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Zypressen im Topf halten

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Zypressen im Topf halten

Das saftige Grün langer Zypressenalleen ist in der Vorstellung vieler untrennbar verbunden mit der Erinnerung an den letzten Urlaub in der Toskana. Das mediterrane Klima ist prädestiniert für den immergrünen Nadelbaum, der bei kühlen, frostigen Temperaturen, wie sie in der gemäßigten Zone vorkommen können, nicht ohne weiteres gedeihen kann. Dennoch muss man auch in Mitteleuropa nicht auf die prächtige Pflanze verzichten, denn mit ein wenig Knowhow fühlt sich die Zypresse auch hierzulande wohl. Der einfachste Weg, den Nadelbaum vor niedrigen Temperaturen zu schützen, ist es, die Zypresse im Topf zu halten. Wie das gelingt und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Zypresse ist nicht gleich Zypresse: Die Wahl der richtigen Sorte

Zypresse ist nicht gleich Zypresse: Die Wahl der richtigen Sorte


Wer in diesem Klima eine Zypresse ziehen und gesund erhalten will, muss bereits beim Kauf darauf achten, das richtige Exemplar für die jeweilige Verwendung zu wählen. Es sind verschiedene Arten erhältlich, die unterschiedlich empfindlich auf niedrige Temperaturen reagieren und sich dementsprechend mehr oder weniger für eine Hecke oder eine Haltung im Topf eignen.

Insgesamt werden 16 Arten unterschieden, die bekanntesten davon sind jedoch die Folgenden:

Mittelmeer-Zypressen

Diese Variante kommt hauptsächlich im mediterranen Klima vor, ist hierzulande aber kaum anzutreffen, da bereits geringe Außentemperaturen fatal sein können.

Leyland-Zypressen

Genau genommen handelt es sich bei diesem Gewächs nicht um eine reinerbige Zypresse, da es eine Züchtung aus einer Nootka-Scheinzypresse und einer Monterey-Zypresse ist. Der Hybrid eignet sich aber hervorragend für Hecken, da er sehr dicht und schnell wächst und darüber hinaus auch wesentlich frostresistenter ist als die Mittelmeer-Zypresse. Leyland-Zypressen sind hierzulande in Gelb und Grün erhältlich.

Kaschmir-Zypressen

Diese ursprünglich aus Bhutan stammende blau grüne Zypressen-Art sieht man oft vor Tempeln, weil sie mit den schuppigen, von den Ästen herabhängenden Blättern, ein besonderes Bild abgibt. Für die Anzucht in der gemäßigten Zone ist sie aber nicht geeignet, weil sie nicht winterhart ist. Wer die Zypresse aber zum Beispiel im Topf im Wintergarten platzieren will, kann auf diese Art zurückgreifen.

Yunnan-Zypressen

Die aus China stammende Pflanze ist deutlich resistenter gegen Kälte als die Kaschmir-Zypresse, bei -12° ist aber auch bei ihr mit Schäden zu rechnen. Als Zierpflanze in geschützten Bereichen kann sie durchaus auch in diesen Breitengraden gedeihen.

Monterey-Zypressen

Diese Art trifft man vermehrt an der amerikanischen Küste und in Neuseeland an, selten aber in Mitteleuropa, was auch daran liegt, dass ihre Frostresistenz bei -6° bis -12° an ihre Grenzen stößt. Sie ist aber auch in Europa aufgrund ihrer besonderen gelbgrünen Blätter als Zimmerpflanze beliebt.

Scheinzypressen

Sie sieht einer echten Zypresse zum Verwechseln ähnlich, besitzt aber flachere Blätter. Der Vorteil der Scheinzypressen besteht darin, dass sie wesentlich Frostresistenter sind und somit auch im Garten eingesetzt werden können.

Augen auf beim Zypressen-Kauf

Augen auf beim Zypressen-Kauf
Zypressen erhält man in der Regel in Gartencentern, Gärtnereien und Baumschulen, manchmal sogar im Supermarkt. Beim Kauf der einzelnen Pflanzen ist nicht nur zu überlegen, welche Art für das Einpflanzen im Topf geeignet ist und welche Farbe besonders stimmig ins Gesamtkonzept ihrer Umgebung passt. Auch die konkrete Auswahl einzelner Pflanzen sollte bedacht getroffen und nicht an der falschen Stelle gespart werden. Kleinere Pflanzen sind zwar oftmals günstiger, jedoch auch weitaus empfindlicher. Soll die Zypresse also im Freien stehen, empfiehlt es sich bereits zu einem größeren Exemplar zu greifen. Zusätzlich sollte man die Pflanze sorgfältig begutachten, damit man keine von Schädlingen befallene Zypresse mit nach Hause nimmt. Die häufigsten Schädlinge, die auf Zypressen auftauchen sind Miniermotten, Borkenkäfer und Schmierläuse, die bei genauer Betrachtung der Pflanze gut erkennbar sind.

Gut eingetopft: Einsetzen der Zypresse in den passenden Topf

Gut eingetopft Einsetzen der Zypresse in den passenden Topf
Hierzulande ist es ratsam, die Zypresse im Topf zu ziehen, da sie so bei Frost kurzerhand in einen geschützten Bereich transportiert werden kann. Es ist aber zu beachten, dass die Pflanze, wird sie isoliert in einem Topf gehalten, auf die optimalen Bedingungen in diesem angewiesen ist. Das bedeutet, dass unbedingt für ausreichend Platz, adäquate, lockere Erde, ausreichend Flüssigkeit, Flüssigkeitsdurchlässigkeit des Substrats und Vermeidung von Staunässe zu sorgen ist. Die idealen Wachstumsbedingungen liegen in humusreichem, lehmigem Boden vor.

Zusätzlich ist es ratsam, am Boden des Topfes eine Schicht aus Tonscheiben, Sand, Blähton oder Kies als Drainage zu legen. Da Zypressen viel Wasser benötigen, sollte ein Unterteller unter dem Topf platziert werden. Auch die Größe des Topfes ist relevant, nicht nur um den Wurzeln genügend Platz zur Verfügung zu stellen, sondern auch um zu verhindern, dass die Pflanze umkippt. Abgesehen davon kann in einem großen Topf mit mehr Erde mehr Wasser gespeichert werden.

Pflegeleichtes Immergrün

Die Zypresse bedarf keiner besonders aufwendigen Pflege, um das gesamte Jahr hindurch gesunde, grüne Blätter zu zeigen. Essenziell sind vor allem der Standort und die Versorgung mit Flüssigkeit sowie im Falle von Schädlingen das rechtzeitige Einschreiten. Bezüglich des Standortes mag es die Zypresse gern, wenn sie möglichst hell und sonnig, zumindest aber halbschattig aufgestellt wird. Zudem sollte sie nicht zu starkem Wind ausgesetzt werden. Sind diese Bedingungen gegeben, verlangt sie nur regelmäßig Wasser, Staunässe sollte aber vermieden werden. In einem großen Topf kommt sie mit dem in der Erde gespeicherten Wasser eine Weile gut aus, wobei die Frequenz des Gießens auch von der Art abhängig gemacht werden muss.

Gut im Futter: Nährstoffversorgung der Zypresse

Die notwendigen Nährstoffe müssen der Zypresse über die Erde, Wasser und gelegentlich Dünger zur Verfügung gestellt werden. Die Erde ist richtig beschaffen, wenn sie durchlässig und leicht sauer ist. Beim Gießen ist ausschlaggebend um welche Art es sich handelt, wobei die Erde aber bei allen Zypressen permanent feucht sein sollte. Speziell Monterey- und Yunnan-Zypressen haben einen erhöhten Wasserbedarf, da sie diese Feuchtigkeit gewöhnt sind. Generell ist der Wasserbedarf aber auch von der Jahreszeit, beziehungsweise von der Temperatur und Witterung abhängig, weshalb eine Zypresse im Sommer intensiver gegossen werden muss als im Winter, wenn sie im Schatten steht. Ebenso ist zu bedenken, dass starker Wind die Erde austrocknen kann. Bei der Aufzucht im Topf ist auch mit erhöhtem Bedarf an Dünger, der im Sommer, bei sehr sonnigem Standort wöchentlich beim Gießen zugeführt werden sollte, zu rechnen.

Richtig schnittig: Das Schneiden der Zypresse

Viele Hobbygärtner zögern den Moment des Zurückschneidens der Zypresse hinaus, weil sie befürchten, durch eine falsche Bewegung das Gesamtbild der schönen Pflanze zu zerstören oder die Pflanze nachhaltig zu schädigen. Tatsächlich sollte man auch darauf achten, nur frische Triebe zurückzuschneiden, um die Form zu erhalten, dabei aber nicht ins Holz vorzudringen, da dieses dann nicht nachwächst. Triebe und älteres Holz lassen sich aber optisch und haptisch gut unterscheiden. Sowohl bei einer Hecke als auch im Topf trägt der gerade, aufrechte Wuchs der Zypresse erheblich zu ihrer ästhetischen Wirkung bei, weshalb beim Zurückschneiden keine komplizierte Form angestrebt werden muss. Wer die Zypresse beim Einsetzen ideal positioniert hat, kann beobachten, wie die Pflanze von sich aus einen geraden Wuchs verfolgt. Die richtige Jahreszeit für den Schnitt ist bei im Freien stehenden Pflanzen der Frühling, denn nach dem Winter gilt es, abgestorbene Triebe zu entfernen. Wer die Pflanze aber im Warmen hält, muss auf die Jahreszeit weniger Rücksicht nehmen.

Expertentipp

Selbst wenn ein großer Topf gewählt wurde, ist es ratsam, die Zypresse mindestens alle drei Jahre umzutopfen. Das verhindert, dass die Nährstoffe der Erde verbraucht werden, und ermöglicht es der Pflanze, die Wurzeln in der frischen, lockeren Erde zu vergraben, wodurch die Blätter wieder frischer erscheinen und das Wachstum gefördert wird.

Häufig gestellte Fragen

Was tun bei braunen Blättern?

Beginnen sich bei der Zypresse braune Blätter zu bilden, kann das an der Nährstoffversorgung oder an Parasitenbefall liegen. Zunächst ist also auszuschließen, dass die Pflanze zu trocken gehalten wird, aber auch keine Staunässe vorliegt. Ebenso kann aber auch Überdüngung der Grund sein. Konnte keine Überversorgung mit Nährstoffen erkannt werden, hilft es, nach Parasiten zu suchen. Leider sind aber häufig auch die Wurzeln von Pilzen befallen. Dieser lässt sich zwar per se nicht sehen, wenn er unter der Erde ansetzt, er zeigt aber häufig braune Stellen, die sich von innen bis hin zu den Spitzen ausbreiten. Bei Schädlingen und Pilzen sind die üblichen Fungizide meist sehr hilfreich, bei sehr fortgeschrittenem Befall kann aber auch ein radikaler Rückschnitt nötig werden.

Wie überwintert man eine Zypresse?

Im Winter sind Zypressen anspruchsloser, werden sie kühl und im Schatten, beziehungsweise bei geringem Licht gehalten. Sofern dort keine zu niedrigen Temperaturen herrschen, eignet sich auch der Keller sehr gut für eine im Topf gehaltene Zypresse. Gegossen werden muss die Pflanze aber dennoch, wenn auch mit geringerer Frequenz.

Wie setzt man eine Zypresse im Topf ein?

Eine gekaufte Zypresse bekommt man häufig mit einem Netz um die Wurzel. Dieses muss nicht zwingend entfernt, nur eingeschnitten werden. Die Wurzel sollte man eine Nacht lang in Wasser eingelegt haben, bevor man sie in eine Pflanzgrube im Topf setzt, die etwa doppelt so breit ist, wie die Wurzel selbst, damit diese genügend Platz hat. Zudem ist darauf zu achten, die Pflanze möglichst aufrecht in die Mulde zu stellen, da der gerade Wuchs viel zur Ästhetik beiträgt. Das ideale Substrat für die immergrüne Pflanze ist mit Blaukorn oder Hornspänen versetzt.

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