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Weidengewächse

Weide schneiden

Lars Reibemann

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Weiden sind sehr dekorative Bäume, die gerne in Gärten als optische Hingucker gepflanzt werden. Neben Harlekinweiden, Silber- und Salweiden sind auch Trauer- oder Korkenzieherweiden mit der richtigen Pflege ein echter Blickfang. Weiden gehören nicht nur zu den schnell wachsenden Bäumen, sie sind auch äußerst schnittunempfindlich, sodass sich das Schneiden der Bäume recht unkompliziert und einfach gestaltet.

Der richtige Zeitpunkt

Weiden wachsen sehr schnell und treiben nach dem Schneiden schnell wieder aus. Sie sollten daher insbesondere in kleinen Gärten entsprechend gekürzt und in Form geschnitten werden. Während bei vielen Gehölzen ein Rück- oder Formschnitt nur zu ganz bestimmten Zeiten vorgenommen werden sollte, sind Weiden sehr unempfindlich gegen das Beschneiden der Äste.

Daher ist ein Rückschnitt grundsätzlich vom Herbst bis ins Frühjahr hinein möglich. Im Sommer befinden sich alle Gehölze im Wachstum, sodass ein Rückschnitt durchaus schaden könnte. Darüber hinaus dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz § 39, Absatz 5, Satz 2 Bäume, Hecken und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September grundsätzlich nicht beschnitten werden, damit Lebensraum und Nahrungsgrundlage der darin lebenden Tiere erhalten bleibt.

Dennoch gibt es auch für den Rückschnitt von Weiden günstige und weniger günstige Zeiträume. Dabei gilt der Februar allgemein als der beste Zeitraum zum Schneiden einer Weide. Der Baum befindet sich noch in seiner winterlichen Ruhephase und bildet noch keine neuen Triebe aus. Im Februar trägt die Weide noch keine Blätter. Auch für den Gärtner ist daher weitaus besser erkennbar, welche Äste entfernt werden müssen.

Mit dem richtigen Schnitt die optimale Wuchsform unterstützen

Weiden sind robust und vertragen das Schneiden und Entfernen von Ästen gut. Nach dem Schnitt treiben sie schnell und üppig wieder aus. Ohne regelmäßigen Rückschnitt können Weiden eine beträchtliche Größe erreichen, sodass eine Weide schnell zu groß für den Garten wird, wenn sie nicht regelmäßig zurückgeschnitten wird.

Um eine optimale Wuchsform des Baums zu erzielen, sollte ein Rück- oder Formschnitt immer von außen nach innen erfolgen. Dabei werden zunächst die äußeren Äste entfernt, bevor Äste, die sehr nah am Stamm liegen beschnitten werden.

Das Austreiben neuer Triebe fördern

Es gibt über 450 verschiedene Weidenarten. Doch nur wenige sind in den heimischen Gärten zu finden. Meist handelt es sich dabei um Sorten mit einem hohen Stamm und einem ausgeprägten Kopf mit zahlreichen Trieben und Verästelungen. Um den Hochstamm von Harlekin- oder Kopfweiden zu pflegen, sollten neue Seitentriebe am Stamm regelmäßig entfernt werden.
Die Triebe am Kopf der Weide werden je nach Art recht nahe am Stamm entfernt. So kann die Weide im Frühjahr neue Kopftriebe austreiben und sich eine dicht belaubte Krone entwickeln. Bei Weidenarten mit hängenden Trieben werden die Kopftriebe nicht ganz so nah am Stamm entfernt wie etwa bei der Harlekin- oder Kopfweide.

Mit der richtigen Schnitttechnik die Fäulnisbildung vermeiden

Auch wenn Weidenbäume schnittunempfindlich sind, kann die falsche Schnitttechnik zu Fäulnisbildung und damit zur Erkrankung des Baumes führen. Ein schräg verlaufender Schnitt sorgt dafür, dass das Regenwasser ablaufen kann und die Schnittstelle dadurch schnell wieder trocknet.

Staut sich die Nässe auf der Schnittstelle beginnt diese schnell zu faulen. Wird die Fäulnisbildung nicht rechtzeitig erkannt und bekämpft, kann sich der Fäulnisprozess im Inneren des Stamms weiter ausbreiten. Im schlimmsten Fall kann die Weide dadurch an Stand- und Bruchsicherheit verlieren und der Baum muss gefällt werden.

Um ganz sicher zu gehen, dass keine Nässe in die Schnittstellen eindringen kann, empfiehlt es sich die entsprechenden Stellen nach dem Schnitt mit einem Wundverschlussmittel zu versiegeln.

Wie oft eine Weide geschnitten werden muss

Als Faustregel bei der richtigen Pflege einer Weide hat sich ein Rückschnitt des Baumes alle 6 bis 8 Jahre bewährt. Doch jeder Baum hat seinen eigen Rhythmus beim Wachstum, sodass es durchaus sein kann, dass eine Weide häufiger oder seltener geschnitten werden muss.

Treiben zwischen den Rückschnitten unerwünschte Triebe direkt am Stamm aus, oder ragen einzelne Triebe unschön aus der Krone heraus, sollten diese auch zwischendurch in den Herbst- und Wintermonaten nach dem Austrieb entfernt werden.

Die Trauerweide – die Ausnahme unter den Weiden

Trauerweiden sind wirklich imposante Bäume. Mit ihren herabhängenden Ästen bilden sie eine beeindruckende und ausladende Baumkrone, sodass eine Trauerweide für kleine Gärten eher ungeeignet ist. Doch auch eine Trauerweide kann problemlos zurückgeschnitten werden, wenn sie zu groß wird. Ihre wahre Pracht entfaltet die Trauerweide jedoch erst, wenn sie nicht beschnitten wird und so ihr klassisches Aussehen bewahren kann.

Expertentipp

Bei Schnitt einer Weide ist ein schräger Schnitt wichtig, damit die Schnittstelle nicht fault. Mit einem Wundverschlussmittel können die Schnittstellen zusätzlich versiegelt werden, um eine Fäulnisbildung zu verhindern. Die Versiegelung der Schnittstellen hat beim Schnitt von Weiden jedoch noch einen weiteren Vorteil.

Weiden treiben insbesondere an ihren Schnittstellen schnell und üppig wieder aus. Eine Versiegelung einzelner Schnittstellen kann daher auch dazu genutzt werden, das Wachstum und die Form des Baumes in gewünschter Weise zu beeinflussen. Dort, wo eine Schnittstelle versiegelt wurde, wird die Weide nicht wieder austreiben. Schnittstellen, an denen der Baum hingegen wieder austreiben soll, sollten entsprechend nicht versiegelt werden.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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