Viele Kleingärtner legen sich einen Komposter zu, um ihren Rasen- und Baumschnitt, aber auch geeignete Obst- und Gemüsereste so anzulegen, dass ein vollwertiger Dünger für die Pflanzen entsteht und auf diese aufgebracht werden kann. Hin und wieder fängt ein Komposthaufen an, unangenehm zu riechen. Welche Ursachen es dafür gibt und was Sie dagegen unternehmen können, wird in diesem Ratgeber erläutert.
Die Ursachen, warum ein Kompost stinken kann
Der Verrottungsprozess im Kompost, der für die Herstellung des hochwertigen Humus notwendig ist, fängt an zu riechen, wenn durch Sauerstoffmangel ein Fäulnisprozess stattfindet. Bakterien sorgen dann für die übelriechenden Gase Ammoniak und Schwefelwasserstoff.
Die Ursachen für den Sauerstoffmangel können sein:
- zu viel Nässe
- zu wenig Sauerstoff
- ungeeignete Abfälle
Im Kompost entsteht zu viel Wasser durch die Beigabe nasser Abfälle, was durch feuchten Rasenschnitt, vergorenes Obst oder klammes Laub wesentlich dazu beiträgt. Wenn das durch die Kompostierung entstehende Schwitz- und Kondenswasser nicht ablaufen kann, führt das zu einem nassen und stinkenden Kompost. Den Platz des Komposts sollten Sie halbschattig wählen. Kommt zu wenig Sonne heran und ist der Untergrund wasserundurchlässig, führt das wiederum zur unerwünschten Staunässe.
Haben die Seitenwände des Komposter keine oder nur wenige Löcher oder Schlitze, ist keine ausreichende Belüftung gewährleistet. Dadurch bleibt der Kompost zu nass und fault.
Achten Sie darauf, dass die Beigaben des Komposts nicht nur feuchte Bestandteile enthalten, da somit der Kompost zu feucht wird und zu faulen anfängt.
Wie sollte ein Kompost richtig angelegt sein?

Beim halbschattigen Standplatz des Komposts ist darauf zu achten, dass der Boden genügend Wasser aufnehmen kann, die der Kompost abgibt. Das Material kann sowohl aus Holz als auch Plastik sein. Wichtig sind ausreichende Lüftungsschlitze, die aber die Statik des Komposts nicht beeinträchtigen sollen.
Nicht auf den Kompost gehören:
- Milchprodukte
- Back- und Zuckerwaren
- Fisch- oder Fleischreste
- Müll wie Plastik oder Glas
Entscheiden Sie sich für ein Zweikammersystem, können Sie ohne längere Wartezeiten auf Ihren Dünger zugreifen. Ist die erste Kammer komplett gefüllt und mit Erde abgedeckt, kann mit der Befüllung der zweiten Kammer begonnen werden. Ist der Kompost der ersten Kammer nach einiger Zeit im Garten verteilt, steht er wieder zu einer Neubefüllung bereit. Der Komposter sollte mindestens 1 Kubikmeter groß sein. Bei einem größeren Garten wählen Sie besser großzügigere Abmaße.
Was kann man gegen auftretende Gerüche unternehmen?
Wenn Sie glauben, alles richtig gemacht zu haben und trotzdem unangenehme Gerüche durch den Kompost entstehen, gibt es einige Tipps, die Sie anwenden können: Streuen Sie Gesteinsmehl über den Kompost. Somit kann der unangenehme Geruch vorerst eingedämmt werden. Auch Kalk ist für die Eindämmung oberflächlicher Geruchsherde geeignet.
Überprüfen Sie noch einmal, ob alle notwendigen Bedingungen für Ihren Kompost eingehalten wurden. Sollte sich beispielsweise herausstellen, dass beim gewählten Standort die Luft zu wenig zirkuliert, kann dies ein Grund für die Fäulnisprozesse sein. Ein Standortwechsel ist unumgänglich, wenn Sie einen geruchsfreundlichen Kompost anstreben.
Expertentipp
Um optimale Ergebnisse eines Komposthaufens zu erzielen, sollte Sie ihn ein halbes Jahr lang befüllen. Warten Sie dann noch ein weiteres halbes Jahr ab, ohne weitere Zuführung von Abfällen, um den Verrottungsprozess zu vervollkommnen. Nach einem Jahr ist frischer Humus entstanden, der nach Waldboden riecht und für Ihre Pflanzen verwendet werden kann.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare