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Pflanzenvermehrung

Erdbeeren vermehren – Tipps für Beet- und Kübelpflanzen

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Erdbeeren vermehren - Tipps für Beet- und Kübelpflanzen

Erdbeeren gehören wohl weltweit zu den beliebtesten Obstsorten und frisch aus dem eigenen Garten schmecken sie immer am besten. Sie sind in allen Varianten lecker und lassen sich auf viele Weisen konservieren. Mit selbst gemachter Erdbeerkonfitüre lässt sich das Sommergefühl bis in die Wintermonate verlängern, eine Erdbeerbowle erfrischt in lauen Sommernächten und Erdbeertorten und Törtchen werden von allen gern gegessen. Kein Wunder, dass auch jeder Hobbygärtner versucht, seine Erdbeeren zu vermehren. Gartenzeitschriften behandeln dieses Thema leider oft nur am Rande, denn es scheint offensichtlich und ganz einfach zu sein. Ist es das wirklich?

Die natürliche Vermehrung der Erdbeerpflanzen

Erdbeerpflanzen bilden im Laufe des Sommers immer wieder neue Ausläufer mit kleinen Ablegern. Das tut die Erdbeerpflanze immer – sowohl als wild wachsende Walderdbeere als auch als gezüchtetes Gartenobst – und überall. Wenn sie in Balkonkästen, Kübeln oder Hängekörben wächst, fallen ihre herunterhängenden Ausläufer besonders auf.

Erdbeerpflanzen vermehren sich selbst, aber es gibt dabei ein Problem: Gartenerdbeeren sind kultivierte und gezüchtete Pflanzen, die von wilden Walderdbeeren abstammen. Deshalb benötigen sie auch etwas Pflege.

Die Problematik der Ausläufer

Sich selbst überlassen, wachsen die kleinen Ableger am Ende der Ausläufer nur teilweise an. Selbst wenn sie es schaffen, kann es passieren, dass diese Pflänzchen keine Früchte bilden. Das Anwachsen misslingt ihnen, weil die Böden entweder zu satt, zu nass oder zu fest sind. Außerdem bildet eine Erdbeerpflanze permanent neue Ausläufer, um ihr Überleben zu sichern. Dabei schwächt sie sich selbst. Hinzu kommt, dass die Ausläufer wild in andere Erdbeerpflanzen hinein ranken und diese im Wachstum behindern. Greift der Gärtner nicht ein, kann er bald keine Erdbeeren mehr ernten. Was tun?

Der optimale Boden für Erdbeeren

Der optimale Boden für Erdbeeren
Um den beschriebenen Wildwuchs und das Chaos im Erdbeerbeet zu verhindern, sollten Sie Ihr Erdbeerbeet insgesamt überprüfen und gegebenenfalls neu einrichten. Die beste Pflanzzeit für die meisten Erdbeerensorten ist zwischen Ende Juli und Anfang August. Bitte beachten Sie die Unterschiede der einzelnen Sorten.

Zuerst bereiten Sie den Boden vor, denn Erdbeeren sind Waldpflanzen und lieben einen leicht sauren, humosen Boden. Deshalb eignet sich Laubkompost gut, um den Boden für die Pflanzen vorzubereiten. Um den Boden so zu halten, können Sie später die Erde zwischen den Erdbeeren mit Rindenmulch, Koniferennadeln oder einer dicken Schicht Stroh abdecken. Diese Abdeckung ist durchlässig, hält den Boden trockener und minimiert die Unkrautbildung. So werden die Pflanzen und ihre Früchte weniger anfällig für Grauschimmel und Schnecken.

Sollte Ihr Gartenboden eher schwer und feucht sein, ist eine Anpflanzung auf Dämmen – ähnlich den Spargelfeldern – empfehlenswert. Die Wurzeln der Erdbeeren benötigen einen durchlässigen, lockeren Boden. Für die Dämme legen Sie die geplanten Reihen für die Pflanzen in circa 20 cm hohen Dämmen an, die Sie aus lockerer Erde aufschütten und an den Seiten festdrücken. Für eine doppelte Reihe Erdbeeren sollte so ein Damm etwa einen Meter breit sein, Sie können aber auch für jede Reihe einen Damm anlegen – je nachdem, was für Sie einfacher zu pflegen ist. Der Vorteil der Dämme ist, dass die Pflanzen höher stehen. Es kann keine Staunässe entstehen und die reifen Erdbeeren sind einfacher zu ernten. Auch die Ausläufer mit den Ablegern sind schneller zu erkennen und leichter zu entfernen.

Erdbeeren vermehren – Kübel- und Hängepflanzen

Erdbeeren vermehren - Kübel- und Hängepflanzen
Um Erdbeeren, die im Kübel wachsen, zu vermehren, kürzen Sie die Ausläufer mit der Gartenschere nahe der Mutterpflanze und kurz vor den kleinen Ablegern. Diese setzen Sie zur Wurzelbildung sofort in ein Gefäß mit Wasser. Regenwasser eignet sich perfekt dafür. Stellen Sie das Gefäß in den Schatten bis Halbschatten, denn die Pflänzchen sind empfindlich, denn ihre Blätter verbrennen in der Sonne schnell. Warten Sie, bis sich deutliche Wurzeln gebildet haben, dann können Sie einen neuen Kübel mit frischer Erde anlegen. Gleiches gilt für alle hängenden Erdbeeren.

Die empfindlichen Setzlinge

Die empfindlichen Setzlinge
Entweder haben Sie sich Setzlinge gekauft oder Sie probieren, Ihre Erdbeeren über die eigenen Ableger zu vermehren. Die Ableger werden mit den Wurzeln zu Setzlingen, die nun dringend Erde benötigen. Sie können bereits wild angewachsene Ableger aus der Erde ziehen und an gewünschter Stelle neu einpflanzen. Doch auch hierbei sollten die Pflänzchen nicht lange in der Sonne liegen. Schlagen Sie die Wurzeln vorübergehend in gut gewässerte Pflanzenerde ein und pflanzen Sie die Setzlinge sobald wie möglich in den Garten oder Kübel.

Erdbeeren dürfen nicht zu tief in die Erde gepflanzt werden. Achten Sie auf das Herz der Pflanzen mit den inneren zarten, frischen Blättern und Knospen. Das Herz sollte knapp über der Erdoberfläche bleiben. Graben Sie ein ausreichend großes Loch und lockern Sie die Wurzeln, sodass sie sich gleich ausbreiten. Das stabilisiert die Pflanze. Bedecken Sie die Wurzeln mit Erde und drücken sie diese leicht an.

Gefährliches Unkraut

Giersch, Quecken und auch das Franzosenkraut sind stark wachsendes Unkraut und können die Erdbeerpflanzen förmlich ersticken. Sie nehmen den Erdbeerfrüchten oben das Licht weg und entziehen den Pflanzen unten im Boden die Nährstoffe.

Mischbepflanzung zum Schutz

Zwischen den Erdbeerpflanzen muss ausreichend Abstand sein, damit sich jede Pflanze auch in die Breite entfalten kann. Um von vornherein dem Unkraut weniger Chancen zu geben, können Sie zwischen die Erdbeerreihen Salat, Spinat oder Zwiebeln setzen. Diese konkurrieren nicht um die Nährstoffe – und Sie nutzen Ihre Beetfläche optimal aus.

Erdbeeren gesund durch den Winter bringen

Mit dem kühlen, feuchten Herbstwetter werden die Blätter der frostfesten Erdbeeren oft von Pilzkrankheiten befallen. Zum Schutz der Pflanzen sollten Sie so früh wie möglich nach der Ernte die alten und langsam verwelkenden Blätter abknipsen. Aber Vorsicht: Schneiden Sie sie hoch genug ab, um das Herz der Pflanze nicht zu verletzen.

Expertentipp

Informieren Sie sich vor Ihrer Kaufentscheidung online und in Fachbüchern oder Gartenzeitschriften über die verschiedenen Erdbeersorten – es gibt alte und neue Sorten. Probieren Sie verschiedene Sorten aus, indem Sie vielleicht vorerst nur 1-2 Pflanzen der für Sie ansprechendsten Sorten anpflanzen. Vermehren können Sie Ihre favorisierten Erdbeeren dann selbst.

Kaufen Sie lieber die vorgezogenen Pflanzen aus dem Fachhandel – oder direkt beim Bauern auf dem Wochenmarkt. Gerade auf den Märkten können Sie die Sorten auch probieren. Mit den in Supermärkten angebotenen Pflanzen können Sie Glück haben, aber eben oftmals auch nicht. Das ist schade ums Geld und Sie müssen sich dann wieder Erdbeeren im Schälchen kaufen.

Die modernen Sorten

Neuere Sorten wurden und werden gezüchtet, um den Ernteertrag zu erhöhen. Das bedeutet, dass sie gegen die meisten Krankheiten resistent sind, kräftiger wachsen und entsprechend größere Früchte tragen. Zu diesen Sorten gehören beispielsweise: Polka, Mara de Bois oder Symphonie.

Die alten Sorten

Die Erdbeere gilt als die Königin der Gartenfrüchte, vergleichbar mit der Rose als Königin der Blumen. Wie eben jene gibt es auch bei der Erdbeere alte Sorten, die vor allem speziell für ihren köstlichen Geschmack gezüchtet wurden und werden. Ihre Früchte sind zarter, aber besonders schmackhaft. Als Liebhabersorten gelten unter anderem: Mieze Schindler, Sieger und Königin Luise.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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