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Rasen richtig und erfolgreich vertikutieren

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Rasen richtig und erfolgreich vertikutieren

Wünschen Sie sich beim Anblick Ihres Rasens ein Wunder herbei, um endlich eine traumhaft grüne, gepflegte Rasenfläche zu haben? Die gute Nachricht ist: Sie brauchen kein Wunder, nur ein bis zwei Gartengeräte, viel frische Erde, reichlich Rasensamen zum Nachsäen und etwas Zeit. Kurz gesagt, Sie sollten Ihren Rasen vertikutieren.

Das Vertikutieren

Das Vertikutieren
Die meisten Menschen kennen die Bedeutung dieses Wortes nicht. Es beinhaltet das Wort ‚verti‘ (lat.: Ich habe gewendet) sowie das Wort ‚cutis‘ (lat. die Haut – hier sinngemäß Oberfläche). Anders ausgedrückt wird beim Vertikutieren die Grasnarbe (Haut) einer Rasenfläche aufgeschnitten und dabei leicht nach oben ‚gewendet‘. Das Ziel ist, den Boden zu lockern und die Wurzeln der Rasenpflanzen zu belüften. Dies ermöglicht den Pflanzen eine verbesserte Aufnahme von Wasser und Nährstoffen sowie die Bildung neuer Wurzeln. Das Ergebnis: eine gesunde, frisch aussehende Rasenfläche.

Die verschiedenen Möglichkeiten

Die verschiedenen Möglichkeiten
Überlegen Sie gut, wie Sie vertikutieren möchten, denn die Industrie der Gartengeräte bietet diverse – und teilweise sehr teure – Vertikutiergeräte an. Elektrische oder benzinbetriebene Geräte helfen Ihnen zwar, das Vertikutieren in kurzer Zeit zu erledigen, rauben Ihnen anschließend allerdings viel Platz im Geräteschuppen – und Sie müssen nicht in jedem Jahr vertikutieren.

Informieren Sie sich vor dem Kauf online oder in verschiedenen Garten- und Baumärkten, um eine Entscheidung treffen zu können. Es gibt Vertikutierer, die Sie wie einen Streuwagen manuell über die Rasenfläche bewegen und verschiedene Handgeräte beziehungsweise entsprechende Aufsätze für die Systemwerkzeuge, bei denen Sie einen Stiel für viele Geräte nutzen können.

Wer ein manuelles Gerät benutzt, bekommt ein besseres Gefühl für den Boden und dessen Festigkeit. Sie können den Druck, den Sie ausüben wollen, selbst kontrollieren. Das gelingt mit den anderen Geräten nicht. Zudem haben gute Handvertikutierer zwei Seiten. Eine davon besteht aus scharfen Messerklingen, die einem Pflug sehr ähnlich sehen. Wenn Sie den Stiel einmal drehen, können Sie die kleineren Klingen auf der Rückseite zum Zusammenharken des Schnittguts benutzen.

Weiterhin gibt es verschiedene Aerifizierer. Diese dienen ebenfalls der Belüftung von Rasenflächen, aber nur vorbeugend. Diese Geräte vertikutieren nicht und entfernen weder Moos noch Unkraut. Dazu später mehr.

Die Vorbereitungen

Je gründlicher Sie die Rasenfläche auf das Vertikutieren vorbereiten, umso besser wird später das Ergebnis ausfallen. Arbeiten Sie lieber langsam und Schritt für Schritt. Ihr Rasen ist ein Gewächs, eine lebende Pflanze genau wie Ihre Blumen, die Sie vermutlich auch hegen und liebevoll pflegen.

Überprüfen Sie deshalb zunächst Ihren Rasen auf seine Länge. Er sollte nicht kurz sein, sondern so, dass Sie ihn noch auf der höchsten Abstandsstufe mit Ihrem Rasenmäher mähen können. Das bedeutet: Eher lange Halme, aber nicht zu lang. Ist Ihr Rasen zurzeit noch zu kurz, warten Sie lieber mit dem Vertikutieren. Dennoch können Sie die Rasenfläche vorbereiten, indem Sie mit einem Pflanzstecher das Unkraut aus dem Rasen entfernen und entsorgen. Zusätzlich harken Sie den Rasen wie gewohnt ab.

Es gibt im Gartenjahr zwei optimale Zeitpunkte für den Vertikutiervorgang. Diese sind zwischen März und April oder zwischen September und Oktober. Der Boden muss schon/noch frostfrei sein und trocken. Sobald der Rasen lang genug ist, stellen Sie Ihren Rasenmäher auf die höchste Schnittlänge ein und mähen die gesamte Fläche gründlich, Bahn für Bahn. Gehen Sie geometrisch vor, wie es die Rasenpfleger in Fußballstadien machen. Sie mähen die Rasenfläche einmal längs und dann überkreuzend noch einmal quer. Zwei Mal die gesamte Fläche!

Danach muss wirklich sämtliches Schnittgut des Mähvorgangs vom Rasen entfernt werden. Sie sollten also – trotz Auffangkorb am Rasenmäher – die Fläche mit einem Laubbesen gründlich abharken. Anschließend vertikutieren Sie – mit dem Vertikutiergerät Ihrer Wahl – die Rasenfläche auf genau dieselbe Weise, wie Sie gemäht haben. Einmal längs und dann überkreuzend einmal quer. Das ist anstrengend, aber es lohnt sich, hier gründlich zu arbeiten. Umso einfacher wird es später.

Sie sollten diese Arbeit nicht über mehrere Tage verteilen, denn dann regnet es plötzlich oder etwas anderes kommt dazwischen – und der Rasen wächst wieder zu. Sollten Sie sich den gesamten Vorgang nicht allein zutrauen, arbeiten Sie abwechselnd zu zweit. Einer mäht, der andere harkt, einer vertikutiert, der andere harkt die Rasenfläche ab. Genau das ist es, was Sie abschließend tun müssen: den ganzen Rasen vom restlichen Schnittgut des Vertikutierens befreien. Mit dem Vertikutieren haben Sie auch kleinere Unkrautpflanzen herausgezogen und das gesamte Moos gelöst. Für den erträumten gesunden Rasen muss all dies jetzt entfernt und möglichst auf einem Bauhof entsorgt werden.

Wie sieht denn das jetzt aus? …

… werden Sie vermutlich denken. Aber keine Sorge, der Rasen freut sich, während Sie jammern. Durch das Vertikutieren haben Sie die Bodenoberfläche vergrößert und den Rasenpflanzen mehr Luft und Licht verschafft. Sobald es regnet, können die Erde und die Wurzeln mehr Wasser aufnehmen und der Rasen beginnt zu neu zu wachsen. Betreten Sie die Fläche jetzt nur noch, um die vom Vertikutierer aufgedeckten kahlen Stellen auszubessern. Dafür gehen Sie mit einem Eimer voll guter Pflanzen- oder Komposterde die gesamte Rasenfläche ab und füllen die kahlen Stellen auf, damit neuer Rasen auf derselben Ebene der Rasenfläche anwachsen kann. Damit dies geschieht, müssen Sie an den aufgefüllten Stellen neuen Rasen aussäen.

Es gibt spezielle Nachsaaten dafür. Diese Packungen sind relativ klein. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sich damit zu bevorraten. Vor allem, weil Sie Rasen offen aussäen müssen. Rasen ist ein sogenannter ‚Lichtkeimer‘, die Saatkörner brauchen Licht, um zu keimen. Decken Sie also die frische Saat nicht mit Erde ab.

Die Vögel in Ihrem Garten werden Ihnen vermutlich viele Saatkörner aufpicken. Dagegen kann es helfen, die Rasensamen mit Sand zu vermischen, wodurch sie weniger auffallen. Streuen Sie diese Mischung auf die ausgebesserten Stellen. Trotz alledem müssen Sie die Stellen regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf neue Rasensamen streuen, bis dort wirklich wieder Rasen wächst.

Rasen wässern – die wichtigsten Tipps

Die frische Aussaat muss natürlich etwas feucht sein, damit die Samenkörner aufquellen, was dann den Keimungsprozess beschleunigt. Achten Sie aber auch auf die Wettervorhersagen, denn zusätzlicher Regen kann die Keime auch ertränken oder sogar wegschwemmen.

Im Allgemeinen brauchen Rasenflächen regelmäßig Wasser, aber nur mäßig. In den heißen Sommermonaten müssen Sie täglich wässern. Die beste Zeit der Wässerung ist für den Rasen der Abend, wenn die Sonne langsam tiefer steht. So kann der tagsüber trocken gewordene Boden viel Wasser aufnehmen und speichern. Die Rasenpflanzen erholen sich in der Nacht und der Rasen ist am nächsten Morgen wieder grün und frisch.

Gießen oder sprengen Sie Ihren Rasen möglichst nicht morgens. Die Pflanzen nehmen das Wasser dann ebenso auf, doch die aufsteigende Sonne sorgt schnell dafür, dass das Wasser aus dem Boden verdunstet und die Halme verbrennen.

Expertentipp

Das eingangs erwähnte Aerifizieren erfolgt mithilfe von Stachelwalzen oder Nagelschuhen. Damit erfrischen Sie im Frühjahr Ihren Rasen mit senkrechten Stichen, die die Belüftung der Wurzeln erneuern.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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