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Heckenpflanzen

Holunder – Erkennung und Bekämpfung von Krankheiten

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Holunder - Erkennung und Bekämpfung von Krankheiten

Holundersträucher (Sambucus) gehören zu den Moschuskrautgewächsen und sind oft in heimischen Gärten zu finden. Sie eignen sich als Heckenpflanzen, bilden attraktive Blüten und werden zur Herstellung von schmackhaftem Tee und Sirup verwendet. Die Früchte und Blüten enthalten Vitamine und viele weitere gesunde Inhaltsstoffe, die als Hausmittel gegen Erkältungen verwendet werden. Nur selten wird ein Holunderstrauch selbst von Krankheiten befallen. Von welchen Krankheiten Holunder dennoch befallen werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Welke Dolden

Welke Dolden


Vorzeitiges Verwelken der Dolden ist das typische Symptom der Doldenwelke. Diese Pilzerkrankung wird von ‘Fusarium sambucinum’ oder ‘Phoma sambuci-nigrae’ ausgelöst. Die Achsen der Dolden verwelken, die Beeren reifen vorzeitig, trocknen ein und fallen ab. Teilweise treten zusätzlich rote und gelbe Flecken an den Blatträndern auf, die sich später braun oder schwarz färben und eintrocknen.

Schneiden Sie alle befallenen Pflanzenteile großzügig ab und entsorgen Sie sie umgehend über den Hausmüll. Handeln Sie möglichst zeitnah, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Eingerollte Blätter

Eingerollte Blätter
Rollen sich die oberen Blätter der Triebe ein, liegt ein Befall der Holunder-Gallmilbe (Epitrimerus trilobus) vor. Im weiteren Verlauf kräuseln und verformen sich die Blätter, in schweren Fällen färben sie sich rot.

Auch in diesem Fall hilft das rasche Abschneiden und Entsorgen der erkrankten Triebe. Spritzen Sie den Strauch anschließend mit einem starken Wasserstrahl ab. Ein wirksames Hausmittel ist das Einsprühen der Gewächse mit einer Mischung aus Knoblauch und Öl. Für das Gemisch schneiden Sie etwa 100 Gramm Knoblauch klein und legen ihn 24 Stunden in Öl ein. Geben Sie etwas Spülmittel hinzu und verdünnen Sie das Ganze im Verhältnis 1:15 mit Wasser.

Graue Gespinste

Graue Gespinste
Graue Gespinste an Früchten und Blättern deuten auf Grauschimmel (Botrytis cinerea) hin. Der Pilz überzieht Pflanzen im weiteren Verlauf vollständig, verursacht rotbraune Flecken auf den Blättern und lässt die Beeren verfaulen.

Nach der Entsorgung der befallenen Pflanzenteile sollte ein chemisches Bekämpfungsmittel an den Sträuchern eingesetzt werden. Diese hinterlassen allerdings Giftrückstände, die die Früchte und die Blüten für den menschlichen Genuss ungeeignet machen. Beugen Sie diesem Pilzbefall durch jährliche Auslichtungsschnitte vor. Stehen die Triebe weit genug auseinander, sodass Luft zirkulieren kann, trocknet Feuchtigkeit, bevor sich der Pilz ansiedeln kann.

Blattläuse

Blattläuse
Die Schwarze Holunderblattlaus (Aphis sambuci) besiedelt vorrangig junge Triebe. Ein starker Befall führt zu Verformungen der Blüten und Blätter. Bei genauem Hinsehen kann man Kolonien der Insekten auf den Pflanzen erkennen.

Eine Behandlung ist meist unnötig. In besonders schweren Fällen hilft das Absammeln der Läuse, das Abspritzen der Pflanzen mit einem starken Wasserstrahl oder Brennnesselsud. Als natürliche Fressfeinde können Marienkäfer eingesetzt werden.

Verfaulende Früchte

Bleiben die Früchte trotz gesunder Stiele klein und verfaulen, handelt es sich um die Colletotrichum-Fruchtfäule, die durch den Pilz Colletotrichum gloeosporioides ausgelöst wird.

Schneiden Sie alle befallenen Triebe mindestens vier Zentimeter unterhalb der ersten Krankheitszeichen ab und entsorgen Sie den Schnitt. Reinigen Sie das Schnittwerkzeug und Ihre Hände im Anschluss gründlich. Gießen Sie in Zukunft weniger, nutzen Sie Phosphor-Kalium-Dünger und achten Sie auf eine ausreichende Drainage.

Expertentipp

Entsorgen Sie krankes Schnittgut niemals auf dem Kompost. Auf diese Weise gelangen die Krankheitserreger in den Boden, die Sie mit dem Kompost im Garten verteilen. Der sicherste Weg, die Ansteckung weiterer Pflanzen zu vermeiden, ist das sofortige Verbrennen der betroffenen Pflanzenteile. Das ist jedoch in vielen Teilen Deutschlands verboten. Entsorgen Sie Schnittgut in diesem Fall in luftdicht verschlossenen Plastiktüten über den Hausmüll.

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