Feigenbaum vermehren

Die Feige (Ficus carica) oder der Feigenbaum ist eine lang bekannte und beliebte Nutzpflanze und wurde bereits in der Antike kultiviert. In klimatisch milden Gebieten Europas wächst die Feige im Freien. Bei uns wird sie bevorzugt als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse gehalten.

Kleiner Baum oder großer Strauch

Die Feige hat einen kugelförmigen Wuchs und erreicht eine maximale Wuchshöhe und Wuchsbreite von drei bis fünf Meter. Sie wird zumindest in den Anfangsjahren in standfesten Kübeln gehalten und kann später in milden Gegenden in den Garten gepflanzt werden.

Blatt für Blatt ein Schmuckstück


Die Blätter des Feigenbaums sind groß und attraktiv. Sie sind hellgrün, fünfzehn bis zwanzig Zentimeter lang und gelappt. Im Herbst verfärben sie sich gelb und fallen im Lauf des Winters ab.

Süße Früchtchen


Die Feige wird vor allem ihrer Früchte wegen kultiviert. Diese sind essbar, süß und haben eine grüne bis violettbraune Färbung. Die Reife der Früchte stellt man mit dem Daumendruck fest. Wenn sie reif sind, lassen sie sich leicht mit dem Daumen eindrücken. Man kann die Früchte sowohl roh essen als auch im Backofen trocknen oder zum Kochen und Backen verwenden. Beim Kauf eines Feigenbaums sollte auf eine selbstfruchtende Sorte geachtet werden. Wird die Pflanze im beheizten Wintergarten gehalten, kann bis zu dreimal im Jahr geerntet werden. Bei Kübelhaltung auf Balkon oder Terrasse bleibt es normalerweise bei einer Ernte jährlich.

Sonnige Aussichten – Feigenbaum Standort


Der Standort der Feige sollte so gewählt werden, dass sie viel Sonnenlicht abbekommt und geschützt steht. Je mehr Wärme der Feigenbaum abbekommt, desto ertragreicher wird die Ernte. Hier bieten sich zum Beispiel Hauswände an. Diese speichern tagsüber die Wärme und geben sie nachts an die Umgebung ab. Auch sollte in den Anfangsjahren auf Schutz durch kräftigen oder anhaltenden Regen geachtet werden. Besonders zur Erntezeit im Herbst kann kräftiger Regen den Früchten schaden.

Die Feige ist nur bedingt winterhart. Erst ab ungefähr zehn Jahren kommt sie ohne Frostschutz aus. Daher sollte der Kübel vor Wintereinbruch mit Vlies oder einer anderen luftdurchlässigen Abdeckung vor Frost geschützt werden. Bei strengem Frost drohen sonst Schäden an Trieben und Wurzeln.

Ab in den Topf – Feigenbaum Pflanzung

Hierzulande wird der Feigenbaum aufgrund der klimatischen Verhältnisse bevorzugt im Kübel gehalten. Dieser sollte ein Fassungsvolumen von mindestens zwanzig bis dreißig Liter haben. Je größer der Topf, desto besser kann sich der Wurzelballen der Pflanze entwickeln. Bei der Wahl des Kübels sollte auf Standfestigkeit geachtet werden, da die Feige auch im Topf gut drei Meter hoch werden kann und mit ihrer runden Krone dem Wind viel Angriffsfläche bietet.

Die Feige mag lehmigen, nährstoffreichen Boden. Bei Kübelpflanzung lohnt es sich, hochwertige Kübelpflanzenerde zu verwenden. Diese kann auch mit einer Handvoll Kompost angereichert werden und sollte locker und durchlässig sein. Gegossen wird regelmäßig vom Frühjahr bis zum Herbst. Damit keine Wurzelfäulnis entsteht, sollte Staunässe vermieden werden. Hierzu empfiehlt es sich, eine Drainageschicht auf dem Boden des Kübels auszubringen und das Abzugsloch freizulassen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Gut abgeschnitten – Feigenbaum Schnitt

Der Stamm der Feige ist eher kurz und verzweigt sich früh. Damit die Triebe sich nicht gegenseitig behindern, ist es empfehlenswert, alle zwei bis drei Jahre den Feigenbaum auszulichten. Hierzu werden jene Triebe abgeschnitten, die sich überkreuzen oder die zu dicht wachsen. Der Lichtungsschnitt sollte an einem frostfreien Tag Ende Februar bis Anfang März erfolgen.

Ein Radikalschnitt bietet sich an, wenn die Feige einige Jahre nicht geschnitten wurde und die Pflanze im Inneren verkahlt. Durch den starken Rückschnitt wird das Triebwachstum angeregt. Hierbei sollte aber beachtet werden, dass die Früchte des Feigenbaums am zweijährigen Holz, also an den Vorjahrestrieben, wachsen. Bei einem sehr starken Rückschnitt kann eine Ernte erst im darauffolgenden Jahr erfolgen.

Ein Ertragsschnitt ist empfehlenswert, wenn der Fruchtertrag erhöht werden soll. Hierzu muss aber beachtet werden, ob es sich um eine einmal oder zweimal jährlich tragende Feige handelt. Bei der einmal tragenden Sorte wird das einjährige Holz belassen.

Der austretende Pflanzsaft des Feigenbaums kann eine hautreizende Wirkung haben. Daher ist es empfehlenswert, beim Schneiden Handschuhe zu tragen. Um das Austreten des Saftes zu stoppen, kann Wasser auf die Schnittstellen gesprüht werden.

Aus eins mach zwei – Feigenbaum Vermehrung

Es ist möglich, Feigen aus Samen zu ziehen. Dafür werden die Samen getrocknet und in Anzuchtschalen oder Töpfen mit Anzuchterde ausgesät. Da die Samen der Feige sehr klein sind, werden sie nur dünn mit Erde bedeckt und vorsichtig gegossen. Die Erde wird feucht gehalten, muss aber abtrocknen können. Am besten verwendet man zum Wässern eine Sprühflasche mit zimmerwarmem und kalkarmem Wasser. Sobald sich die ersten Jungpflanzen zeigen und erste Blattpaare entwickeln, werden sie pikiert und in größere Töpfe gepflanzt. In der Regel bildet der Feigenbaum schon im zweiten Lebensjahr erste Früchte.

Die gängigere Methode, Feigen zu vermehren, ist jedoch die Vermehrung aus Steckhölzern im Winter. Diese Vermehrungsmethode ist einfach und gelingt sicher. Hierzu werden zwanzig Zentimeter lange Triebe benötigt. Sie sollten im vergangenen Jahr gewachsen und möglichst kräftig und gerade sein. Die Zweigstücke werden nach Möglichkeit so abgeschnitten, dass oben und unten jeweils ein Knospenauge übrigbleibt. Damit die Triebstücke nicht austrocknen und das Wurzelwachstum verbessert wird, kann die obere Hälfte vor dem Stecken mit einem Wundverschlussmittel behandelt werden. Ein Verwundungsschnitt am unteren Ende des Triebstücks regt die Wurzelbildung an. Hierzu einfach ein Stück Rinde mit einem scharfen Messer abschneiden.

Die frisch geschnittenen Steckhölzer werden bis zur oberen Knospe in einen entsprechend tiefen Blumentopf in Anzuchterde gepflanzt. Hierbei das Abzugsloch mit einer Tonscherbe abdecken, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Anschließend wird gut angegossen und der Kübel mit einem durchsichtigen Folienbeutel abgedeckt. Der Kübel sollte an einem hellen und warmen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse stehen. Im Frühjahr kommen die jungen Pflanzen in das vorgesehene Beet. Diese Methode hat den Vorteil, dass man vor dem Pflanzen erkennt, welches Triebstück angegangen ist und die abgestorbenen Steckhölzer entfernen kann.

Es ist aber auch möglich, die Steckhölzer direkt in das Beet zu pflanzen. Der Standort des Beetes sollte halbschattig sein. Vor der Pflanzung wird die Erde gut gelockert und mit nährstoffreicher Pflanzerde oder mit einer Handvoll Kompost angereichert. Die Steckhölzer werden in einem Abstand von ungefähr dreißig Zentimeter in die Erde gesteckt. Die oberste Knospe sollte noch herausragen. Anschließend wird kräftig angegossen. Bei einem sehr schweren und lehmigen Gartenboden empfiehlt es sich, die Stecklinge in Töpfen oder Balkonkästen zu ziehen. Ende März werden die bewurzelten Stecklinge dann in das Gartenbeet gepflanzt.

Expertentipp

Wird der Feigenbaum geschnitten, sollte darauf geachtet werden, dass keine Stummel am Stamm übrigbleiben. Sie bilden den Nährboden für Pilze und Schädlinge. Es sollte immer mit einem scharfen Messer geschnitten werden, damit die verletzten Stellen besser heilen können.

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