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Pflanzenvermehrung

Pilze – Vermehrung durch Sporen

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Pilze - Vermehrung durch Sporen

Pilze wurden lange Zeit den Pflanzen zugeordnet. Tatsächlich aber bilden Pilze eine ganze eigene Ordnung, die weder zu den Pflanzen, noch zu den Tieren gezählt werden kann. Die Vermehrung von Pilzen verläuft in den meisten Fällen asexuell und unterscheidet sich daher weitgehend von der Vermehrung im Tierreich.

Mit der Vermehrung von Pflanzen hat die Fortpflanzung bei Pilzen jedoch diverse Ähnlichkeiten, sodass sich Pilze relativ einfach durch Sporen vermehren lassen.

Pilze bilden ein komplexes unter- und oberirdisches Gebilde

Pilze bilden ein komplexes unter- und oberirdisches Gebilde

Das, was allgemein als Pilz bezeichnet wird, ist eigentlich nur ein kleiner Teil der gesamten Lebensform. Der größte Teil befindet sich, für den Betrachter unsichtbar, unter der Erde und besteht aus dem sogenannten Myzel. Das ist ein Geflecht aus fadenförmigen Zellen, welches den eigentlichen Pilz ausmacht.

Nur dort, wo das Pilzmyzel bereit ist Sporen auszubilden, erscheint der oberirdische Teil des Pilzes. Die in dem oberirdischen Pilzkörper gebildeten Sporen verbreiten sich auf natürliche Art mithilfe des Windes. Doch Pilze können sich auch direkt über das unterirdische Myzel weiter ausbreiten.

Die Besonderheiten von Pilzsporen

Die Besonderheiten von Pilzsporen
Oberflächlich betrachtet erscheint die Vermehrung von Pilzen mithilfe von Sporen der Vermehrung von Pflanzen sehr ähnlich zu sein. Müssen bei Pflanzen die reifen Samen nur ausgesät werden, können auch Pilzsporen an einem geeigneten Platz ausgebracht werden, damit sich daraus neue Pilze entwickeln.

Tatsächlich gibt es jedoch einige wichtig Unterschiede zwischen Pflanzensamen und Pilzsporen. Während die Fruchtkörper, also die Samen von Pflanzen, einen Zellkern mit doppeltem Chromosomensatz besitzen, um so eine neue Pflanze hervorbringen zu können, verfügen Pilzsporen nur über einen Zellkern mit einfachem Chromosomensatz.

Insofern sind Pilzsporen eher mit Pflanzenpollen vergleichbar. Bei allen Pflanzen- und Tierarten verschmelzen nach der Befruchtung zwei Zellkerne mit jeweils einem Chromosomensatz zu einer neuen Zelle mit einem Kern, bestehend aus einem doppelten Chromosomensatz.

Bei Pilzen ist dies anders, denn grundsätzlich behalten die Zellen auch nach der Verschmelzung zwei getrennte Zellkerne. Einige Pilzarten, wie etwa Champignons, besitzen die vermehrungsfähigen Zellen sogar mehrere Zellkerne.

Bei Pflanzen erfolgt die Verschmelzung der vermehrungsfähigen Zellen bei der Befruchtung, sodass ihre Samen bereits keimfähige Fruchtkörper sind, aus denen eine neue Pflanze hervorgehen kann.

Werden Pilzsporen indes auf der Erde ausgebracht, keimen sie zwar auch und bilden winzige Wurzeln – auch Primärmyzel oder Hyphen genannt. Doch nur wenn zwei passende Hyphen aufeinandertreffen, entwickelt sich ein neuer oberirdischer Pilzkörper. Dieser wird auch als Fruchtkörper bezeichnet. Der Fruchtkörper bildet letztendlich die Sporen aus, aus denen sich neue Hyphen entwickeln.

Sporen- oder Impfstäbchen – der sichere Weg zur Vermehrung

Da die Verschmelzung zweier durch Sporen entstandener Hyphen unter der Erde geschieht, ist das Ausbringen von Pilzsporen auf die Erde noch kein Garant dafür, dass tatsächlich neue oberirdische Pilzkörper entstehen.

Professionelle Pilzzüchter verwenden daher spezielle Sporen- oder Impfstäbchen zur sicheren Vermehrung. Diese sind bereits mit zusammenpassenden Sporen versehen und können an geeigneter Stelle in den Boden oder in Baumstümpfen ausgebracht werden. So entsteht eine Pilzkultur, die sich schnell mit einem Pilzmyzel besiedelt, aus dem oberirdische Fruchtkörper entstehen.

Expertentipp

Wenn Pilze im Herbst ihre Fruchtkörper ausbilden, ist die Zeit der Pilzsammler gekommen. Viele Sorten sind äußerst schmackhaft und deshalb sehr begehrt.

Doch Pilzsammler sollte darauf achten nicht alle Pilze abzuernten. Stattdessen sollte ein Teil der gefundenen Fruchtkörper an seinem Platz verbleiben. Nur wenn genügend Fruchtkörper übrig bleiben, können diese ihre Sporen verbreiten, sodass sich auch im nächsten Jahr neue schmackhafte Pilze entwickeln.

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© www.istockphoto.com/Svetlana Sarapultsev

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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