In heimischen Gärten gilt der Schachtelhalm als Unkraut, das sich schnell ausbreitet und damit so manchen Gärtner verärgert. Nicht nur durch die rasante Verbreitung ist er ein Dorn im Auge, manche Arten des Schachtelhalms enthalten giftige Bestandteile, die Mensch und Tier schaden können. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Giftige Arten und Unterscheidungsmerkmale
Weltweit gibt es zwischen 15 bis 20 Arten des Schachtelhalms. In Deutschland wachsen der Acker-Schachtelhalm, auch bekannt unter dem Namen Zinnkraut und der Sumpf-Schachtelhalm. Wie die Namen andeuten, sind beide Arten durch ihren Standort zu unterscheiden.
Während der Sumpf-Schachtelhalm vor allem in sumpfigen Gebieten oder am Rand von Gartenteichen zu finden ist, wächst der Acker-Schachtelhalm auf Äckern, Feldern und Wiesen. Optisch sind sich beide Arten ähnlich. Unterschiede stellen vor allem die kürzeren Zweige und der dünnere Stiel des Sumpf-Schachtelhalms dar.
Wirkungen und Einsatzbereiche des Schachtelhalms

Alle Bestandteile des Sumpf-Schachtelhalms enthalten das Alkaloid Palustrin sowie ein Enzym, das die Aufnahme des Vitamins B1 stört und dadurch zu Mangelerkrankungen führt. Dies ist besonders für Weidetiere gefährlich, wenn ihrem Heu Sumpf-Schachtelhalm beigemischt ist. Bei Menschen hingegen führt die relativ geringe Konzentration der Inhaltsstoffe nicht zu Vergiftungen. Ein Verzehr ist trotzdem nicht zu empfehlen.
Der Acker-Schachtelhalm enthält hingegen wertvolle Inhaltsstoffe, die sich positiv auf den menschlichen Organismus auswirken. So enthält er unter anderem Kieselsäure, die für ein gesundes Wachstum von Nägeln und Haaren sorgt. Aufgrund der enthaltenen harntreibenden Flavonoide wird Acker-Schachtelhalm bei beginnenden Blasenentzündungen als Tee zubereitet. Bei fertigen Blasen- und Nierentees ist Acker-Schachtelhalm deshalb häufig beigemischt.
Auch eine blutstillende und entzündungshemmende Wirkung ist dem Acker-Schachtelhalm zuzuschreiben. In Form von Umschlägen können Blutungen gestoppt und der Heilprozess beschleunigt werden. Möchte man von den positiven Eigenschaften von Acker-Schachtelhalm profitieren, eignen sich die Monate Mai, Juni und Juli am besten, um die krautige Pflanze zu sammeln.
Aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr von Acker- und Sumpf-Schachtelhalm wird jedoch empfohlen auf fertige Präparate zurückzugreifen, die beispielsweise in Apotheken erhältlich sind. Bei Herz- oder Nierenproblemen sollte auf den Konsum von Acker-Schachtelhalm komplett verzichtet werden.
Expertentipp
Der ungiftige Acker-Schachtelhalm eignet sich zur Herstellung einer Jauche, die zur Stärkung von Pflanzen beiträgt. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind schnell löslich und leicht zu dosieren. Dazu wird ein halbes Kilogramm des Krautes mit fünf Litern Wassern aufgegossen und zwei Wochen abgedeckt stehen gelassen. Die fertige Jauche wird verdünnt und kann entweder gegossen oder direkt auf die Pflanzen gesprüht werden.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare