Frangipani (Plumeria) gehören zur Ordnung der Enzianartigen (Gentianales) und zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Duftende Frangipani (Plumeria obtusa) und andere Arten, wie die Westindische Frangipani (Plumeria alba), stammen ursprünglich aus Guatemala, Mexiko, Belize, von den Bahamas, den Großen Antillen, der Inselkette Hawaii und weiteren pazifischen Inseln. Dort gedeihen sie in trockenen bis feuchten, kalkigen Böden in Wäldern mit geringer Höhenlage. In diesem Beitrag wird erläutert, wie man die hübschen Exoten über Stecklinge vermehrt.
Vermehrung über Stecklinge
Die üppig blühenden, mitunter stark duftenden Bäume sind beliebte Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen, die sich in unseren Breiten leider ausschließlich für die Kultur in Kübeln eignen, da die exotischen Gehölze frostfrei überwintert werden müssen. Die Vermehrung über Stecklinge ist relativ einfach und sicher. Zudem gewährleistet die Methode den Erhalt sortenreiner Ableger.
Schneiden der Stecklinge
Vorzugsweise sollten Stecklinge im Frühjahr geschnitten werden, da zu diesem Zeitpunkt die Wachstumsphase beginnt und die Bewurzelung einfacher erfolgt. Der nahende Sommer verspricht zudem ausreichend Wärme und Sonneneinstrahlung. Beides kommt dem Wachstum der jungen Pflanzen zugute.
Die ausgewählten Triebe sollten verholzt und mindestens 30 Zentimeter lang sein. An den Stellen, an denen Stecklinge entfernt werden, verzweigen sich die Mutterpflanzen. Auf diese Weise profitieren auch sie von diesem Beschnitt und wachsen dichter.
Für die Schnitte werden ein scharfes, sauberes Messer oder eine Gartenschere benötigt. Die Schnittflächen sollten glatt und gerade sein, um den Eintrag von Schädlingen möglichst zu vermeiden. Die Stecklinge werden im Anschluss einige Tage an einem warmen Ort getrocknet, ehe man sie in Wasser stellt. Dabei ist wichtig, dass sie aufrecht und nicht liegend getrocknet werden.
Durch das Trocknen wird der Austritt von Pflanzensaft verhindert. Zudem bildet sich der sogenannte Callus, eine Wölbung und Verdickung des Marks, die anzeigt, dass die Stecklinge reif für die Bewurzelung sind. Auch bei gekauften Stecklingen sollte diese Wölbung erkennbar sein. Sie darf nicht zu groß und zu ausgeprägt sein. Ist der Bereich zu dick, können die jungen Wurzeln ihn nur schwer durchdringen.
Bewurzelung von Stecklingen
Zum Bewurzeln werden die Stecklinge in geeignete Glasgefäße gestellt, die mit etwa 5 Zentimetern Wasser gefüllt sind. Das Wasser muss regelmäßig alle zwei bis drei Tage erneuert werden, um Fäulnis zu verhindern. Stellen Sie die Gefäße an warme und helle Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ideal sind Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius.
Alternativ kann die Bewurzelung auch gelingen, wenn unbewurzelte Stecklinge in keimfreie Anzuchterde gesetzt werden. Das Substrat muss gut feucht gehalten werden, ohne dass sich Staunässe bildet. Dem Anzuchtsubstrat kann man etwas Kaktuserde oder Kokosfasern beimischen. Bei dieser Methode ist ein warmer, heller Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung notwendig. Die Bewurzelung kann bei beiden Methoden durch eine hohe Luftfeuchte gefördert werden.
Pflanzung nach der Wurzelbildung
An den Stecklingen in Gefäßen mit Wasser bilden sich die ersten Wurzeln nach zwei bis drei Wochen. Sobald diese zwei bis drei Zentimeter lang sind, können die Stecklinge in passendes Substrat gepflanzt werden. Wichtig ist, stets auf Sauberkeit und Sterilität zu achten.
Expertentipp
Die Vermehrung von Frangipani über Stecklinge ist die einfachste Vermehrungsmethode. Sie gelingt in der Regel zügig und die jungen Pflanzen blühen oft bereits im ersten Jahr. Die Vermehrung durch Samen ist ebenfalls möglich, bis zur ersten Blüte vergehen jedoch drei bis fünf Jahre.
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