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Stauden & Ziergräser

Lavendel – woher stammen die krautigen Gewächse?

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Lavendel - woher stammen die krautigen Gewächse

Lavendel (Lavandula) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und zur Unterfamilie der Nepetoideae. Echter Lavendel (Lavandula angustifolia), der auch als Schmalblättriger Lavendel bekannt ist, Breitblättriger Lavendel (Lavandula latifolia) und zahlreiche Hybriden sind beliebte Zierpflanzen in heimischen Gärten.

In Mittelmeerländern wie Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien, in denen Lavendel wild wächst und traditionell auf Feldern angebaut wird, dienen die attraktiven, wohlriechenden Gewächse zur Gewinnung von Duftstoffen und Honig. Lavendel wird aufgrund seiner ätherischen Öle auch als Heilpflanze genutzt.

Weit verbreitete Gattung

Weit verbreitete Gattung


Lavendula ist eine Gattung mit etwa 30 verschiedenen Arten. Lavendel ist im Mittelmeerraum weit verbreitet, doch auch auf den Azoren, den Kanarischen Inseln, den Kapverden, im nördlichen Afrika, in West- und Südwestasien und auf dem indischen Subkontinent hat Lavendel natürliche Verbreitungsgebiete. Eine These besagt, dass Lavendel ursprünglich aus Persien, dem Gebiet des heutigen Irans, stammt und sich von dort im gesamten Mittelmeerraum bis hin zu den ostatlantischen Inseln verbreitet hat.

In Europa kommen sieben Arten der Gattung vor. Kleinere Bestände des Echten Lavendels haben sich nördlich der Alpen eingebürgert und gedeihen in Höhenlagen von bis zu 1.800 Metern.

Der Anbau von Lavendel erfolgt mittlerweile auch im fernöstlichen Japan und in Übersee, beispielsweise in Kanada. In Deutschland kann man Lavendelfelder von Baden-Württemberg bis hin nach Niedersachsen finden. Die schönsten Lavendelfelder hat Frankreich zu bieten, wo Lavendel vor allem in der Provence seit Jahrhunderten angebaut wird.

Jahrtausend alte Nutzpflanzen

Jahrtausend alte Nutzpflanzen
Lavendel besitzt eine heilende und desinfizierende Wirkung. Es ist belegt, dass bereits die alten Ägypter Lavendelöl für ihre Totenrituale nutzten. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere beschrieb in seiner Enzyklopädie ‘Naturalis historia’ im ersten Jahrhundert nach Christus, wie die Römer Lavendel nutzen. Sie reinigten sowohl ihre Körper als auch ihre Kleidung mit Zusätzen aus Lavendel.

Der Name Lavendel leitet sich daher vom lateinischen Wort ‘lavare’ für ‘waschen’ ab. Eine ältere deutsche Bezeichnung für Lavendel lautet ‘Waschkraut’.

Im 11. nachchristlichen Jahrhundert brachten Benediktinermönche Lavendel über die Alpen, um ihn in ihren Klostergärten anzubauen. Lavendel wird seither in Mittel- und Nordeuropa als Duftkraut und als natürliches Mittel gegen Kleidermotten verwendet. Doch Lavendel kann viel mehr. Die Pflanzen sind hervorragende Bienenweiden und wirken bei Stress und Unruhe heilsam auf die menschliche Seele.

Lavendel im eigenen Garten

Lavendel im eigenen Garten
Lavendel wächst wild an trockenen und felsigen Hängen. In Gärten sorgt er mit seiner einzigartigen, violett-blauen Blütenfülle für mediterranes Flair. Lavendel zählt zu den Schwachzehrern und stellt keine hohen Ansprüche. Die Gewächse kommen mit sandigen, kiesigen, mageren und trockenen Böden gut zurecht und sind ideal für die Bepflanzung von Steingärten und Trockenmauern geeignet.

Was Lavendel dennoch benötigt, sind warme, sonnige Standorte. Der Wasserablauf muss gewährleistet sein, da Staunässe nicht vertragen wird. Lavendel ist zudem für die Bepflanzung von Kübeln und Töpfen geeignet, die mit einer Drainageschicht versehen sein sollten.

Die meisten im Handel angebotenen Sorten sind winterhart. In kalten Regionen empfiehlt es sich, die krautigen Gewächse während der kalten Jahreszeit mit Reisig, Laub oder Mulch abzudecken. Der Rückschnitt erfolgt nach der Blütezeit oder im zeitigen Frühjahr. Zwei Schnittmaßnahmen haben sich ebenfalls bewährt. Dafür wird Lavendel nach der Blütezeit um ein Drittel eingekürzt und im Frühjahr um etwa zwei Drittel.

Expertentipp

Die Triebe, die während der Frühjahrsschnittmaßnahmen entstehen, können als Stecklinge genutzt werden. Um dies zu tun, werden sie in einem Topf mit sandiger Erde platziert und unter einer Folie gelassen, um Wurzeln zu bilden. Nachdem die letzten Nachtfröste vorüber sind, können sie ins Freie gepflanzt werden.

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