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Pflanzenvermehrung

Moos richtig mit Samen vermehren

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Moos richtig mit Samen vermehren

Eines vorweg: Moose entwickeln keine Samen, sondern Sporen. So wie Pilze, Farne, Bärlappgewächse, Schachtelhalme und Algen breiten sich Moose mittels dieser hauchdünnen Vermehrungsorgane aus. Dennoch ist oftmals von Samen die Rede, wenn es um die Aufzucht von Moosen geht.

Dekorative Gestaltung mit Moos

Dekorative Gestaltung mit Moos


In Innenräumen halten sich Moose leider nicht lange, es sei denn, sie werden in Flaschen oder terrarienartigen Behältern kultiviert. Moose besitzen keine Wurzeln sondern Zellfäden und nehmen Nässe und Nährstoffe über ihre Oberflächen auf. Dazu bedarf es einer feuchten Umgebung. Dennoch können Moose Wasser speichern und überdauern gelegentliche Trockenphasen. Für draußen bieten die Gewächse jede Menge repräsentative Möglichkeiten wie etwa zur Unterpflanzung in Töpfen. Der grüne Teppich sieht charmant aus und hält Unkräuter fern. Andererseits lassen sich schattige Areale, Steine und Baumwurzeln bzw. Baumstämme mit Moos bepflanzen. Als Bodendecker lockert Moos kahle Flächen unter Bäumen und Sträuchern optisch auf.

Attraktive Moosarten

Attraktive Moosarten
Das häufig Sternmoos genannte Pfriemen-Mastkraut ist kein Moos. Es sieht zwar aus wie Moos, bringt aber Blüten hervor und gehört insofern den krautigen Pflanzen an. Zu den schönsten echten Moosen zählen:

Goldenes Frauenhaarmoos

Das höchste europäische Moos (bis 40 cm) besitzt Stängel mit sparrig abstehenden Blättern. Von oben betrachtet sehen sie aus wie viele hintereinander angeordnete Sterne.

Weiches Kammmoos

Der Trivialname Straußenfedernmoos weist auf die Ähnlichkeit mit kleinen Farnwedeln hin. Kammmoos besiedelt mit Vorliebe kalkhaltige Felsen, Steine und Betonmauern.

Gemeines Weißmoos

Dieses Moos bevorzugt kalkfreie Standorte und gedeiht vortrefflich auf Rohhumus in Nadelwäldern. Es bildet rundliche, bis 10 cm hoch gewölbte Kissen. Die Breite kann 20 cm und mehr betragen. Stämmchen mit anhängenden Blättchen verlaufen spitz nach oben. Bei Trockenheit wird das Moos weiß.

Torfmoos

Strukturen der Torfmoose erinnern an höhere Pflanzen mit Stielen, Zweigen sowie kurze und eng anliegenden Blättern. Beliebt sind nasse Standorte an Bächen und in Mooren.

Brunnenlebermoos

Auf den flachen Polstern befinden sich becherförmige Gebilde, die Brutbecher genannt werden und Brutkörper in sich tragen.

Beschaffung von Moos-Samen

Beschaffung von Moos-Samen
Saatgut von echten Moosen wird nur selten vom Fachhandel angeboten. Zur Samengewinnung leistet deshalb die Natur wertvolle Dienste. Die meisten Moose bilden bizarre Sporenträger, an deren Spitze jeweils eine Sporenkapsel sitzt. Sobald die Hülle getrocknet und braun geworden ist, platzt sie auf und gibt die mikroskopisch kleinen Sporen frei. Kapseln vorher einsammeln, nachtrocknen lassen und auf einer flachen Unterlage zerdrücken stellt den Bedarf an Fortpflanzungsorganen zur Vermehrung von Moosen sicher.

Moos aussäen

Feinstrukturierte, nährstoffarme Erde (z. B. Kakteensubstrat) bietet ideale Voraussetzungen zur Fortpflanzung von Moos. Das Verfahren sieht folgende Schritte vor:

  • Substrat in ein Anzuchtgefäß mit Ablauflöchern füllen.
  • Die Erde mittels Zerstäuber oder Sprüher einnässen.
  • Sporen mit einem feinen Pinsel aufnehmen.
  • Mit den Pinselhaaren vorsichtig über das Substrat streichen.
  • Eine über das Anzuchtgefäß gespannte Klarsichtfolie (oder Plastiktüte) hält die Feuchtigkeit für die nächste Zeit aufrecht. Falls vorhanden, sorgt ein Minigewächshaus für ein optimales Milieu.
  • Nun einen schattigen Platz auswählen.
  • Sobald das Substrat austrocknet, erfolgt die Wasserversorgung von unten über den Untersetzer.
  • Überzieht ein durchgängiger grüner Belag das Substrat, kann auf die Folie bzw. Plastiktüte verzichtet werden.
  • Nach weiteren 2-3 Wochen ist das Moos zur weiteren Verwendung bereit.

Expertentipp

Alternativ erfolgt die Keimung auf eingenässtem Küchenpapier bzw. Toilettenpapier. Für diese Methode dient vorzugsweise ein Teller als Unterlage. Zusätzlich verhindert eine glasklare Schale in der Größe des Tellers allzu rasches Austrocknen. Aufgegangenes Moos kann samt Papier, das nach einer gewissen Zeit verrottet, umgepflanzt werden.

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Bildquellen:

© www.istockphoto.com/Markus Kaempfer

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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