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Unkraut, Moos & Schimmel

Giersch bekämpfen

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Giersch bekämpfen

Der gewöhnliche Giersch (Aegopodium podagraria) ist eine in Europa häufig vorkommende Wildpflanze, die auch immer wieder in den Gärten wächst. Auch wenn der Giersch wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe als Heilpflanze eine immer größere Bedeutung gewinnt, kann sie dort schnell zu einem Problem werden. Denn der Giersch wuchert stark und lässt sich dort, wo er sich angesiedelt hat, nur schwer wieder restlos entfernen. Das einfache Auszupfen bringt keinen großen Erfolg, da die Wurzeln unterirdisch ein weites Geflecht entwickeln. Aus den Rhizomen wachsen dann nach kurzer Zeit neue Pflänzchen hervor. Wer seinen Giersch im Garten restlos und auf Dauer entfernen möchte, sollte daher methodisch vorgehen.

Wie erkennt man den Giersch?

Wie erkennt man den Giersch

Der Giersch ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die flächendeckend auch große Gebiete bedecken kann. Wo sie sich angesiedelt hat, da bleibt sie auch gerne und vermehrt sich rasant. Mit einer Wuchshöhe von durchschnittlich 30 bis 100 cm verdrängt sie mitunter andere Kulturpflanzen. Daher gilt sie, obwohl sie eine wertvolle Heilpflanze ist, bei Gärtnern landesüblich als Unkraut und ist nicht gerne auf dem eigenen Grundstück gesehen.

Der Giersch besitzt einige Eigenheiten, mit deren Hilfe sie sich auch von einem Laien gut von ähnlich aussehenden Unkräutern unterscheiden lässt.

Das dominanteste Merkmal, das den Giersch unverwechselbar macht, ist sein dreieckiger Stängel. Dieses charakteristische Kennzeichen wird besonders dann ersichtlich, wenn man sich dessen Querschnitt ansieht, also den Stängel zertrennt, idealerweise direkt am Übergang zwischen Stängel und Wurzel.

Eine weitere Eigenart des Gierschs ist die Anzahl der Blätter, die bei einer gesunden Pflanze immer genau drei beträgt. Das bedeutet, dass an dem Hauptstängel der Pflanze wechselseitig drei Blattstiele mit jeweils drei Blättern wachsen. Diese sind länglich und spitzen sich am Ende zu. Der Rand der Blätter ist gezahnt.

Während der Blütezeit bilden sich hohe Stängel mit sogenannten Dolden, welche 12- bis 25-strahlig ausgebildet sind und eine weiße Farbe entwickeln. Die Samen ähneln dem Kümmel, sind jedoch meist kleiner.

Der Giersch als Heilpflanze

Der Giersch als Heilpflanze
In der Vergangenheit war der Giersch ein beliebtes Wildgemüse, welches als Salat oder wie Spinat zubereitet wurde. Zudem wurde das Kraut in der Volksheilkunde als hoch wirksames Mittel gegen Rheuma und Gicht sehr geschätzt. Denn die Inhaltsstoffe des Gierschs wirken unter anderem:

  • entzündungshemmend
  • antirheumatisch
  • entwässernd
  • abführend
  • beruhigend
  • verdauungsanregend
  • harntreibend
  • harnsäurelösend

Bevor man also gnadenlos den gesamten Giersch aus dem Garten entfernt, sollte man sich überlegen, ob man ihn nicht in den Speiseplan integrieren kann und somit auch noch kostenfrei seiner Gesundheit etwas Gutes tut. Denn prinzipiell ist es von Vorteil, wenn der Giersch im eigenen Garten wächst. Es können auch bedenkenlos regelmäßig größere Mengen für den Speiseplan verwendet werden, da er beim Kochen oder Braten ähnlich wie Spinat sehr zusammenfällt. Die Sammelzeit sollte sich jedoch auf den Zeitraum April bis Juli beschränken, da die älteren Blätter sonst zu hart und bitter werden.

Auch für die Fütterung an pflanzenfressenden Haus- und Nutztiere eignet sich der Giersch hervorragend. Kein Grund also, in Panik zu verfallen, wenn sich der erste Giersch auf dem Grundstück sehen lässt. Vorausgesetzt, man überwacht sein Wachstum und hält dieses schnell wachsende und leicht wuchernde Pflanze in Schacht. Und dafür gibt es mehrere Möglichkeiten.

Wie lässt sich der Giersch wirksam bekämpfen?

Um den Giersch an unerwünschten Stellen zu beseitigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Folgenden werden die gängigsten Methoden erklärt.

Das Ausgraben

Eine Möglichkeit ist natürlich das Ausgraben der Pflanzen. Besonders einfach geht dies mithilfe einer Grabegabel. Wie beim traditionellen Umgraben wird hier die Pflanze mitsamt Wurzel aus dem Erdreich gehoben. Auf diese Weise lässt sich der Großteil von Giersch auf schnelle Weise entfernen. Jedoch reichen die weit verzweigten Wurzeln bis in eine Tiefe von bis zu 2 Metern. Wird nur ein winziges Stück im Boden zurückgelassen, so wird sich daraus wieder eine neue Pflanze und mitunter Plage im Garten bilden.

Das Abdecken

Genau wie der Mensch benötigen auch Pflanzen Licht, Luft und Sauerstoff zum Leben. Wird ihnen dies für einen längeren Zeitraum entzogen, so werden sie dauerhaft eingehen und auch nicht mehr wiederkommen. Dies gilt auch für den Giersch. Bewährt haben sich hierfür zum Beispiel dicke Sandschichten oder eine dunkle Plane. Jedoch bietet sich diese Möglichkeit nur in den seltensten Fällen an, da der Giersch großflächig und mindestens für ein halbes Jahr vollkommen lichtdicht verdeckt bleiben muss. Befinden sich auch andere Pflanzen in unmittelbarer Umgebung, leiden natürlich auch diese.

Das Abbrennen

Unkraut abzubrennen hat sich ebenfalls inzwischen bewährt. Bei dem Giersch lohnt es jedoch nur, solange die Pflanzen im Frühjahr neu sprießen und dementsprechend noch recht klein sind. Nachteil: Der Giersch verschwindet nur vorübergehend, da die Wurzeln nicht behandelt werden und nach kurzer Zeit wieder austreiben. Auch Kälte bewirkt nichts, da der Giersch frostfest ist und die Wurzeln im tiefen Erdboden auch einen harten Winter problemlos überstehen.

Das Behandeln mit Unkrautvernichter

Eine sichere Methode ist das Gießen mit einem handelsüblichen Unkrautvernichter. Hier werden oftmals auch die Wurzeln mit behandelt. Die dauerhafte Ausrottung kann so funktionieren. Da Unkrautvernichter jedoch giftig sind, sollten sie nicht in Gärten zum Einsatz kommen, in denen sich auch Kinder und/oder Haustiere aufhalten. Zudem sind sie nicht gut für die Umwelt, schädigen sie doch auch andere Kulturpflanzen und können mitunter selbst Insekten und ihren Fressfeinen zum Verhängnis werden. Viele Betroffene möchten daher zu natürlichen Mitteln greifen.

Natürliche Hausmittel zum Entfernen von Giersch

Wer ohne eine schweißtreibende Gartenarbeit und Umweltgifte seinen Giersch im Zaum halten möchte, kann sich im Internet Tipps und Tricks zum Thema umweltfreundliche Unkrautvernichtung holen. Eine Möglichkeit wäre das Pflanzen von Gewächsen, neben denen der Giersch nicht gedeihen kann oder die Herstellung von Gießwasser aus pflanzlichen Abfällen.

Eine Kulturpflanze, die der Giersch nicht mag

Der Giersch ist recht robust und gedeiht fast unter allen Bedingungen. Es gibt jedoch einige Pflanzen, die dank ihrer individuellen Inhalts- oder Duftstoffe sein Wachstum hemmen und so seine Ausbreitung verhindern können. Als wirksame Nutzpflanze ist hier die Kartoffel zu nennen. Wird diese in der Nähe gepflanzt, so meidet der Giersch dieses Gebiet. Wer nun keine Kartoffeln anpflanzen möchte, kann auch Teile der Knolle im Boden vergraben. Fingergroße Stücke in regelmäßigen Abständen reichen in der Regel bei einem leichten Befall bereits aus.

Natürlich hergestellte Unkrautvernichter

Wer regelmäßig kochendes Wasser auf den Giersch gießt, wird die Pflanze auf Dauer vernichten, mit Glück auch bis tief in das Erdreich hinein. Jedoch sollte frühzeitig damit begonnen werden. Denn ein bereits sich ausgebreiteter Pflanzenteppich ist so nur schwer unter Kontrolle zu bringen.

Wer sich über natürlich hergestellte Unkrautvernichter schlau machen möchte, kann dazu das Internet zurate ziehen. Denn online können zahlreiche Tipps zu diesem Thema eingesehen werden, die entweder per ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitungen oder als anschauliche Videos präsentiert werden.

Expertentipp

Ein Sud aus Kartoffelschalen kann den Giersch ebenfalls auf natürliche und umweltschonende Weise zu Leibe rücken. Dazu sollten die Schalen klein geschnitten und vollständig mit Wasser aufgegossen werden. Diesen Sud lässt man dann drei bis vier Tage abgedeckt stehen, bevor man es zum Gießen verwendet. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Prozedur alle vier Tage wiederholt werden sollte.

Der Nachteil: Erste Erfolge sind erst nach mehreren Wochen ersichtlich. Wächst der Giersch an dieser Stelle sehr schnell, so ist es fraglich, ob man alle Triebe damit erreicht und somit eine volle Wirkung erzielt.

Der Vorteil: Dicht nebenan wachsende Pflanzen werden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Auch für Tiere ist dieser Sud völlig ungefährlich.

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Bildquellen:

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