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Rasen kalken

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Rasen kalken

Saftiger, grüner, dichter Rasen -der Traum eines jeden Hobbygärtners. Entscheidend dafür ist der pH-Wert der Erde. Kalken kann diesen Wert regulieren. Im Gegensatz zu Rasendünger und Kompost, die jedem Rasen gut tun, ist Kalk nur in bestimmten Fällen von Vorteil. Er ist kein Allheilmittel; Sie sollten Ihren Rasen nie „vorsorglich“ kalken, denn bei falscher Verwendung oder Überdosierung des Kalkes könnten Sie Ihrem Rasen schaden.

Warum der Rasen gekalkt werden muss

Viele Hobbygärtner greifen jeden Herbst auf Kalk zurück, um das Mooswachstum zu verringern. Dieser Plan wird allerdings nicht funktionieren, denn Moos gehört zu jenen Gewächsen, die nicht sonderlich wählerisch sind, was ihren Untergrund betrifft, und auf saurem Boden wie auch auf leicht basischen Böden gut wachsen können.

Die Erde in Ihrem Garten muss nicht jedes Jahr gekalkt werden, wie es bei Dünger der Fall ist. Tatsächlich sollten Sie Ihren Rasen nur kalken, wenn der Boden übersäuert ist. Ein Anzeichen dafür ist viel Moos im Rasen. Saure Erde büßt einiges an Nährstoffverfügbarkeit im Boden ein und das hat eine negative Wirkung auf das Graswachstum und eine positive auf das Mooswachstum. Das Gras ist kraftlos, trocken und wird schnell gelb, dafür breitet sich das Moosgewächs auf dem Boden ungehindert aus.

Doch passen Sie auf: Rasengräser bevorzugen einen leicht sauren Boden, keinen neutralen. Sollten Sie also grundlos Kalk verstreuen, schießt der pH-Wert nach oben und Sie haben ein perfektes Zuhause für Unkraut, Brennnesseln, Löwenzahn und Klee geschaffen. Um Ihrem Rasen zu geben, was er braucht, müssen Sie also wissen, wie es um den pH-Wert der Erde steht.

Den pH-Wert des Bodens messen

Den pH-Wert des Bodens messen

Bevor es ans Kalken Ihres Rasens geht, sollten Sie den pH-Wert Ihres Gartenbodens messen. Nur so können Sie mit der richtigen Dosis kalken. Im Gartenhandel oder im Internet finden Sie ausreichende Angebote für günstige und genaue Testsets, die einfach zu verwenden sind. Entnehmen Sie Ihrem Rasen an mehreren Stellen des Gartens Erde, um ein genaues Testergebnis und verlässliche Werte zu erhalten. Den pH-Test können Sie jederzeit durchführen. Entnehmen Sie kleine Mengen Erde aus fünf bis zehn Zentimeter Tiefe, vermengen Sie die verschiedenen Erdproben in einem Glasgefäß gut miteinander und fügen Sie anschließend etwas destilliertes Wasser hinzu. Dann können Sie den pH-Wert messen und der Test zeigt Ihnen zuverlässig, ob es Ihrem Gartenboden an Kalk fehlt oder nicht.

So entsteht saurer Gartenboden

So entsteht saurer Gartenboden
Besonders auf feuchten und stark bewachsenen Böden kommt es oft zu einer Übersäuerung. Abgemähtes Gras und andere organische Stoffe, wie tote Insekten, können durch den Sauerstoffmangel nicht vollends zersetzt werden und beginnen zu verwesen. So entstehen organische Säuren, die den pH-Wert im Boden absinken lassen. Auch saurer Regen oder häufiges, mineralisches Düngen tragen zur Versauerung der Erde bei.

Niedrige pH-Werte schränken die Vitalität Ihrer Rasengräser ein. Sie können sich an folgenden Grenzwerten orientieren, unter denen Sie Ihren Rasen kalken sollten. 5,5 gilt als Grenzwert für sandige Böden. Für Lehmböden liegt der perfekte pH-Wert bei 6,5. Auf mittelschweren Böden wächst Gras am besten bei einem pH-Wert von 6,0.

Den Gartenkalk richtig dosieren

Den Gartenkalk richtig dosieren
Zum Kalken Ihres Rasens verwenden Sie am besten kohlensauren Kalk. Dieser wird in jedem Gartenfachhandel als „Gartenkalk“ angeboten. Wenn Ihnen das Kalken zu staubig scheint, können Sie auf die gekörnten Produkte zurückgreifen. Für sandigen Boden gelten als Faustregel 150 bis 200 Gramm Gartenkalk pro Quadratmeter, wenn der pH-Wert von seiner Norm abgewichen ist. Für Lehmböden, deren pH-Wert leicht abgesunken ist, benötigen Sie die doppelte Menge an Gartenkalk.

Die richtige Zeit zum Kalken

Die meisten Hobbygärtner kalken im Herbst. Der perfekte Zeitpunkt zum Kalken ist jedoch der Frühling, sobald der Schnee abgeschmolzen ist. Am besten vertikutieren Sie den Boden, bevor das Rasenwachstum einsetzt. Das sorgt für eine bessere Sauerstoffzufuhr in der Erde. Im Herbst kann Ihr Rasen auch gekalkt werden (vorzugsweise nach dem Mähen oder Vertikutieren). Es ist allerdings nicht ideal, da die kurzfristige Erhöhung des pH-Wertes zu dieser Jahreszeit Rasenkrankheiten wie Schneeschimmel fördern kann.

Streuen Sie den Kalk nur bei trockenem Boden aus und achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung. Kalken Sie an einem windstillen, bewölkten Tag, an dem Sie idealerweise mit Regen rechnen können. Direkte Sonneneinstrahlung nach dem Kalken kann zu Verbrennungen der Gräser führen. Bewässern Sie Ihren Garten nach dem Kalken und vermeiden Sie das Betreten nach Möglichkeit einige Zeit. Halten Sie auch Kinder und Haustiere von der frisch gekalkten Wiese fern.

Den Rasen kalken und gleichzeitig düngen – geht das?

Die gleichzeitige Verwendung von Dünger und Kalk bei Ihrem Rasen ist wenig sinnvoll. Wenn ammoniumhaltiger Dünger auf Kalk trifft, kommt es zur Bildung von übelriechendem Ammoniak. Dadurch verlässt Stickstoff gasförmig und ungenutzt den Boden.

Auch das Ausbringen von Kalk und Superphosphat (einem beliebten Phosphatdünger) ist nicht sonderlich clever. Auf diese Weise entstehen schwerlösliche Calciumphosphate. So werden Kalzium und Phosphat für den Rasen unzugänglich und die Kalkung hat ihre Sinnhaftigkeit verfehlt. Also am besten: Kalken und Düngen strikt trennen. Warten Sie nach einer Düngung zwei Monate ab, bevor Sie mit der Kalkung fortsetzen. Beachten Sie auch, dass einige Langzeitdünger eine längere Wirkung haben und sich nicht mit dem Streuen von Kalk überschneiden sollten.

Organische Rasendünger vertragen sich dabei noch am besten mit Kalk.

Expertentipp

Der Hauptgrund der Übersäuerung Ihres Gartenbodens ist mit einmaligem Kalken nicht behoben, das heißt aber nicht, dass Sie nicht dauerhaft etwas gegen die Ursache tun können. Bedecken Sie verdichtete Böden jeden Frühling mit einer Schicht Bausand; etwa ein bis drei Zentimeter hoch, so dass die Grashalme noch zur Hälfte herausschauen. Die Sandkörner werden mit der Zeit in den Boden einsinken und ihn lockerer und weicher machen. Bei jährlichem Sanden müssen Sie mit drei bis vier Jahren rechnen, bis der Effekt dauerhaft sichtbar wird, aber es lohnt sich dranzubleiben. Das Mooswachstum wird zurückgehen und das Gras wird grüner und vitaler erstrahlen. Wenn Sie dieses Stadium erreicht haben, ist das Kalken nicht mehr notwendig.

Häufig gestellte Fragen

Was bewirkt Kalk auf dem Rasen?

Kalken ist nur dann notwendig, wenn die Bodenqualität für den Rasen nicht optimal ist. Ist die Erde übersäuert, kann Kalk dafür sorgen, dass das Gras wieder grün und saftig sprießt.

Wann und wie sollte ich den Rasenboden am besten kalken?

Im Frühjahr ist die ideale Zeit zum Kalken; am besten vertikutieren Sie den Boden vorher. Geben Sie dem Boden nach dem Kalken etwa vier Wochen Zeit zum Ruhen, damit er den Kalk aufnehmen kann.

Woran erkenne ich, dass ich meinen Rasen kalken muss?

Nicht nur die extreme Moosbildung ist ein Indikator für eine Übersäuerung der Erde. Auch die vermehrte Ausbreitung von Sauerampfer, Hahnenfuß, Kriechendem Fingerkraut und Krankheiten, wie beispielsweise Pilzbefall oder Grasmilben, sind ein Hinweis für zu saure Erde.
Sicher können Sie sich aber erst mit einem pH-Test sein.

Wann soll ich den Rasen gegen Moos kalken?

Das Kalken des Rasens kann das Mooswachstum verringern, sollte aber nie primär dafür verwendet werden, sondern nur bei einer Übersäuerung des Bodens. Versuchen Sie lieber das Moos mit einem Rechen aus dem Gras zu entfernen und lüften oder aerifizieren Sie den Boden, um Staunässe zu vermeiden. Sie können auch Moosvernichter oder Eisendünger verwenden.

Ist Kalkstickstoff gut für meinen Rasen?

Kalkstickstoff entzieht dem Boden Säure und führt zu besseren pH-Werten. Diese sorgen für Bodengesundheit und kurbeln das Wachstum des Rasens an.

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