substrat eignet sich Aussaaterde. Aber auch Kräutererde hat sich zur Keimung von Clematis Samen bewährt.

Die Töpfe sollten zum Schutz vor Vögeln und Mäusen sowie vor zu starkem Frost mit Folie oder einem Glas bedeckt werden. Als Standort eignen sich halbschattige und geschützte Plätze.

Die Samen dürfen niemals austrocknen und müssen daher regelmäßig gegossen werden. Je nach Clematis Art kann der Austrieb bis zu 3 Jahre dauern. Die Vermehrung durch Samen ist also nur für geduldige Hobbygärtner geeignet.

Clematis Arten, die sich zur Stecklingsvermehrung eignen

Clematis Arten, die sich zur Stecklingsvermehrung eignen
Wesentlich einfacher und schneller kann die Clematis mit Hilfe von Stecklingen vermehrt werden. Vor allem Staudenclematis Arten eignen sich hervorragend zur Stecklingsvermehrung. Diese Arten sind sehr wuchsfreudig und bilden besonders schnell und einfach neue Wurzeln.

Folgende Arten eignen sich besonders gut zur Stecklingsvermehrung:

  • Clematis recta
  • Clematis integrifolia
  • Erster Stichpunkt
  • Clematis heracleifolia

Anleitung zur Vermehrung durch Stecklinge

Anleitung zur Vermehrung durch Stecklinge
Zur Bildung neuer Wurzeln benötigt die Clematis Wärme. Die beste Zeit für die Vermehrung mit Stecklingen sind die Monate Mai und Juni. Bei spätblühenden Sorten können Stecklinge auch noch bis zum August geschnitten werden.

Wie viele andere Pflanzen bildet auch die Clematis dort, wo sich neue Blätter und Triebe entwickeln, Blattknoten. Stecklinge werden immer zwischen zwei dieser Blattknoten geschnitten. Sie sollte mindestens eine Länge von 15 cm, besser 20 cm haben. Als Schneidewerkzeug eignet sich am besten ein scharfes Messer.

Um die Bewurzelung der Stecklinge zu fördern, werden alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar, entfernt und das Schnittende in Bewurzelungspulver getaucht. Alternativ zum fertigen Produkt kann auch Honig genommen werden.

Anschließend kommt jeder Steckling in einen eigenen Topf mit Anzuchterde. Die Töpfe werden an einem warmen und halbschattigen Standort platziert und mit einer durchsichtigen Kunststoffhaube abgedeckt.

Die Erde darf niemals austrocken. Die Stecklinge müssen daher regelmäßig gegossen werden. Am besten geschieht dies von unten. Dazu werden die Töpfe auf Untersetzer gestellt und das Wasser in die Untersetzer gegossen.

Die Plastikhaube muss circa 6 bis 8 Wochen auf den Töpfen verbleiben. In dieser Zeit sollte die Haube täglich für eine halbe Stunde entfernt werden, damit die Pflänzchen gelüftet werden. So werden Stauhitze, Pilzbefall und Schimmelbildung verhindert.

Nach 6 bis 8 Wochen haben die Stecklinge erste Wurzeln gebildet. Die Haube kann dann vollständig entfernt werden. Die Stecklinge können solange in ihren Töpfen verbleiben, bis die ersten Wurzeln aus dem Topf hinauswachsen.

Anleitung zur Vermehrung durch Absenker

Anleitung zur Vermehrung durch Absenker
Die Vermehrung mit Absenkern oder Ablegern ist die einfachste Vermehrungsmethode und kann bei jeder Clematis Art angewandt werden.

Als Ableger eignen sich kräftige und noch junge Triebe am Rand der Mutterpflanze. Bereits verholzte Triebe sollten nicht ausgewählt werden, da diese nur schwer neue Wurzeln bilden. Der Trieb muss außerdem so lang sein, dass er sich gut bis zum Boden biegen lässt.

Nun wird der Trieb bis zu einem Topf mit Anzuchterde (am besten neben die Mutterpflanze stellen) gebogen. Etwa die Hälfte der späteren Ablegergröße wird auf der Erde im Topf fixiert. Dazu wird dieser Triebteil vorab vollständig vom Laub befreit.

Zum Fixieren des Triebs eignen sich Zeltheringe, aber auch eine einfache Büroklammer. Der obere Teil des Ablegers wird an einen Bambus- oder Holzstab gebunden, damit er in die Höhe wachsen kann.

Der Ableger bleibt auf diese Weise bis zum nächsten Frühjahr mit der Mutterpflanze verbunden. Das Substrat darf währenddessen nicht austrocknen, damit sich der Ableger bewurzeln kann. Sind im Frühjahr Wurzeln im Topf erkennbar, kann der Ableger von der Mutterpflanze getrennt und an seinen neuen Standort gepflanzt werden.

Expertentipp

Eine Kunststoffhaube zur Stecklingsvermehrung kann ganz einfach aus Gefrierbeuteln oder Frischhaltefolie gebastelt werden. Dazu werden Holzspieße in die Erde des Stecklingstopfs gesteckt und die Folie darüber gespannt. So kann diese nicht auf die Stecklinge fallen und bildet ein „Minigewächshaus“.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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