Trotz optimaler Bedingungen kann es vorkommen, dass Tomatenpflanzen von Schädlingen befallen werden. Besonders der Befall mit weißen oder schwarzen Fliegen ist nicht nur störend, sondern kann die ganze Ernte gefährden, wenn die Plagegeister nicht rechtzeitig bekämpft werden.
Befall mit weißen Fliegen
Die unter Gärtnern berüchtigten weißen Fliegen (Trialeurodes vaporariorum) stammen ursprünglich aus Osteuropa und können Tomatenpflanzen sowohl im Gewächshaus, als auch im Freiland befallen. Biologisch gehören die Tierchen eigentlich nicht zu den Fliegen, sondern zu den läuseartigen Insekten.
Die Larven und auch die adulten Tiere saugen den Saft aus den Blättern und können die Pflanzen ohne Gegenmaßnahmen so sehr schwächen, dass sie letztendlich eingehen. Weiße Fliegen haben eine Lebensdauer von nur 4 Wochen, wobei ein Weibchen rund 500 Eier legen kann. Deshalb können in einer Saison viele Generationen Weißer Fliegen in riesiger Anzahl die Tomatenpflanzen schädigen, wenn diese nicht bekämpft werden.
Erkennbar ist ein Befall mit weißen Fliegen insbesondere an den Blattunterseiten. Dort legen die weiblichen Fliegen ihre Eier ab und die adulten Tiere halten sich dort gerne auf. Sie fliegen in einer riesigen Wolke auf, sobald das Blatt umgedreht wird.
Bekämpfung weißer Fliegen
Im Freiland kann vorbeugend ein Insektennetz über die Tomatenpflanzen gespannt werden. Auch Kapuzinerkresse und Tagetes als Unterpflanzung haben sich als Vorbeugung bewährt. Das Auftragen einer Brühe aus Eichenblättern und Brennnessel auf die Erde wirkt ebenfalls gegen den Befall mit weißen Fliegen.
Chemische Spritzmittel sollten wegen der möglichen Rückstände in den Tomaten nicht zur Bekämpfung der weißen Fliegen eingesetzt werden.
Stattdessen haben sich als natürliche Mittel bewährt:
- Schmierseifenlösung aus einem Esslöffel Schmierseife auf einem Liter Wasser
- Basilikumbrühe aus zerkleinerten Basilikumblättern in Wasser eingeweicht
Im Gewächshaus können als natürliche Bekämpfungsmittel eingesetzt werden:
- Schlupfwespen
- Raubwanzen
- Gelbtafeln
Schwarze Fliegen

Bei einem Befall mit schwarzen Fliegen handelt es sich meist um Thripse, die auch unter dem Namen Gewitterfliegen bekannt sind. Auch sie ernähren sich vom Saft der Blätter. Die Larven der Thripse entwickeln sich in der Erde im Wurzelbereich.
Erkennbar ist ein Befall an silbrig glänzenden Bläschen an der Blattoberseite und den schwarzen Kotflecken unter den Blättern.
Schwarze Fliegen bekämpfen
Vorbeugend kann die Erde mit Stroh gemulcht werden. Thripse bevorzugen einen dunklen Boden und werden so davon abgehalten sich an den Tomatenpflanzen niederzulassen. Auch eine Düngung mit Brennnesselbrühe kann einem Befall vorbeugen.
Haben sich die schwarzen Fliegen bereits auf den Tomatenpflanze niedergelassen, hilft im Gewächshaus das Ausbringen von:
- Florfliegenlarven
- Raubmilben
Im Freiland kultivierte Tomatenpflanzen sollten bei einem Befall sofort in frische Erde umgepflanzt werden. So wird verhindert, dass sich neue Generationen Thripse entwickeln.
Expertentipp
Anzucht- und Tomatenerde ist häufig bereits mit Insekteneiern kontaminiert. Wird die Erde vor dem Pflanzen im Backofen oder in der Mikrowelle desinfiziert, kann ein Befall oft verhindert werden. Die Erde kommt dazu für circa 30 Minuten bei einer Temperatur von 180 Grad in den Backofen oder rund 10 Minuten in die Mikrowelle.
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