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Beetpflanzen

Gladiolen überwintern

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Gladiolen überwintern

Gladiolen sind mit ihren großen und dekorativen Blüten in vielen Gärten ein beliebter Blumenschmuck. Auch als Schnittblumen sind diese hübschen und farbenfrohen Sommerblumen überaus begehrt. Die überwiegend aus Südafrika stammenden Knollengewächse sind jedoch meist nicht winterhart. Damit Gladiolen jedes Jahr aufs Neue ihre volle Blütenpracht entwickeln, müssen die prächtigen Blumen richtig überwintert werden.

Aussehen und Herkunft

Aussehen und Herkunft


Die zu den Schwertliliengewächsen gehörenden Gladiolen sorgen im Sommer in Beeten und Rabatten für eine beeindruckende und farbenfrohe Blütenpracht und eignen sich zudem hervorragend als Schnittblumen. Bei idealen Standortbedingungen können einige der Hybridsorten dieser prächtigen Blumen die stolze Höhe von 150 cm erreichen. Doch auch die Wildformen sind mit einer Höhe von ungefähr 60 cm nicht zu übersehen.

Von Juni bis September verwandeln Gladiolen mit ihren großen Blüten den Garten in ein wahres Blütenmeer in jeder nur denkbaren Farbe. Mittlerweile gibt es mehr als 260 Arten und Sorten. Die Wildarten der Gladiole kommen hauptsächlich in Vorderasien und Afrika, aber auch im Süden Europas vor. Die Arten mit den üppigsten Blüten stammen indes fast ausschließlich aus Südafrika. Sie sind daher an warme Temperaturen gewöhnt und in unseren Breiten recht kälteempfindlich.

Gemäß ihrer ursprünglichen Herkunft sind Gladiolen absolute Sonnenanbeter. Je sonniger der Standort, desto üppiger blühen sie. Dennoch benötigen sie gleichsam einen geschützten Platz. Die stolze Größe der Pflanzen macht sie ein wenig windanfällig. Doch den größten Schutz benötigen Gladiolen vor zu kalten Temperaturen, denn bis auf wenige Sorten sind Gladiolen nicht winterfest. Die Frostempfindlichkeit dieser Blumen muss daher bereits beim Pflanzen und vor allem beim Überwintern der Knollen berücksichtigt werden.

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen im Freien

Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen im Freien
Schon beim Pflanzen sollte die Frostempfindlichkeit von Gladiolen berücksichtigt werden. Grundsätzlich sollten die Knollen nicht vor Ende April ins Beet kommen. So erreichen die Triebe erst nach den Eisheiligen die Bodenoberfläche und sind vor späten Frösten gut geschützt.

Wer möchte, kann die Knollen auch im Haus in Töpfen vorziehen. So kann auch die Blüte der Pflanzen vorgezogen werden. Ins Beet ausgepflanzt werden vorgezogene Knollen erst nach den Eisheiligen.

Gladiolen rechtzeitig ausgraben

Gladiolen rechtzeitig ausgraben
Fast alle Sorten der frost- und kälteempfindlichen Gladiolen müssen die kalte Jahreszeit in einem geeigneten Winterquartier verbringen. Entscheidend für die richtige Überwinterung ist der perfekte Zeitpunkt, zu dem die Knollen ausgegraben werden.

Grundsätzlich sollten nur völlig einwandfreie Knollen überwintert werden. Durch beschädigte, verfaulte oder kranke Knollen können sich Fäulnis und Krankheiten ausbreiten, sodass unter Umständen der gesamte Knollenbestand den Winter nicht unbeschadet übersteht.

Je nach Sorte können Gladiolen bis in den Oktober hinein blühen. Sobald die Blätter der Pflanzen beginnen auszutrocknen und zu verwelken, wird es auch bei den Spätblühern Zeit die Knollen vorsichtig aus der Erde zu graben.

Auch wenn manchmal dazu geraten wird, Gladiolen erst nach dem ersten Frost auszugraben, entwickeln sich die Pflanzen im kommenden Frühjahr und Sommer kräftiger, wenn die Knollen bereits beim ersten Anzeichen von verwelkten Blättern in ihr Winterquartier umziehen.

Nach dem Ausgraben wird jede Knolle sorgfältig von noch anhaftender Erde befreit und auf Schadstellen untersucht. Manchmal können beschädigte Stellen weggeschnitten werden. Komplett beschädigte Knollen werden aussortiert. Alle übrigen Knollen werden an einem trockenen Ort zwischengelagert bis zu endgültigen Überwinterung.

Blätter noch nicht abschneiden

Die Blätter der Gladiolen sollten noch nicht sofort nach dem Ausgraben abgeschnitten werden. Besser verbleiben sie so lange an der Pflanze, bis sie vollständig vertrocknet und verwelkt sind. Auf diese Weise kann die Knolle noch die gesamte Restenergie aus den verwelkten Blättern ziehen und dadurch mehr Kraft für die Winterruhe erlangen.

Erst wenn alle Blätter vollständig verwelkt sind, werden diese endgültig abgeschnitten. Über der Knolle sollten etwa 10 cm lange Blattreste verbleiben. Auch die sogenannten Brutzwiebeln rings um die Mutterknollen sollten entfernt werden.

Inzwischen sind alle Gladiolenknollen in der Regel gut abgetrocknet und können in ihrem endgültigen Winterquartier eingelagert werden.

Das perfekte Winterquartier

Zur Überwinterung benötigen die Knollen einen trockenen Platz und Temperaturen zwischen 7°C und maximal 15°C. Bei höheren Temperaturen trocknen die Knollen zu sehr aus und treiben im Frühjahr nicht mehr oder nur sehr spärlich aus. Ideal zur Lagerung der Knollen sind Kellerräume, Garagen, Gartenhäuser oder Dachböden.

Licht darf während der Winterruhe nicht an die Knollen gelangen. Deshalb werden die trockenen Knollen locker eingewickelt und in einem Karton aufbewahrt. Zum Einwickeln eignet sich Zeitungspapier hervorragend. Zuvor sollten alle Knollen noch einmal überprüft werden. Weiche Stellen werden vor dem Einwickeln abgeschnitten.

Kräftige Blüte durch Vorziehen im Haus

Genau wie bei einer Neupflanzung dürfen auch überwinterte Gladiolenknollen erst ab Ende April wieder ins Freie. Dazu werden die Knollen etwa 10 cm tief in die Erde eingelassen.

Die eingelagerten Knollen können bis zum Pflanzzeitpunkt in ihrem Winterquartier verbleiben. Es lohnt sich jedoch aus mehreren Gründen die Gladiolen bereits ab Mitte März im Haus vortreiben zu lassen:

  • durch das Vortreiben kann die Blütezeit verlängert werden
  • Vortreiben sorgt für kräftige und üppige Blüten

Pflanzen, die bereits ab Mitte März im Haus vortreiben, blühen früher als Gladiolen, deren Knollen bis Ende April im Winterquartier verbleiben. Da Gladiolen meist in Gruppen gepflanzt werden, kann die Blütezeit der Blumen insgesamt verlängert werden, indem ein Teil der Knollen bis zum Pflanzzeitpunkt im Winterquartier verbleibt, während ein anderer Teil im Haus vorgezogen wird.

Gladiolen vorziehen

Zum Vorziehen werden die Knollen ab Mitte März in Substrat gesetzt und an einen hellen Ort im Haus gebracht. Ideal sind Temperaturen um 15°C. Ein Wintergarten eignet sich daher perfekt. Bis zum Auspflanzen ins Freie müssen die treibenden Knollen regelmäßig mit Wasser versorgt werden. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen sollten sie jedoch nur spärlich gegossen werden.

Gladiolen im Freien überwintern

Die große Mehrheit aller Gladiolen Arten und Sorten ist sehr kälte- und vor allem frostempfindlich. Die Knollen müssen daher die kalte Jahreszeit in einem frostfreien Winterquartier verbringen. Es gibt jedoch einig wenige Sorten, die den Winter im Freien verbringen können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Gladiolus palustris
  • Gladiolus imbricatus
  • Gladiolus byzantinus

Alle winterfesten Sorten sind an ihren kleineren Blüten erkennbar. Zudem blühen sie in aller Regel etwas früher als die nicht winterfesten Sorten. Auch wenn die kleinblütigen winterfesten Sorten den kalten Temperaturen und Frösten im Winter besser standhalten und im Beet verbleiben können, benötigen sie dennoch zumindest einen ausreichenden Winterschutz.

Winterschutz für frostfeste Arten

Manche Arten können zwar Frost bis zu -20°C aushalten, doch dies schaffen sie nur für ganz kurze Zeit. Längeren Frostperioden halten winterfeste Gladiolen hingegen auch bei nur mäßigem Frost nicht stand. Daher sollten die winterfesten Arten zumindest einen Winterschutz erhalten, der die Knollen wie eine wärmende Decke vor der Kälte schützt.

Als Winterschutz eignen sich verschiedene Materialien, wie etwa Laub, Reisig oder Kompost. Das Schutzmaterial wird dort, wo sich die Knollen befinden, locker auf der Erde verteilt. Wichtig ist es, dass das Material locker und gut luftdurchlässig ist. So entsteht kein Sauerstoffmangel.

In sehr feuchten Wintern lohnt es sich, die Schutzschicht zu erneuern, sobald sie von Regen oder Schnee durchweicht ist. Durch den Austausch gegen trockenes Schutzmaterial wird verhindert, dass die Feuchtigkeit in die Erde eindringt und die Knolle zu faulen beginnen.

Expertentipp

Gladiolen bilden häufig Tochterknollen, die mit der Mutterknolle durch Ausläufer verbunden sind. Wenn diese nach dem Ausgraben der Knollen im Herbst abgetrennt werden, können sie einfach zur Vermehrung genutzt werden.

Die abgetrennten Tochterknollen werden dazu in Töpfe mit Anzuchterde gesetzt und an einem frostfreien und hellen Standort den Winter über kultiviert. Im nächsten Frühjahr können die neuen Pflanzen zusammen mit den überwinterten Knollen ins Freie gesetzt werden.

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