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Zimmerpflanzen

Lavendel im Topf kultivieren

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Lavendel im Topf kultivieren

Ein Hauch von Provence und Urlaubsstimmung – Lavendel ist eine duftende Bereicherung für jeden Garten oder Balkon. Ursprünglich auf eher kargen und nährstoffarmen Böden beheimatet, stellt die Pflanze im Beet relativ wenige Ansprüche. Oft werden Lavendel im Garten zu großen, duftenden Büschen, woran sich viele Insekten erfreuen. Steht kein Beet zur Verfügung, fühlen sich Lavendel auch in Töpfen wohl. Durch das geringere Platzangebot steigen jedoch die Ansprüche der Pflanze an ihre Pflege. Daher gibt es für schönen, kräftigen Lavendel im Topf einige Pflegetipps zu beachten.

Geeignete Lavendelsorten für die Topfbepflanzung

Geeignete Lavendelsorten für die Topfbepflanzung
Nicht jeder Lavendel ist geeignet für den Blumentopf. Vor allem der vorhandene Platz bestimmt die Wahl der Sorte. Manche Arten werden zu groß und buschig und gehören ins Beet.

Für die Topfpflanzung eignen sich eher niedrig wachsende Sorten wie der Schopflavendel. Dieser ist zudem eher unempfindlich gegenüber Frost und kann lange auf Balkon oder Terrasse gedeihen. Mit einer Wuchshöhe von maximal 60 cm, intensivem Duft und schönen dunkelvioletten Blüten ist vor allem die Art „Anouk“ ein Hingucker.

Größere Arten wie der bis zu einem Meter hohe Speiklavendel fühlen sich auch in großen Pflanzkübeln wohl. Eine Topfpflanzung ist bei Speiklavendel und Schopflavendel gleichermaßen vorteilhaft, da beide Arten nicht unbegrenzt winterhart sind.

Sind die Pflanzen im Topf beheimatet, macht dies eine Überwinterung und einen Umzug in ein Winterquartier flexibler.

Die richtige Starthilfe

Die richtige Starthilfe
Grundsätzlich ist Lavendel sehr pflegeleicht. Im Topf gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten, damit die Pflanze lange schön bleibt. Denn Lavendel bilden ein recht großes und verzweigtes Wurzelgeflecht, das sehr viel Platz benötigt. Daher sollte der Topf oder Kübel stets groß genug sein – in Breite und Tiefe. Zudem sollte an die Zukunft gedacht werden und noch etwas Raum vorhanden sein, damit die Pflanze im Topf weiter wachsen kann.

Optimal geeignet ist ein Terracotta- oder Tontopf, denn hier kann direkt überschüssigen Wasser verdunsten. So bleiben die Wurzeln auch an heißen Tagen kühl und es entsteht keine Staunässe im Topf. Wird ein Plastiktopf gewählt, sollte ein Abfluss vorhanden sein, damit sich keine Staunässe bildet. Hier eignet sich auch eine dünne Schicht am Topfboden aus Tonscherben, Blähton oder grobem Kies.

Sobald Lavendel eingekauft sind, sollten sie schnellstmöglich umgetopft werden, damit sich die Wurzeln entfalten können. Die Wahl des Substrats fällt auf ein eher nährstoffarmes Gemisch aus Blumenerde und Sand. Es sollte möglichst locker, sandig und durchlässig sein. Lavendel wird mittig im Topf platziert, festgedrückt und der Topf dann mit Substrat aufgefüllt. Nach dem Einpflanzen wird der Lavendel als Starthilfe kräftig gegossen. Überschüssiges Wasser muss stets entfernt werden, um Wurzelfäule zu vermeiden.

Lavendel im Topf richtig gießen

Lavendel im Topf richtig gießen
Nach dem Einpflanzen wird der Lavendel einige Tage feucht gehalten, bis sich die Wurzeln eingewöhnt haben. Danach mag es Lavendel eher trocken. Lavendel ist ein sogenannter Schwachzehrer. Er benötigt keinen Dünger, zu viele Nährstoffe können sich sogar negativ auf Blütenbildung und Duft auswirken.

Lavendel im Topf kann sich nicht so gut selbst versorgen wie Lavendel im Beet. Vor allem die Wasserzufuhr kann zum Problem werden. Zu viel Wasser und Staunässe verkraftet Lavendel nicht. An heißen Tagen benötigt er dennoch etwas Wasser. Regelmäßige Wasserzufuhr mit Fingerspitzengefühl macht den Unterschied. Wird der Lavendel braun, ist das ein ernstes Alarmzeichen für zu viel Wasserzufuhr.

Lavendel im Topf richtig schneiden

Lavendel neigt dazu, von unten zu verholzen und kahl zu werden. Nach und nach wird die Pflanze unansehnlicher. Daher wird Lavendel im Topf zweimal jährlich zurückgeschnitten. Im Frühjahr vor dem Austrieb werden ein bis zwei Drittel der Pflanze gestutzt. Das zweite Mal wird die Schere nach dem Verblühen im Sommer angesetzt. Hier kommt es meist zu einer Nachblüte, ein erfreulicher Nebeneffekt! Durch den regelmäßigen Schnitt bleibt die Pflanze gesund und wird buschiger. Für den Schnitt einfach den Schopf der Pflanze zusammennehmen und die Spitzen abschneiden. Achtung: Nie zu tief in den verholzten Teil der Pflanze schneiden – hier müsste Lavendel zu viel Kraft zum Nachwachsen aufwenden.

Lavendel umtopfen

Damit Lavendel lange kräftig bleibt und stetig wächst, muss er einmal im Jahr umgetopft werden. Als Faustregel gilt: Der neue Topf ist ca. 10 cm größer als der Wurzelballen der Pflanze. Vor dem Einpflanzen werden die Wurzeln mit den Händen leicht aufgelockert. Dadurch wird das Wurzelwachstum angeregt und die Nährstoffaufnahme gefördert.

Lavendel im Topf überwintern

Manche Lavendelsorten sind winterhart und können im Freien überwintern. Dazu sollten die Pflanzen stets in Vlies oder Jute eingepackt und an einen geschützten Ort, wie eine Hauswand, gestellt werden. Terrakottatöpfe eignen sich zum Überwintern im Freien besonders gut, da sie Feuchtigkeit binden und die Wurzeln nicht darin nicht leicht einfrieren. Als zusätzliche Schutzmaßnahme gegen Bodenfrost dienen Unterlagen aus Styropor oder Holz.

Frostempfindliche Lavendelarten überwintern im Haus. Ein beheiztes Wohnzimmer eignet sich hierfür jedoch nicht. Besser geeignet sind trockene, unbeheizte Räume wie heller Keller, Wintergarten oder die Garage. Die ideale Temperatur liegt bei fünf bis zehn Grad.

Viel Wasser benötigt Lavendel in der Winterzeit nicht. Lediglich der Wurzelballen darf nicht völlig austrocknen – daher empfiehlt es sich, regelmäßig nach dem Wohlbefinden der Pflanze zu sehen.

Expertentipp

Abgetrennte Zweiglein nach dem Zurückschneiden nicht wegwerfen! Die duftenden Hölzer eignen sich perfekt zur Dekoration der Wohnung. Einfach in einem kleinen Säckchen zusammenfassen und am herrlichen Duft erfreuen – auch im Winter.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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